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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AMPHI FESTIVA ....

AMPHI FESTIVAL 2008, Tag 2 – Tanzbrunnen, Köln 20.07.08


Der zweite Tag des Amphis begann dann erstmal mit Regen und somit einem schönen ausgedehnten langen Frühstück. Man musste ja ausreichend im Magen haben, um so wenig wie möglich von dem angebotenen Essen auf dem Gelände verzehren zu müssen. Somit kamen wir dann aber auch erst am frühen Nachmittag am Gelände an. Auch am zweiten Tag war die Parkplatzsituation unproblematisch und gut geregelt, so dass wieder nur ein kurzer Fußweg von nöten war. Während wir das Gelände betraten spielten auf der Hauptbühne schon The Lovecrave. Diese boten Gothicrock und Sängerin Francesca hat wahrlich eine Rockröhre mit „Whiskytouch“. Auch versteht sie es durch ihr Posing auf der Bühne durchaus auf sich aufmerksam zu machen. Leider bietet die musikalische Darbietung nichts Neues und wenig Abwechslung.

Schon während der Umbaupause füllte sich das Gelände vor der Hauptbühne drastisch. War es sogar noch voller als gestern geworden? Es machte ganz den Anschein. Was so viele Menschen anzieht kann ja nur gut sein, oder? Mir liegt zwar die Musik von Letzte Instanz persönlich überhaupt nicht aber ich wollte trotzdem mal sehen, was die Dresdner live auf die Bühne bringen. Los ging es mit „Maskenball“ und der Song sorgte schon für reichlich Stimmung im Publikum. Auch „Tanz“ und „Unerreicht“ wurde lauthals von den Fans mitgesungen bzw. Sänger Holly brauchte nur anzustimmen und das Publikum sang weiter. Die Stimmung war wirklich hervorragend, die Band hatte einen super Sound und gab auf der Bühne eine perfekte Show zum Besten. Begeistert war ich über den Cellisten, der mit ständig kreisenden Dreadlocks sein Instrument malträtierte und ich habe eigentlich nur darauf gewartet, dass sich die Locken mal in die Saiten einwickeln. Aber nichts dergleichen passierte. Ich muss zugeben, dass diese Band live zu gefallen weiß, auch wenn es definitiv nicht meine Musikrichtung ist. Spätestens bei „Wir Sind Allein“ war jeder Zweifler überzeugt. Einzig ihre Coverversion von Alice Coopers „Poison“ hätten sie sich besser schenken sollen, das grenzte eher an Gotteslästerung, aber ansonsten ein durchweg toller Auftritt. (SSO)
Nachdem Letzte Instanz die Bühne verlassen hatten freute ich mich schon auf Das Ich. Schon viel zu lange hatte ich Stefan Ackermann und Bruno Kramm nicht mehr live gesehen. So machte ich mich auf den Weg in die ersten Reihen um das Ganze auch wirklich genießen zu können. Das Best-Of-Set der Szene-Veteranen legte gleich los mit “Der Schrei” und “Kain Und Abel”. Leider scheint es so zu sein, dass vieles an “Jungvolk” wohl mit den älteren Bands nicht mehr viel anfangen kann. Die Stimmung jedenfalls begrenzte sich mehr auf die älteren Semester. An der Performance kann es jedenfalls nicht gelegen haben, gerade Stefan Ackermann gab alles, nicht nur stimmlich, sondern auch körperlich. Zum scherzen war er auch noch aufgelegt, als er die Menge fragte wie man denn um diese Uhrzeit schon wach sein könne (es war kurz nach 15 Uhr). Vielleicht war es auch ein kleiner Hinweis an den Veranstalter, dass man gerne später gespielt hätte. Ich hätte die “Ackermann-Show”, die wie üblich mit allerlei Grimassen und Verrenkungen gespickt war, auch lieber später gesehen. Mit “Kannibale” präsentierte man dem Publikum ein neues Stück des kommenden Albums. Der Song kam recht gewaltig und düster rüber, ohne viel Schnick Schnack. “Kannibale” macht durchaus neugierig auf das Album. Über “Kindgott”, “Sodom Und Gomorra” näherte man sich auch schon dem Ende des Auftritts. Es folgten zum Schluss, wie konnte es anders sein, “Gottes Tod” und “Destillat”. Beide Titel wurden dann jetzt doch mal so richtig auch von der Menge abgefeiert. Es wurden sogar Zugaben gefordert. Diese wehrte Bruno jedoch mit dem Hinweis auf die nachfolgenden Bands ab. Er konnte sich auch nicht verkneifen zu erwähnen, dass man ausnahmsweise mal pünktlich aufhören wolle. Was ihnen damit auch gelungen war. Nach dem Auftritt standen die Jungs noch am eigenen Mechandise-Stand für allerlei Plauderei, Fotos und Autogramme zur Verfügung. Hier bewiesen Das Ich dann auch wieder mal ihre Fannähe, denn man nahm sich wirklich Zeit für den Einzelnen, soweit das möglich war. (IB)
