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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ASP

ASP
Plädoyer für den 96-Stunden-Tag
Die Geschichte ASP’s ist definitiv eine Erfolgsstory. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, denn kaum jemand schaut einmal hinter die Fassade der Frankfurter um dann zu erkennen, dass dieser Erfolg hart erarbeitet wurde und der Band nicht einfach in den Schoss gefallen ist. Unzählige Tourneen und Veröffentlichungen und vor allem eine Nähe zu den Fans, wie bei kaum einer anderen Band führen dazu, dass ASP vergöttert werden und sich dabei dennoch eine Bodenständigkeit bewahrt hat, die von Charakter und wahrer Grösse zeugt. Vor wenigen Tagen nun erschien „Der Zaubererbruder – Der Krabat Liederzyklus“, beruhend auf sorbischen Volkssagen, die vor allem durch das Buch „Krabat“ von Otfried Preußler einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangen konnten. Musikalisch haben ASP sich dabei mit der vorliegenden Doppel-CD leicht gewandelt und vor allem die folkloristischen Einflüsse prägen „Krabat“, wie kaum ein anderes ASP-Album zuvor. Da „Krabat“ in den Printmedien im Vorfeld der Veröffentlichung aber bereits zur Genüge thematisiert wurde, wagen wir hier einen interviewtechnischen Rundumschlag mit ASP himself, der einige interessante Aspekte zutage förderte.
Ich habe euren Auftritt auf dem „M’era Luna“ live im Fotograben miterlebt, der ja durch erhebliche technische Probleme und Schwierigkeiten gekennzeichnet war. Wie habt Ihr diesen Auftritt empfunden? Empfindet man als Künstler a.) in diesem Moment nicht so etwas wie absolute Ohnmacht gegenüber der Technik, aber b.) auch ein Gefühl, das man um den Lohn seiner Arbeit gebracht wird?

>> Ja das empfindet man ganz genau so, wie von dir beschrieben. Ich muss aber sagen, dass unsere Fans uns trotzdem das Gefühl gegeben haben, dass wir unser Bestes gegeben haben und diese Mühen durchaus honoriert wurden. Aber wir waren nicht die Einzigen, die an diesem Tage Probleme hatten. Das tröstet zwar nicht im Geringsten, ist aber doch immerhin ein Indiz, dass unsere eigenen Techniker nicht schuld an der Misere waren.
Am Ende bleibt ein bitterer Nachgeschmack, denn wir hatten viel geopfert um uns diesen Platz zu erkämpfen. <<


Lass uns ein wenig auf „Krabat“ zu sprechen kommen. Der „Schmetterlingszyklus“ war eine konzeptionelle Arbeit, über Jahre hinweg, und nun folgt mit dem „Zaubererbruder“ gleich das nächste Konzept. Brauchst du diese Fokussierung auf ein bestimmtes Thema um intensiver daran arbeiten zu können?

>> Nun, es liegt mir einfach, denke ich. Man sollte das machen, was man besonders gut kann. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich auch einmal ein Album schreiben möchte, das eine Ansammlung von „Kurzgeschichten“ enthält, also tatsächlich nur einzelne Songs. Aber ich liebe es, mir einen Rahmen zu erschaffen. Konzeptalben sind einfach schöner, um eine Geschichte in ihrer ganzen Kraft zu erzählen. <<

Musikalisch beschreitet ihr mit „Krabat“ zum Teil neue Wege, mehr Folklore, weniger Rock-Einflüsse. War dies im Zuge des Konzepts eine ganz bewusste Entscheidung, eben auch vor dem Hintergrund, dass dies ja die Vertonung einer Volkssage ist, oder hat es sich einfach in diese Richtung entwickelt? Wie werdet ihr diese Stücke zukünftig live umsetzen? Samples sind meines Erachtens generell kein gutes Mittel fehlende Instrumente, Chöre etc. live zu ersetzen.

