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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BLACKFIELD FE ....

BLACKFIELD FESTIVAL 2008, 04.07.2008 – 06.07.2008, Tag 3
Amphi-Theater, Gelsenkirchen

06.07.08
Aufgrund der doch etwas kürzer als gedacht gewordenen Nacht klappte das mit dem frühen Aufstehen nicht wirklich. Nachdem wir uns aus dem Bett gekämpft hatten und der Blick zum Himmel nichts Gutes verhieß machten wir uns etwas verspätet auf zum Festivalgelände um gerade noch rechtzeitig zu dritten Band dort aufzulaufen. Scheinbar hatten sich doch noch einige Leute ein Tagesticket gekauft, denn es war doch deutlich voller als an den beiden vergangenen Festivaltagen.
Unser Tag begann dann also mit Reaper. Vasi Vallis, auch bekannt durch seine anderen Bands Frozen Plasma und ehemals NamNamBulu, betrat mit merkwürdiger Tarnbemalung die Bühne und war gleich zu Späßen aufgelegt. Mit witzigen Ansagen und ständig in Bewegung peitschte er seine Electrobeats förmlich ins tanzhungrige Publikum. „Twisted Trophy Hunter“ oder „She`s A Devil And A Whore“ wurden von der Menge regelrecht abgefeiert. Auch die gute Laune auf der Bühne stieg mit fortlaufendem Set immer weiter und als dann der Keyboarder vor lauter Ekstase sein Keyboard aus der Verankerung riss gab es kein Halten mehr. Merkwürdig war nur, dass der Sound auch ohne das Keyboard weiterlief, denn er brauchte knapp einen halben Song bis er es wieder angeschlossen hatte. Sollte alles doch nur eine gute Playbackshow sein? Egal, die Stimmung war klasse und der ganze Gig sehr unterhaltsam und auch diesen Tag betätigte sich Ronan wieder als Helfer in der Not und brachte den Kollegen auf der Bühne Kaltgetränke.
Mit Heimataerde ging es dann fröhlich munter weiter. Die schon gut eingeheizte Menge ließ sich auch von der Mischung aus hartem Elektro und mittelalterlichen Klängen weiterhin begeistern und tanzte ausgelassen weiter. Die Show, die auf dem vampirischen Hintergrund aufgebaut ist, hatten Ash und seine Musiker in der Kluft der Tempelritter wieder mit im Gepäck und ließ auch dieses Mal die Menge vor der Bühne verweilen. Einzig der böige Wind brachte die Show zwischenzeitlich etwas durcheinander, selbst die Keyboardverkleidungen wurden einfach umgepustet. „Verfall“, „Vater“ oder auch „In Alle Ewigkeit“ wurde von zahlreichen Fans mitgesungen. Auch der Part mit extra eingeschobenen Vampirzähnen und viel Kunstblut durfte beim Blackfield nicht fehlen. Als dann auch noch Solitary Experiment Sänger Dennis mit auf die Bühne kam und „Sie Zerrt An Mir“ begleitet war der Auftritt der sympathischen Ritter perfekt. Auch nach ihrer Show ließen es sich Heimataerde nicht nehmen in voller Montur ein Bad in der Fanmenge zu genießen, ließen sich auf den Rängen des Amphitheaters nieder und waren für gemeinsame Fotos mit den Fans jederzeit bereit.
Nach zwei Auftritten mit hohem Unterhaltungswert hatten es Assemblage 23 nicht einfach die gute Stimmung des Publikums aufrecht zu halten. Tom Shear ging kein Risiko ein und gab bei einer knappen Spielzeit von 40 Minuten ein Best Of seines bisherigen Schaffens. Jedoch wirkte die Bühnenpräsenz im Vergleich zu den vorherigen Darbietungen wirklich trist und öde und das machte sich auch beim Publikum bemerkbar. Egal ob bekannte Songs wie „Binary“, „Naked“ oder „Drive“, der Funke wollte nicht so recht überspringen und die Ränge wurden doch dezent leerer. Auch Spetsnaz konnten zu Beginn ihres Auftritts nur sehr langsam wieder einen Draht zum Publikum aufbauen. Sänger Pontus machte sich auch nicht gerade beliebter als er seine Jacke auszog und mit einem spanischen Fußballtrikot auf der Bühne stand. Er erntete dafür doch einige Pfiffe hinsichtlich der verlorenen Fußball-EM gegen Spanien. Musikalisch fuhren die beiden Schweden ein hartes EBM-Brett und so nach und nach kamen die Menschen wieder zurück ins Amphitheater um auf Songs wie „That Perfekt Body“ oder „Apathy“ richt abzutanzen.
