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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BLOODFLOWERZ

BLOODFLOWERZ
Wahre Leidenschaft und eine frische Brise Emo-Metal
Das neugegründete süddeutsche Label Silverdust hat - neben End Of Green - gleich zu Beginn mit den Bloodflowerz einen weiteren heißen, einheimischen Newcomer auf der Veröffentlichungsliste, was für einen guten und zielsicheren Geschmack spricht, denn deren famoses Debüt "Diabolic Angel" bringt mit einer packenden, zeitgemäßen Melange aus klischeefreiem Metal, Alternative und dezent poppigem Goth-Appeal einen herrlich frischen Wind in die Szene. Meinen Fragen stellten sich in sehr auskunftsfreudiger Art und Weise dann gleich drei Bandmitglieder: Sängerin Kirsten sowie die männlichen Blutblumen Tim und Jojo.
Beginnen wir mit Eurer Historie...
>> Kirsten: Eigentlich dürfte unsere ´Story´ vielen MusikerInnen ziemlich bekannt vorkommen. Wir wuchsen - bis auf Jojo - alle in der selben Kleinstadt auf und verbrachten unsere Jugend hauptsächlich im Proberaum. Für uns war es eine lange und vielfältige Entwicklung, die mit etlichen Bands und Projekten, Höhen und Träumen, Tiefen und Frustrationen begann, sich durch unser Leben wälzte, uns weitertrieb und sich irgendwann - der musikalischen Schönheit und Erfüllung wegen - verselbständigte und uns wachsen ließ. Ich für meinen Teil setzte mich hinter ein Schlagzeug und fing an mit Freundinnen wirklich unerträglichen Krach zu veranstalten. Später gründete ich am Bass mit ein paar Jungs eine neue ´Emocore´-Band. Dani spielte Gitarre in einer Deutschpunkrock-Combo, Tim und Markus lebten ihre metallischen Phantasien in einer Metalband aus. Jojo probierte mit etlichen Bands verschiedenste musikalische Phasen aus, prostituierte sich des öfteren als Gastmusiker und mit der Noisecoreband Malm geht er uns nach wie vor manchmal fremd. 1995 fanden Daniel, Tim und ich zusammen und spielten jahrelang in einer Band namens Airfresh, zu der sich später auch Markus gesellte. Wir hatten auch schon ein fertig produziertes Album, doch diverse Widrigkeiten mit der damaligen Plattenfirma verhinderten die Veröffentlichung. Anfang 2001 fanden wir uns an einer Kreuzung wieder, an der wir uns dazu entschieden eine neue Richtung einzuschlagen, mit der Vergangenheit abzuschließen. Durch Zufall lernten wir Jojo, der ja ein ganzes Stück entfernt wohnt, kennen und es hat gemeinsam ganz gut funktioniert. So gründeten wir Bloodflowerz. <<
Gibt es eigentlich einen speziellen Grund für die ungewöhnliche Schreibweise des Bandnamens?
>> Tim: Wir wollten damit erreichen, dass diejenigen, die ihn zum ersten Mal ausgeschrieben sehen, länger hinschauen. Wir hätten ihn auch ganz regulär schreiben können, dass wäre aber langweilig gewesen! Wir wollten uns diese künstlerische Freiheit einfach nehmen und bisher hat es noch immer den Effekt erzielt, den wir uns erhofft haben, auch wenn deswegen schon einige wirklich lustige Reaktionen zurückkamen.
Kirsten: Oft ist der wahre Sinn erst beim zweiten Hinschauen erkenn- und begreifbar. Die Menschen brauchen immer "Futter" - etwas mit dem sie sich auseinandersetzen können, sich aufregen oder daran erfreuen.
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Bei der Einschätzung ihres eigenen Sounds bringt man Musiker dann mal wieder bewusst in Schwierigkeiten...:)
>> Tim: Die meistgehasste Frage für jeden Musiker. Da wir uns aber bewusst sind, dass es für eine unbekannte Band mitunter recht wichtig sein kann, wenn Sie einzuordnen ist, würde ich sagen: Metal-Gitarre trifft auf sehr emotionalen Frauengesang mit ordentlich Dampf, oder mit einfachen Worten - ,it emotionally kicks ass!!!´
Kirsten: Jeder legt beim Hören von Musik andere Maßstäbe an und favorisiert verschiedene Dinge, hebt andere Elemente vor. Wir benutzen ganz bewusst verschiedene Elemente, um all´ die Stimmungen ausdrücken zu können, die uns bewegen. In einem selbstgeschaffenen, stilistischen Gefängnis gibt es keinen Raum für das Ausleben deiner explodierenden Träume und Gefühle. "Emo-Metal" wäre doch nicht schlecht.
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Stimmt, aber auch nicht wirklich aussagekräftig, denn nahezu jeder Musiker gibt ja an, persönliche Emotionen in Songs zu verpacken, auch wenn man es bei etlichen nicht wirklich heraushört. Wie sieht´s denn hinsichtlich musikalischer Vorlieben und Inspirationen bei Euch aus?