>> Dass meine Interpretation der „Krabat“-Sage ein ganz bestimmtes musikalisches Gewand verlangte, das zeichnete sich schon sehr früh ab. Wir wollten die Authentizität bewusst durch den vermehrten Einsatz von echten Instrumenten und das Weglassen von zu viel Elektronik stärken. Wir haben ja schon immer folkige Elemente in unserer Musik gehabt, sei es die Gesangsmelodie bei „Sing Child“ auf unserem allerersten Album oder bei „Die Ballade von der Erweckung“, bei dem wir die Melodie eines Volksliedes zugrunde gelegt haben. Wieviele Songs von „Zaubererbruder“ tatsächlich auch einen Weg in unsere Rockshow finden werden ist noch nicht raus, da wir das Album ja bewusst als Zwischenalbum bezeichnen. Aber ein paar davon werden sich sicher einschleichen, dafür mögen wir sie viel zu sehr und vorher kommt ja noch unsere Unplugged-Tour, bei der wir sehr viele Songs des Albums spielen werden. Aber ich fürchte, danach werden wir uns wieder verstärkt dem düsteren Rock widmen, es juckt mich schon jetzt in den Fingern... <<

Neben den Songs an sich hat sich, wie ich finde, dein Gesang auf „Krabat“ sehr verändert. Er ist sehr viel variabler und auch von der Stimmfärbung her verändert. Zuweilen erinnert mich deine Stimme sogar an Reinhard Mey, was ich als Kompliment verstehe. Kannst du diesen Vergleich ansatzweise nachvollziehen?

>> Nun, das kann ich sogar sehr gut nachvollziehen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass dieser Prozess schon schleichend auf den letzten drei Alben zu erkennen war. Ich versuche, immer freier zu singen, achte sehr darauf, dass ich mir schon beim Komponieren der ersten Gesangslinien eine gute Tonhöhe heraussuche und später hat Matthias im Studio eben auch dafür gesorgt, dass ich das Beste aus mir heraushole. Ob es gelungen ist, kann ich nicht sagen, aber ich bin mit dem Gesang ziemlich zufrieden. Meine Art, mit Worten umzugehen ist seit jeher stark von Liedermachern wie Konstantin Wecker oder eben auch Reinhard Mey mitbeeinflusst worden, das verstärkt sicher diese Assoziation. <<
Es gibt eine Reihe von Gastmusikern auf dem Album, die euch zum Teil auch auf der anstehenden Tour begleiten werden. Nach welchen Kriterien wählt Ihr die Gastmusiker und die Ihnen zugeordnete Rolle (als Sänger) aus? Gibt es einen Künstler, mit dem du gerne mal zusammenarbeiten würdest, ein Idol früherer Jugendtage zum Beispiel?

>> Das ist völlig unterschiedlich. Bei Eric (Fish, Subway to Sally, Anm.d.Verf.) entwickelte es sich ganz homogen durch einige Gespräche hinter diversen Bühnen und durch die Sympathie, de wir uns entgegenbrachten. Bei Lisa Pawelke war es wie ein Blitzschlag. Ich hörte ihre Stimme auf der „Rennaissance“ von Faun und war sofort hingerissen. Ich war völlig verliebt in diese Stimme, rein platonisch versteht sich, und wusste: Ich MUSS sie überreden, die Kantorka zu werden. <<

Werdet ihr Otfried Preußler eine Kopie des Albums zuschicken um seine Reaktion auf eure Musik und die Umsetzung der Geschichte zu erfahren?

>> Ich zögere noch. Ich weiß nicht, ob man so einem hochbetagten Herren mit dieser Art Musik einen Gefallen tut. <<

Habt ihr, als Ihr mit der Arbeit an „Krabat“ begonnen habt gewusst, dass das Buch derzeit verfilmt wird?

>> Das wusste ich zunächst nicht, war mir auch recht egal, da ich ein großer Fan des Zeichentrick-Filmes von Karel Zeman bin und – wie ich fürchte – etwas voreingenommen einer Realverfilmung gegenüberstehe. Sorry, aber ich bin auch nur ein Mensch und „Krabat“ ist für mich ein großes Stück Nostalgie. Selten sind Verfilmungen wirklich so gut wie das Buch und ich fürchtete schon lange, dass im momentanen „Zaubererlehrling“- und „Fantasy für Jugendliche“-Rausch auch der arme Wendenjunge würde dran glauben müssen. <<

Kennst du die Lausitz und die sorbische Minderheit, in der die Sage um „Krabat“ ja ursprünglich angesiedelt ist?

>> Nun, durch die Recherche bin ich natürlich ein wenig neugierig geworden und möchte unbedingt noch einmal einen längeren Urlaub in dieser Gegend verbringen. Ach. Urlaub. Seufz. <<

ASP zählt für mich zu den veröffentlichungsfreudigsten Bands in der deutschen Gothic-Szene? Ist das der Ausdruck ungebremster Kreativität oder auch ein Stückweit wirtschaftliche Notwendigkeit?