Nun wurde es Zeit für einen ersten Höhepunkt des Tages: das Heimspiel von [:SITD:]. Carsten, Tom und Francesco enterten die Bühne und man sah nur noch schwarze Gestalten die Treppen des Amphitheaters hinunter stürzen um vor der Bühne Party zu feiern. Die Ränge waren voll und mangels ausreichenden Platzes vor der Bühne wichen viele Tänzer auf die Treppen aus. Die Fans fraßen [:SITD:] regelrecht aus der Hand, egal welchen Song das Trio anstimmte. „Stammheim“, „Lebensborn“, „Richtfest“ und natürlich „Snuff Machinery“ durften auf keinen Fall fehlen. Der Sound war super, wenn auch ab und an etwas verwehte, aber das ist bei Open Air Veranstaltungen mit Windböen leider mal nicht anders machbar. Aber davon ließ sich niemand beirren und so tanzte fast das komplette Publikum ausgelassen, auch auf den Rängen hielt es die Menschen kaum auf ihren 4-Buchstaben. Auch die drei gebürtigen Ruhrpottler hatten auf der Bühne mächtig Spaß und man konnte ihnen ansehen, dass sie die tobende Menge vor der Bühne die ihre Musik feierte richtig genossen. Hier war die Spielzeit von 50 Minuten definitiv viel zu kurz, die Zeit verflog nur so und ehe man sich`s versah war es auch schon wieder vorbei. Toller Auftritt des Trios.
Von einem Höhepunkt zum nächsten. The Crüxshadows sorgten dann erstmal für Unruhe bei der Security. Hatte sich diese die letzten 2 Tage eher gemütlich zurücklehnen können, da kaum Einsätze nötig waren bei so einem friedlichen Publikum mussten sie nun auf einmal mit einem rastlosen Sänger umgehen lernen. Rogue kam nicht auf normalem Weg zur Bühne, nein, er ging mittig durch das Publikum und sang dabei schon den ersten Song. Da wurden die Jungs doch etwas hektisch als er sich dem Fotograben näherte. Erst einmal auf der Bühne angekommen hielt es Rogue nicht lange dort aus. Immer wieder kletterte er auf die Absperrung zum Fotograben und hielt obligatorisch die Hände der Fans während er performte. Das war für die Ordner doch alles sehr ungewohnt, die sonst eigentlich anders herum agieren und Fans davon abhalten müssen die Barriere zur Bühne zu erklimmen. Doch diese Fannähe ist bei Crüxshadows einfach klasse und Rogue ließ es sich auch nicht nehmen während des laufenden Konzertes wieder ins Publikum zu springen und während des Songs mit einem Fan zu tanzen. Singen brauchte er eigentlich nicht wirklich. Alle Songs wie „Marilyn, My Bitterness“, „Deception“, „Winterborn“, „Birthday“ usw. wurden von Fans aus dem doch mittlerweile sehr gut gefüllten Zuschauerraum lauthals mitgesungen. Dadurch erhielt der Auftritt im Amphitheater seine besondere Note, denn genau diese Art von melancholischem Elektrowave ist für die Akustik dieser Location bestens geeignet. Einen super Job machte auch die neue Gitarristin Valerie Gentile, die die Gesamtshow eindeutig bereichert. Ständig in Bewegung war sie von einem Ende der Bühne zum anderen unterwegs und gab richtig Gas. Wieder einmal ein mitreißender Auftritt der Band aus dem sonnigen Florida.
