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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BLACKFIELD FE ....

BLACKFIELD FESTIVAL 2008, 04.07.2008 – 06.07.2008, Tag 2
Amphi-Theater, Gelsenkirchen

05.07.08
Der zweite Tag des Blackfield Festivals begann mit Sonnenschein pur. Der Griff zur Sonnenmilch war an diesem Tag bei vielen Besuchern des Gelsenkirchener Amphitheaters Pflicht. Um sich zusätzlich vor der Sonne zu schützen saßen viele Fans mit Schirmen bewaffnet auf den Rängen. Diese Menschen wussten noch nicht wie glücklich sie sich wegen gerade dieses Schirmes schätzen durften, sollte doch ausgerechnet beim Headliner ein Regenguss die Stimmung etwas einschränken. Aber nicht so weit nach Vorne blicken. Nachdem wir schon beim Betreten des Geländes von einer kleinen Panne mit Stromausfall hörten, die die Band Iris dazu nutzte ihren Set zum Teil akustisch vorzutragen, lief der Fahrplan aber reibungslos weiter.
Für uns begann der Tag mit Solar Fake. Pünktlich stand Sven Friedrich erneut auf der Bühne um sein neustes Projekt zu präsentieren. Der Platz vor der Bühne war gut gefüllt, wobei es leider jedoch den Anschein machte, dass viele einfach auch nur Schatten suchten. Denn so richtig Stimmung wollte noch nicht aufkommen und nur ein geringer Teil des Publikums bewegte sich rhythmisch zur Musik. Das Bild auf der Bühne war auch recht ungewohnt. Sven, der bei seinen anderen beiden Projekten Zeraphine oder auch wie gestern mit Dreadful Shadows immer eine Begleitband mit auf der Bühne hat, musste nun den gesamten Raum mit seinem Live-Keyboarder alleine ausfüllen. Doch dies stellte für den Routinier kein Problem dar und so bot er sein noch nicht so umfangreiches Material vom Debütalbum „Broken Grid“ dar. Die einzigartige Stimme und Ausstrahlung des Sängers machte auch diesen Auftritt zu einer runden Sache, Songs wie „Hiding Memories From The Sun“, „Stigmata Rain“ oder das Radiohead-Cover „Creep“ wurden vom Publikum gut aufgenommen und als die momentane Single „The Shield“ ertönte sah man doch schon einige tanzende Menschen mehr im Publikum. Vor dem Auftritt war es zu einem Problem mit einem der Geräte gekommen, so dass der Song „Lies“ etwas abgeändert werden musste, was diesem aber keinen Abbruch tat und so beendeten Solar Fake ihren Auftritt souverän und mit Sicherheit mit einigen neuen Fans im Gepäck.
Um 14.50 Uhr wurde es dann Zeit für Diorama die Bühne am Kanal zu betreten. Die Ränge hatten sich nun doch trotz der Sonne gut gefüllt und heftiger Jubel brandete auf, als Torben Wendt und seine Musiker den Gig mit dem Song „Advance“ begannen. Gitarrist Sash Fiddler war meinem Redakteurskollegen aufgrund seines Motorhead England T-Shirts direkt sympathisch, er stellte sich nur die Frage: warum muss ausgerechnet der einen Rock tragen? Sash und Torben nutzten die komplette Bühne voll aus und waren ständig in Bewegung und spätestens bei „Erase Me“ war ein Großteil des Publikums ebenfalls in Bewegung. Es folgten weitere treibende, tanzbare Songs wie „Kein Mord“, „The Girls“ oder auch „Synthesize Me“ bevor mit „Why“ der letzte Song einer erstklassigen Darbietung verklang. Diorama haben mit diesem Auftritt wieder einmal bewiesen, dass sie ohne Probleme in der Lage sind eine große Menge mit ihren Songs zu begeistern.
Schlagartig wurde es dann wieder leerer im Amphitheater. Grund hierfür war, dass sich viele lieber bei den Händlern umsehen wollten, lieber schön die Sonne im Biergarten genießen oder einfach im angrenzenden Park spazieren gehen wollten bevor sie sich die nun anstehende Band Nothern Lite ansahen. Verübeln kann man es ihnen wirklich nicht, denn aufregend war die Performance der Band nicht. Der Alternativ-Sound passte nicht so recht ins Billing des Festivals und auch schienen die vier Musiker nicht sonderlich viel Lust an ihrem Auftritt zu haben, sehr emotionslos, fast wie einfach nur ein Runterspielen der Songs. Somit nahmen auch wir die Gelegenheit beim Schopf und gingen was trinken.
Danach wurden die Klänge wieder ein wenig härter. Dass ein Auftritt auch anders geht zeigte dann die nachfolgende Band Catastrophe Ballet. Allen voran Sänger Eric Burton sah man den Spaß an der Liveperformance regelrecht an obwohl sie schon alte Hasen im Geschäft sind und auf unzählige Auftritte zurückblicken können. Mit ihrem Gothic-Industrial-Rock/Metal irgendwas mischten sie die Menge gehörig auf. Obwohl man doch in einige rätselnde Gesichter blickte denen die Musik wohl doch zu heavy war, sammelte sich vor der Bühne eine ordentliche Fangemeinde der Band an. Los ging es mit „House Of Hate“, „M-Other“ und „Consequently Inconsequential“. Eric würzte den Auftritt immer wieder mit ein paar witzigen Ansagen, so kündigte er „Eyelid“ als Song an, wo man versucht hatte wie Ministry zu klingen, es aber nicht geklappt hat. Nach „Love Is Dead“ enterte dann ein Gastsänger die Bühne, der niemand geringeres als Oswald Henke von Goethes Erben war. Oswald verlieh dem Song „Licht“ ein neues Gewand mit seinem Sprechgesang, was diesem aber gut zu Gesicht stand. Weitere Highlights des Gigs waren „Nothing“ und „Garden Of Decay“. Als Eric dann seine Ansage mit den Worten begann, dass er eigentlich gedacht hatte, dass man ihn für den nächsten Song ewig hassen würde und er nicht gedacht hätte ihn heute noch live zu spielen, war auch der letzte Goth wach und rockte zu „21st Century Boy“ einem Cover von Sigue Sigue Sputnik ab. Einfach geiler Gig, tolle Songauswahl und eine Band die das Spielen nicht verlernt hat.