>> Du weißt es. Ich weiß es. Mit Tonträgern verdient man heutzutage kein Geld mehr, wenn man eine Indie-Band wie wir ist. Die Produktionskosten fressen die Einnahmen völlig auf. Und meine einzige Hoffnung, alle meine Ideen zu verwirklichen ist die sofortige Einführung des 96-Stunden-Tages. <<

Neben all den Veröffentlichungen an CDs, LPs und Maxis fehlt eigentlich die Veröffentlichung einer DVD. Ist diese bereits angedacht, und wenn ja, wie wird diese DVD aussehen, um all den verschiedenen künstlerischen Aspekten ASPs gerecht zu werden?

>> Noch bis vor kurzem wollten wir an so was gar nicht denken. Ich glaube, wir fangen einfach mal mit einer Live-DVD an. Wenn die prima wird, dann können wir mal nachdenken, wie das so weitergehen könnte. Sobald ich es weiß, sage ich es dir! <<
Könnt ihr euch als Band zur Kreativität zwingen? Gibt es Augenblicke und Momente wo ihr Angst habt, dass ihr eure Kreativität und neue Ideen aus irgendeinem Grunde verlieren könntet?

>> Nein. Ich habe eher Angst, dass Körper und Geist nicht mithalten können und ich bald ein komplettes Wrack bin. Ich sage das sehr ehrlich, denn ich versuche mir bewusst zu machen, wie hoch der Preis eines solchen Lebens sein kann. <<

Wie habt ihr damals die Pleite von EFA, eurem damaligen Vertrieb, erlebt? War dies ein Moment, wo ihr eure künstlerische Existenz und Unabhängigkeit gefährdet gesehen habt? Wie sehr hat euch diese Pleite damals zurückgeworfen, sowohl in finanzieller Hinsicht, aber auch bezogen auf den Erfolg und eure musikalische Entwicklung?

>> Aua. Erinnre mich bloß nicht daran! Das finanzielle Problem war schlimm genug, aber für unsere Plattenfirma schlimmer und bedrohlicher als für uns, denn damals hatten wir noch „normale“ Jobs. Aber dass die „Weltunter“, eines der rückblickend hervorragendsten Kapitel des „Schmetterlings“, so gut wie gar nicht funktionierte war natürlich eine Folge davon. Dieses Jahr versuchen wir immer noch aufzuholen (lacht). Aber in diesem Jahr gibt es ja dafür gleich ganz viele Veröffentlichungen. <<

Was waren in diesem Zusammenhang in der Karriere ASPs die bislang bewegendsten, aber auch schlimmsten Momente?

>> Die bewegendsten wie die schlimmsten waren immer die zwischenmenschlichen Dinge. Wenn man vor 10.000 Leuten steht und einen eine Woge von Euphorie hinwegreißt ist das Wahnsinn. Das hat eine fast greifbare Qualität. Die guten Momente zwischen Musikern und Hörern, das ist das tollste, was man bekommen kann. Und wenn man auf der Straße Freunde findet. Und verliert. <<

ASP ist eine Band, die sich durch eine unglaubliche Fannähe auszeichnet und dies immer auch wieder betont. Aber Popularität hat auch seine Schattenseiten. Habt ihr diese Auswirkungen, z.B. durch aufdringliche Fans, bereits ebenfalls zu Spüren bekommen? Gab es auch Situationen, wo Fans an euch mit der Bitte um Rat herangetreten sind und ihr euch überfordert gefühlt habt? Wie geht ihr mit solchen Situationen und der ihr innewohnenden Verantwortung um?

>> Das passiert leider täglich. Wir machen einfach das, was wir können: Wir tun unser Bestes und geben einfach auch mal zu, wenn wir überfordert sind. Das verstehen die meisten. Aber es gibt immer wieder Leute, die jegliche Distanz und jedes Maß für Privatsphäre verloren haben. Da müssen selbst wir uns zurückziehen, so schlimm und so schmerzlich das ist. <<

Gibt es den „typischen“ ASP-Fan? Dies meine ich jetzt viel weniger bezogen auf das Aussehen, sondern eher im Hinblick auf eine bestimmte Geisteshaltung, bestimmte Wesenszüge oder einen bestimmten Charakter?