Da wir es doch die ganze Zeit immer noch nicht geschafft hatten mal zu schauen, was die Händler alles so anboten, nahmen wir uns nun endlich die Zeit dazu. Es waren viele Stände vorhanden die von Schuhen über Kleidung und Zubehör bis hin zu Dekomaterial alles was das schwarze Herz begehrt, anboten. Die Preise waren durchwachsen, mal überteuert, mal sehr günstig. Was allerdings sehr positiv auffiel war, dass Megastores wie XtraX nicht vor Ort waren, dafür aber viele kleine Händler auch aus der näheren Umgebung. Auch dies passte zum familiären Ambiente des Festivals und so konnte man durchaus auch mal Sachen finden, die man beim Mera oder Amphi aufgrund der Massenware nicht findet. Natürlich durften auch die obligatorischen CD- und Schallplattenstände nicht fehlen bei denen sich das Stöbern eigentlich immer lohnt. Da wir Schandmaul jetzt eh verpasst hatten, genehmigten wir uns dann noch eine kleine Auszeit im Biergarten, wo wir dann freudestrahlend feststellen mussten, dass es auch wieder Pommes gab. Am späten Nachmittag ist dem Betreiber des Pommeswagens nämlich leider seine Ware ausgegangen, schlecht kalkuliert würde ich mal behaupten *g*.
Ausgeruht und satt machten wir uns dann wieder auf ins musikalische Leben um den Headliner des letzten Festivaltages zu genießen. Aufgrund einer Verzögerung durch Schandmaul kamen Lacrimosa 10 Minuten zu spät auf die Bühne und mussten ihren Set kürzen. Danke Schandmaul, habt ihr toll gemacht!!! Lacrimosa sind einfach eine Ausnahmeband und bewiesen dies wieder einmal mit einem souveränen Auftritt. Das Gelände rund um die Bühne war nun wirklich sehr gut gefüllt und als das Intro ertönte gab es für die Meisten kein Halten mehr. „Komet“ wurde sofort vom Publikum laut bejubelt und das folgende „Schakal“ sowie „Allein Zu Zweit“ brachte die Menge schon in Ekstase. Tilo nahm das Publikum vom ersten Moment an mit seiner charismatischen Ausstrahlung und Bühnenpräsenz gefangen und auch Anne war heute außerordentlich gut bei Stimme. Die Stimmung der Musik und Texte wurde von einer Videoshow im Hintergrund noch vertieft und so wurden wieder Emotionen ohne Ende frei gesetzt, Gänsehaut pur. Egal ob „Alles Lüge“, „Der Morgen Danach“, „Letzte Ausfahrt“ oder „Lichtgestalt“, jeder Song wurde euphorisch vom Publikum gefeiert. Als dann Tilo das Ende bekannt gab verließ kaum ein Zuschauer das Gelände, laute Rufe um Zugabe ließen einfach nicht nach. So setzten sich Lacrimosa einfach über das Curfew von 23 Uhr hinweg und gaben noch eine Zugabe, das obligatorische „Copycat“. Ich hoffe, dass dies kein Nachspiel von der Stadt Gelsenkirchen nach sich ziehen wird, war der Gig von Lacrimosa doch dadurch erst um 23.04 Uhr beendet. Es war einfach eine gelungene Show und der krönende Abschluss eines tollen Wochenendes.
Unser Fazit zu diesem neuen Festival ist durchweg positiv, uns ist wirklich nichts Negatives aufgefallen. Das Gelände ist einfach klasse, es gibt kein besseres. Die Organisation war prima, die Bandauswahl hervorragend und für uns ist klar: wir sind nächstes Jahr wieder mit dabei. Denn der neue Termin und zwei bestätigte Bands stehen schon: 27.06. und 28.06.2009 mit VNV Nation und ASP.

Weitere Fotos des Blackfield Festivals findet Ihr bei den Fotogalerien.
Susanne Soer / Holger Fey - Pics: Susanne Soer / Holger Fey


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