Nun ging es mit dem krassesten Gegensatz der folgen konnte weiter. Ronan Harris von VNV Nation präsentierte sein Soloprojekt Modcom bei dem die Musik auf dem Liveeinsatz von antiquierten analogen Synthesizern und Sequenzen basiert, die live modifiziert und gemischt werden. Die Musik zeichnete sich durch ihre absolute Tanzbarkeit aus, was das Publikum vor der Bühne dann auch gerne tat. Allerdings muss ich sagen, dass es für mich keine Musik für ein Konzert bzw. Festival ist, da auf der Bühne recht wenig passiert und so doch schnell Langeweile aufkommt. Zum Tanzen gehe ich dann doch lieber in einen Club und Ronan schaue ich mir dann doch lieber als sich ständig bewegenden Frontmann, der sein Publikum mit in den Gig einbezieht, bei VNV an, als hinter der Klappe eines Apple-Notebooks.
Wo wir schon bei krassen Gegensätzen sind folgte schon der Nächste mit Samsas Traum. Die Österreicher waren mit Abstand die musikalisch härteste Band des Festivals. Der schon in den Black Metal reichende Sound war wiederum nicht massenkompatibel. Doch das scherte die Truppe um Sänger Alexander Kaschte herzlich wenig. Ziehe ich den Vergleich zum Auftritt beim letztjährigen Amphi-Festival war es schwer vorstellbar ein und dieselbe Band vor mir zu sehen. Die Songauswahl war fast ausschließlich nur auf schnelles und brachiales Geknüppel ausgerichtet. Alte Songs vermisste man gänzlich, man intonierte vornehmlich das aktuelle Album „Heiliges Herz“. Eigentlich hätte die Truppe Pfingsten beim RockHard Festival auf der Bühne am Kanal stehen sollen und nicht beim Blackfield, denn dann wären die 10 Headbanger in der Menge nicht wirklich aufgefallen. Für mich persönlich war es eine nette Abwechslung auf diesem Festival, wobei die gängige Meinung des Publikums doch eher eine andere war.
Da auch wir mal was Essen mussten verzichteten wir auf Subway To Sally, die wir in den letzten Jahren schon oft genug sehen mussten, und begutachteten das Angebot auf der Fressmeile. Von Pizza über Backfisch, Döner und Grillfleisch, Pommes und Crepes war eigentlich die Grundversorgung vorhanden. O. k. es hätte ein bisschen mehr sein können, aber das liegt zum Großteil in der Hand des Geländebetreibers und ist bei jeder Veranstaltung im Amphitheater Gelsenkirchen gleich und somit ist den Blackfieldverantwortlichen kein Vorwurf zu machen. Die Preise waren für ein Festival noch recht human, verhungern musste also niemand. Schön war, dass man fast immer einen Platz im Biergarten ergattern konnte um sich auch mal zum gemütlichen Plausch mit Bekannten niederzulassen oder einfach Menschen die mit am Tisch saßen neu kennen zu lernen. So verging die Zeit wie im Flug und fast hätten wir den Beginn des Samstags-Headliners verpasst, hätten nicht die ganzen Mittelalterfans das Gelände verlassen.
Was soll man zu den Veteranen von Nitzer Ebb noch großartig schreiben? Douglas McCarthy beherrschte vom ersten Song an das Publikum, marschierte konstant über die Bühne, stand kaum still und brachte die Stimmung der tanzwütigen Menge vor der Bühne regelrecht zum überkochen. Bon Harris, Douglas McCarthy und Jason Payne boten als Urväter des EBM eine Best Of Show ihres Schaffens aller erster Sahne. Songs wie „Getting Closer“, „Let Your Body Learn“, „Shame“ oder „Blood Money“ sind halt ein Garant für eine gelungene Show. Leider setzte bei diesem Gig leichter Regen ein und trübte doch die ausgelassene Stimmung etwas, da sich doch einige auf den Weg ins Trockene machten. Alle anderen verharrten eisern vor der Bühne und auf den Rängen und tanzten bis zum letzten Takt der stampfenden Beats. Leider war auch am Samstag wieder um 23 Uhr alles vorbei durch das von der Stadt Gelsenkirchen vorgeschriebene Curfew. Nitzer Ebb nutzten aber die komplette Spielzeit und wurden dem Headlinerstatus mehr als gerecht. Danach zog es viele Festivalbesucher ins Partyzelt, wo u. a. VNV Nation als DJs das tanzwütige Volk noch bis in die frühen Morgenstunden begeisterten.

Susanne Soer / Holger Fey - Pics: Susanne Soer / Holger Fey


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