>> Ich glaube, ASP-Fans zeichnen sich durch eine gewisse geistige Offenheit aus, ansonsten könnten sie die Kapriolen ihrer Band gar nicht akzeptieren. Wir bringen ja nicht nur Musik und Texte an die Frau und den Mann, wir sind einfach ein Lebensgefühl, welches viele positiv für sich selbst nutzen können. <<

Mit dem „Papillon“ habt Ihr im Frühjahr ein eigenes Fan-Magazin veröffentlicht und soviel ich weiss, steht die Veröffentlichung der zweiten Ausgabe in den Startlöchern. Wie waren die Reaktionen auf diese erste Ausgabe und warum überhaupt dieser Luxus, den ihr euch mit solch einem umfangreichen Magazin leistet?

>> Ja, die zweite Nummer ist gerade erschienen. Wir geben zu, dass unser Verhältnis zum Musikjournalismus etwas zwiespältig ist. Vielleicht haben wir auch deshalb entschieden, uns von Leuten interviewen zu lassen, die uns nahe stehen und die auch interessante und tiefer gehende Fragen zu stellen vermögen, als sie in einem „normalen“ Magazin Platz fänden. Aber dieses Heft kosten uns alle eine Menge Arbeit und ist nur zu realisieren, wenn man auch nette Leute hat, die Lust haben, da eine Menge Herzblut von sich reinzustecken. Sonst wären diese Seiten wirklich nicht zu finanzieren: Danke an dieser Stelle. <<
Ihr arbeitet seit Jahren mit dem gleichen Team zusammen, musikalisch, das Artwork und das Label betreffend und seid zudem zusammen alle auch gewachsen. Sei es nun Pit Hammann, Ingo Römmling, Ralph oder wer auch immer. Ist diese familiäre Atmosphäre und diese Gefühl sich vorbehaltlos aufeinander verlassen zu können mit ein Bestandteil des Erfolges von ASP? Was, wenn einer dieser Eckpfeiler wegbrechen würde?

>> Wir haben zum Beispiel bei „Zaubererbruder“ mit jemand völlig neuem für die Umsetzung des Artworks gearbeitet, mit Meran von darkmouth.com. Dennoch ist diese Familie um uns von enormer Wichtigkeit, denn wir versuchen uns alle gegenseitig zu unterstützen. Würde einer wegbrechen, so wäre es vor allem und am allerentscheidendsten ein tiefer persönlicher Verlust. <<

Wo wären ASP ohne Euer Label Trisol, mit denen Ihr Euren Vertrag, wie ich gehört habe, immer nur per Handschlag verlängert, und ohne den „Orkus“, der Euch vom ersten Moment an vorbehaltlos unterstützt hat.

>> (lacht) Ja, aber wo wäre unser Label „Trisol“ ohne uns? Nein, im Ernst: Wir machen das wirklich per Handschlag, denn wir haben mittlerweile die gleiche Vision und ziehen am gleichen Strang. Wir arbeiten auch an dieser Beziehung immer hart und tragen Konflikte offen und frei von der Leber weg aus. Das hilft und schmiedet zusammen. Was den „Orkus“ angeht: Er hat uns nie vorbehaltlos unterstützt, sondern die Leute dort mochten von Anfang an unsere Musik und das, wie ich es wirklich mal sagen möchte, ist etwas, was heute so gut wie gar nichts mehr zählt bei Musikmagazinen. Wir haben auch dort so manchen Konflikt ausgefochten, aber am Ende konnten wir uns immer darauf stützen, dass sie sich einfach für das, was wir machen, auch interessieren. <<

Wie lange kann man ASP machen und sich geschminkt auf die Bühne stellen, ohne sich selbst irgendwann der Lächerlichkeit Preis zu geben oder an Glaubwürdigkeit zu verlieren? Was kommt nach ASP?

>> Weiß nicht. Ich frage mal Alice Cooper (lacht) <<

ASP waren, wenn ich das richtig beurteile, immer eine Band, die in ihrer Kunst unpolitisch war, sich aber dennoch auf Nachfrage politisch und sozial interessiert gezeigt und dementsprechend auch geäussert hat. Ist in der Kunst ASP’s für diese Themen bewusst kein Platz? Sollte Kunst generell Stellung zu sozialen und politischen Themen nehmen. Kann Kunst die Welt verändern?