Nun stand L`Âme Immortelle auf dem Programm, von denen noch vor einiger Zeit Gerüchte über Auflösung der Band kursierten. Sonja und Thomas waren beide diesen Tag äußerst gut bei Stimme und legten direkt mit „Bitterkeit“ los. Es folgten „Phönix“, „Es Tut Mir Leid“ und „1000 Voices“ welche allesamt von den Fans gut aufgenommen wurden. Sonja und Thomas ergänzten sich gesanglich wieder einmal hervorragend auf der Bühne, wobei jedoch auffiel, dass Thomas Gesangsparts nicht mehr ganz so extrem durch den Verzerrer gejagt wurden wie früher und der etwas cleanere Gesang doch deutlich angenehmer ist. Unterstützt von ihrer Liveband nutzten Sonja und Thomas die Bühne auch voll aus, wobei Sonja wieder ihre unnachahmlichen Verrenkungen zum Besten gab. Nach „Aus Den Ruinen“ folgte dann Sonjas Ansage zum nächsten Song, dass dieser einem lieben Freund gewidmet sei, der tragisch bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. „Life Will Never Be The Same Again“ bekam dadurch eine noch melancholischere Note und als ob der Himmel dies mitbekommen hätte begleitete nun ein absolut heftiger Regenguss das weitere Konzert was nach 50 Minuten mit der Hitsingle „5 Jahre“ abgeschlossen wurde. Ich weiß, dass sich bei L`Âme Immortelle die Geister scheiden, entweder man mag sie oder halt nicht. Da ich sie mag und schon mehrfach gesehen habe kann ich besten Gewissens sagen, das dieser Auftritt prima war und wieder einmal bewiesen hat, dass mit dem routinierten Duo auch in den nächsten Jahren noch zu rechnen ist und sie an ihrer Bühnenausstrahlung nichts verloren haben. (SSO)
Der Regen ließ dann zum Glück wieder etwas nach und so konnte ich die Kamera passend zu Suicide Commando wieder aus ihrer wasserdichten Verpackung befreien. Johan van Roy begrüßte den komplett überfüllten Platz vor der Bühne mit einem freudigen „We are Tokio Hotel“ und startete direkt mit „Bind Torture Kill“ den energiegeladenen EBM-Set. Die Menge war von Beginn an in absoluter Tanzlaune, so dass es äußerst schwierig war irgendwie nach vorne zu kommen um ein paar Fotos zu machen. Weiter ging es mit „Menschenfresser“ und die Menge tobte. Die Security war auf einmal in heller Aufregung als ein Fan mit einem riesigen tollen Suicide Commando Rückentattoo die Bühne enterte und Johan umarmte und mit ihm zusammen kurz auf der Bühne im Kreis tanzte. Dieser ließ sich kaum beirren und schon kam der nächste Kracher „Dein Herz, Meine Gier“ gefolgt von „Cause Of Death: Suicide“ und „Raise Your God“. Fehlen durften natürlich nicht die Videoprojektionen im Hintergrund. Danach kam eine beatlose, langsame Version von „One Nation Under God“ die von einer mir persönlich zu makaberen und total überzogenen Videoshow begleitet wurde. Man sollte bedenken, dass auf einem Festival auch Familien gegenwärtig sind und manche der Videosequenzen doch eher einer FSK-Beschränkung unterliegen müssten, somit doch für diesen Auftritt grenzwertig. Nach dieser kurzen Ruhepause ging es bei wieder starkem Regen weiter mit „Hate Me“ und „Love Breeds Suicide“ bevor mit „Fuck You Bitch“ und dem alles überragenden „Hellraiser“ ein viel zu kurzer Auftritt von Suicide Commando zu Ende ging. Diese Band ist live immer wieder eine Macht die zu begeistern weiß und viele waren nicht nur nass vom Regen sondern von einer Stunde schweißtreibendem Tanzen. (SSO)
Theaterbühne:


Auch heute sollte ich von der Enge und schlechten Luft im Theater nicht verschont bleiben, da ich doch unbedingt Lacrimas Profundere sehen wollte. Die Bayern hatte ich beim letztjährigen Mera Luna mit ihrem neuen Sänger Roberto Vitacca gesehen, wo dieser noch sehr verschüchtert wirkte aber gesanglich eine tolle Leistung brachte. Nun wollte ich doch wissen, wie sich Roberto nach einem Jahr in der Band entwickelt hatte. Als die Band mit „A Pearl“ die Bühne betrat war von Anfang an nichts mehr von der Zurückhaltung des letzten Jahres zu sehen. Roberto hat sich zu einem erstklassigen Shouter mit toller Bühnenpräsenz entwickelt dem die jüngeren Mädels wohl reihenweise zu Füßen liegen dürften. Die Halle war auch gut gefüllt und die Fangemeinde sang Songs wie „Again It`s Over“, „We Shouldn`t Be Here“ oder „My Mescaline“ erfreut mit. Der Sound ließ allerdings zu wünschen übrig. Irgendwie hörte man ein ständiges Brummen wohl eines Verstärkers und ein Knarzen in der Boxenanlage, als ob sich da einige Lautsprecher verabschiedet hätten. Aber niemand ließ sich dadurch die Stimmung vermiesen und als Lacrimas Profundere mit „Should“, „Sacrificial Lamb“ und „Ave End“ ihren leider viel zu kurzen Set beendeten war klar, dass diese Band wieder zusammengefunden hat und hoffentlich bald aus dem Dunstschatten von Genrekollegen hervortritt. Verdient hätten sie es. (SSO)
Ich machte mich schließlich auch mal auf ins Theater, da ich mir vorgenommen hatte am Abend Diary Of Dreams zu sehen. Zumal es jetzt auch heftigst anfing zu regnen. Obwohl ich bereits am Samstag arge Probleme mit der Luft im Theater hatte wollte ich mir Diary nicht entgehen lassen. Gerade noch rechtzeitig um die letzten beiden Stücke von Soko Friedhof mitzubekommen betrat ich das Theater. Scheinbar war ich nicht der Einzige der den Plan gehabt hatte sich schon früh einen Platz zu sichern. Wie ich feststellen musste bestanden die ersten Reihen nur aus Diary-Fans. Natürlich machte es diese Tatsache Soko Friedhof nicht gerade einfacher für Stimmung zu sorgen. Die Geschmäcker sind hier wohl doch zu verschieden und das Rezept von der Soko auch zu einfach gestrickt. Langweiliges Gestampfe mit belanglosen Texten. Ich hatte das Gefühl als lebe der Auftritt nur von der Optik der blonden Sängerin und der beiden Tänzerinnen. Die Musik kam komplett aus dem Rechner was auch nicht grade für Begeisterungsstürme sorgte. So war ich dann doch froh nur das Ende dieser Show sehen zu müssen. (IB)
Nun freute ich mich doch sehr auf etwas Abwechslung mit Clan Of Xymox. Schließlich kann man da wenigstens sicher sein handgespielte Musik zu bekommen. Ronny und seine Band machten es einem nicht schwer bei Stücken wie “Week In My Knees” oder “No Tomorrow” mitzugehen. Clan Of Xymox Konzerte sind immer etwas zum Genießen, weniger zum brutalen Abfeiern, dafür ist der Stil der Band einfach nicht gemacht. Einzig und allein das doch etwas seltsam anmutende David Bowie-Cover “Heroes” hätte man sich sparen können. So richtig sprang dann auch der Funke nicht zum Publikum über. Zwar war die Stimmung doch deutlich besser als bei Soko Friedhof als nur ein paar wenige jüngere wirklich mitgingen, aber so richtig zündete der Funke nicht. Wie auch, bei einer Halle voller Diary-Fans. Leider muss ich gestehen, dass ich an dieser Stelle wieder Probleme mit dem Kreislauf bekam und die Halle verlassen musste. Somit hatte sich auch mein Plan mit dem Ausharren erübrigt. Draussen angekommen musste ich feststellen das sich das Wetter nicht wirklich gebessert hatte. Nach ein wenig durchatmen machte ich mich auf die Suche nach meiner Redaktions-Kollegin und fand sie schließlich in der Strand-Bar, die übrigens einer der Lichtblicke des Festivals war. Bei einem heißen Kaffee unterm Sonnenschirm im strömenden Regen beschlossen wir das Unternehmen Amphi an dieser Stelle abzubrechen. Meinem Kreislauf ging es nicht mehr wirklich gut und auch meiner Kollegin und unseren Begleitern war die Lust im Hinblick auf eine viel zu volle Theaterhalle bei Diary Of Dreams schon längst vergangen. (IB)
Festivalfazit:

Unser Fazit zu diesem Festival ist eher niederschmetternd. Die Location ist für so viele Zuschauer einfach nicht mehr ausreichend. Die Theaterhalle ist definitiv zu klein und selbst der Bereich vor der Hauptbühne ist inzwischen für die Menge an Besuchern nicht mehr geeignet. Kleine Menschen haben kaum eine Chance bedingt durch die niedrige Hauptbühne weiter hinten etwas sehen zu können. Die Parkplatzsituation hat man zwar nun gut gelöst aber was die sanitären Anlagen betrifft müßten es noch mehr werden, da sich die Besucherzahl ja wohl kaum verringern wird. Die Verkaufsmeile ist nach wie vor schön angelegt, preislich wie auf jedem Festival von überteuert bis hin zu Schnäppchen alles vorhanden. Auch die Auswahl der angebotenen Waren war bunt gemischt, so dass für jeden was dabei war. Kommen wir jetzt zum definitiv größten Minuspunkt des Festivals, der Verpflegung. Direkt bei unserem ersten Rundgang mußten wir während des Regens feststellen, dass das Wasser vom Dach einer Freßbude direkt in die Paellapfanne tropfte, was die Betreiber nicht wirklich interessierte. Echt lecker. Ein weiterer Stand verkaufte Nudelgerichte für nicht gerade kleines Geld, dafür aber megakleine Portionen. So sollte z. B. ein Stück Lasagne, ca. 8 x 8 cm groß und nicht besonders hoch geschichtet, dafür aber schwarz angebrannt und nur lauwarm für 5 Euro. Da dachte man, mit Pommes kann man ja nicht viel falsch machen. Falsch gedacht! Die Pommes waren super ekelig, kalt, matschig und ohne jeglichen Geschmack, in Kombination mit einer dazu passenden miesen Currywurst kostete der Spaß dann 6 Euro, mit Majo 6,50 Euro. Auch der Döner war nicht groß und kaum mit Fleisch bestückt, der Asiastand war einfach unverschämt teuer für die kleinen Portionen. Einzig die ölige Pizza für 3 Euro war zumindest preislich noch im Rahmen. Die Getränkepreise waren selbst für ein Festival viel zu teuer und es ist schade, dass alkoholische Getränke im Vergleich noch die Günstigsten waren. Super war allerdings der kleine Kaffeeflitzer, den die Menschen nicht nur aufgrund seiner fairen Preise gut frequentierten, sondern weil der Kaffee auch richtig gut schmeckte. Richtig mies fanden wir das Personal an den Getränkeständen die mehrfach versuchten beim Rückgabegeld zu betrügen, so was muss ja wohl nicht sein. Einzig wirklich nett war der Beach Club, der eine echte Bereicherung für das Gelände war. In teilweise überdachten Bereichen direkt am Rheinufer konnte man den einen oder anderen Regenschauer, sofern man noch ein Plätzchen fand, recht gut überbrücken. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass die Kontrollen am Durchgang sehr schlecht waren und so wirklich jeder auf das Festivalgelände kommen konnte, egal ob er ein Festivalbändchen hatte oder nicht. Auch wurde dieser Weg zum “Schmuggeln” von Lebensmitteln und Getränken genutzt, so dass dann doch viele Scherben auf dem Gelände zu finden waren, was die Verletzungsgefahr erhöhte. Was man sich bei der Organisation des Festivals gedacht hatte können wir nur vermuten. Wie kann man einen Act wie “Die Krupps” als Mitternachtsspezial auf den Sonntagabend legen? Man rechnete wohl damit, dass viele Montags arbeiten mußten und somit der Andrang in der Halle wohl nicht so groß werden würde. Wie kann man Bands, die ein großes Publikum anziehen in die Theaterhalle legen, wo die meisten Fans dann nicht rein passten? Für uns ist das Amphi Festival definitiv nicht mehr erste Wahl, zumindest nicht in dieser Location. Es war zu voll und ohne Fotograbenpass sehen wir uns nicht mehr in der Lage eine Berichterstattung anzubieten, da uns unsere Kameras zu schade sind um sie bei Fotos aus der Menschenmasse aufs Spiel zu setzen und da man leider durch gerade Fehlen dieses Passes auch nicht alles Bands besprechen kann. Wo uns dann auch noch auffiel, dass einige Magazine bzw. Werbepartner mehrere Fotopässe hatten und bei einigen Bands sogar Menschen mit einem Handy im Fotograben standen und fotografierten. (SSO / IB)
Susanne Soer / Ingo Bordewick - Pics: Susanne Soer / Ingo Bordewick


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