>> Kunst kann und muss das leisten. Aber nicht alle Kunst zu jeder Zeit, das wäre dann eine Einschränkung, der sich die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks nicht beugen darf. Wir sind auch nicht unpolitisch in unserer Musik, bei „Tiefenrausch“ oder „Ich bin ein wahrer Satan“ sind ja sehr starke gesellschaftskritische Momente vorhanden. <<

Ihr unterstützt die Oberhausener Band Caputt, u.a. durch Auftritte in eurem Vorprogramm, Remixe, Aufnahme in den Freundeskreis und Verlinkung auf eurer HP. Warum ausgerechnet diese Band?

>> Nun, die Jungs sind einfach klasse. Wir haben sehr ähnliche Ansichten zu vielen Dingen und haben dieselbe Einstellung, wie man Musik dazu benutzen kann, wachzurütteln anstatt nur Parolen nachzukläffen. Wir leben in sehr extremen Zeiten und Caputt haben sich – wie wir ¬ nicht damit abgefunden, dass der Untergang und Hass alles ist, was diese Welt noch zu bieten hat. Klingt pathetisch, ist aber so. Außerdem sind sie nett, ehrlich und aufrichtig. <<

Welche Verbindung gibt es zu Gerre von Tankard, den ihr in eurer Dankesliste erwähnt? Wie ist der Zusammenhalt und der Kontakt der Bands aus dem Frankfurter Raum überhaupt?

>> Gerre und ich leben nur ein paar Straßen entfernt voneinander und wenn wir uns über den Weg laufen, dann freuen wir uns immer wie ein Keks und plaudern ein wenig über Bier und die Welt. Ein sagenhafter Kerl mit mehreren Sonnen im Herzen und einem hervorragenden Humor. Er und ein paar Leute aus unserem Umfeld kennen sich auch schon eine Ewigkeit. Ansonsten ist Frankfurt ein schwieriges Pflaster für Bands aller Couleur, weil die Stadt und die Medien dort alles, was irgendwie Indie ist, sowieso nicht wahrnimmt. Das ist manchmal kacke und meistens sehr gut. denn den Untergrund mag hier keiner aufwühlen, was uns ganz gut gedeihen lässt. <<

Der erste ASP-Auftritt fand im Jahr 2000 auf dem „Gothicworld“-Festival in Geretzhoven statt. Wie sind eure Erinnerungen an dieses Festival? Was hat sich seitdem, vor allem innerhalb der Szene, aus eurer Sicht verändert?

>> Das war nett dort. Und ich schlanker. Die Szene hat sich nicht wirklich verändert, aber ich nehme die Szene, und die Szene mich, natürlich ganz anders wahr. Wir beobachten uns gegenseitig mit Skepsis, weil die Szene Erfolg irgendwie nicht als Konsequenz von harter Arbeit sehen kann, sondern immer nur als Ergebnis von Verrat.
Das finde ich sehr traurig und spottet dem, was ich täglich schufte. Aber dennoch trage ich das Schwarz, das mir gefällt. <<


Aktuell sind mir keine Coverversionen von ASP bekannt, aber ich bin auch nicht im Besitz aller eurer Veröffentlichungen. Wenn Ihr eine Band covern würdet, wenn würdet ihr wählen? Von dir weiss ich ja, dass du als einer der wenigen in Deutschland beispielsweise die Jesters of Destiny zu schätzen weißt. Wäre das bsp. eine Option?

>> Ha! Eine fantastische Idee. „Diggin’ That Grave“ steht ganz oben auf meiner Liste. Wir haben aber tatsächlich schon einiges gecovert, zum Beispiel „Possession“ von Sarah MacLachlan, oder „The Power of Love“ von Frankie goes to Hollywood und vor nicht allzu langer Zeit „Frieden im Land“ und „Sage Nein!“ von Konstantin Wecker. Aber wir machen so was immer für Maxis und EPs, weil wir nicht finden, dass so was auf eine „normalen ASP-Scheibe“ wirklich gehört. <<

Im Interview der aktuellen „Orkus“-Beilage äusserst du dein Interesse an Literatur. Hast du aktuell einen Lieblingsautor und einen Buchtipp für unsere Leser?

>> Ich empfehle Lesen im Allgemeinen. Was es auch ist! Aber für Freunde der anspruchsvollen Phantastik empfehle ich von Scott Bakker „Der Krieg der Propheten“, erschienen in der Hobbit Presse bei Klett Cotta. Was ein toller Schmöker, und dabei unglaublich klug. <<
http://www.thetalesofasp.com
Michael Kuhlen


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