>> Tim: Auch hier sind unsere Geschmäcker mitunter sehr unterschiedlich. Die Inspiration kommt bei jedem auf andere Weise, dass hängt einfach von der Situation ab. Bei mir funktioniert es zum Beispiel sehr gut beim Autofahren - aber frag´ mich bitte nicht warum! Beeinflusst hat mich persönlich über die mittlerweile doch schon einigen Jahre des aktiven und passiven Musikgenusses so mancherlei. Das reicht von den poppigen Achtzigern
(mit Formel Eins Hitparade), die ich als kleiner Junge mitbekommen habe, über das fast komplette Metalprogramm der Neunziger, über Jazz, Funk und Experimental-Musik, bis zu allem, was heute so rauskommt. Wenn ich jetzt die persönlich prägendsten Einflüsse bandtechnisch gesehen aufzählen müsste, würden wahrscheinlich Sachen wie Slayer, Metallica, Death, Sacred Reich oder aber auch Spliff, The Police, Queen, Incognito sowie von den neueren Sachen auf jeden Fall Deftones, Sevendust und System Of A Down dazugehören. Bei weiterem Nachdenken fielen mir garantiert noch diverse andere Bands ein, die mich in irgendeiner Form bewusst oder unbewusst beeinflusst haben. Über so was kann man ja nächtelang ins Schwärmen kommen.
Kirsten: Wir sind alle "Kinder der 80er", von der harten bis zur soften Seite, und tragen diese Elemente, die uns geprägt haben in uns und in die Musik. Musik, die einen über eine wichtige Zeit begleitet hat, streut immer ihre Samen in uns aus, und in Kombination mit unseren Erlebnissen und Erfahrungen wächst daraus unser Selbst. Ich persönlich bin mit The Cure, The Clash, Alien Sex Fiend, Sisters Of Mercy und 7 Seconds groß geworden. Bloodflowerz bedeutete für mich die Herausforderung Härte mit schönen Melodien zu kombinieren, und das ohne in die typische Gothicmetal- oder Crossover-Sparte zu verfallen. Die Musik, die Melodien sind das Sprachrohr unserer Seelen und so finde ich meine Inspirationen und Ideen in meinen Gefühlen und Gedanken, musikalisch wie auch lyrisch.
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Lyrics, ein gutes Stichwort, das mich immer brennend interessiert.
>> Kirsten: Die Texte schreibe alle ich, was auch sehr wichtig ist, denn mit dem Gesang und den Melodien werden diese Gefühle vertont und bekommen die Atmosphäre, die sie brauchen. Die Texte beschäftigen sich mit Liebe und Angst, Schmerz und Hass, Sehnsucht und Verzweiflung, Leidenschaft und Trauer, eben mit all´ den Farben, den Wellen und Stürmen, die sich im tiefen Ozean unseres Lebens vereinen. Es sind die scheinbaren Gegensätze, die in uns einen ewigen Kampf ausfechten, und mit deren Vereinigung wir erst eins und ganz werden. Es ist die Konfrontation mit allen Perspektiven und Seiten des Seins, durch die wir uns kennen lernen und definieren. Die Texte und ihre Melodien sind die Bilder unserer Seele. Indem ich diese Bilder sprechen lasse, ermögliche ich mir und vielleicht auch anderen Menschen den Prozess Erlebnisse, Gefühle und Situationen zu verarbeiten, sich über Dinge bewusst und dabei mit sich selbst und anderen konfrontiert zu werden. <<
Ein ganz anderes, eher profanes Thema: wo und mit wem habt Ihr "Diabolic Angel" eigentlich produziert?
>> Tim: Aufgenommen wurde das gute Stück im ´t.o.s. Studio´ in Eutendorf von Roger Grüninger. Das sagt jetzt erst mal gar niemandem etwas, schätze ich. Roger ist der Gitarrist von ,Die Allergie´ und hat eben auch ein kleines, aber sehr feines Studio in besagtem Eutendorf, das eigentlich direkt bei Schwäbisch Hall liegt, wo wir ja herkommen. Das liegt so richtig in der Pampa, hat aber den Vorteil, dass man beim Aufnehmen nicht groß auf dumme Gedanken kommt und sich auf das Wesentliche besinnt. "Diabolic Angel" haben wir im Spätsommer 2001 eingespielt. Wir hatten die Chance uns viel Zeit zu lassen, was wir auch genutzt haben, weil uns allen das künstlerische, wie auch klangliche Resultat sehr wichtig war und es keinen Schnellschuss geben sollte. Gemastert wurde dann im Church Mastering, das liegt in der Nähe von Bayreuth, von Uli Friedel. Der hat dann auch noch mal so richtig die Feinheiten rausgekitzelt.
Kirsten: Die Songs entstanden alle im Laufe des letzten Jahres. Bei vielen hatten wir die Chance sie auch live zu "testen". Es ist ein nie endender Prozess, wenn die Songs dann aufgenommen sind, daran geschliffen und gearbeitet wurde, ist es immer auch eine Art Momentaufnahme, eine Phase, die sich aber stetig weiterentwickelt. Wir haben natürlich auch das Glück in Roger einen sehr fähigen Musiker, Mischer und Produzenten gefunden zu haben und wussten sofort, dass er unsere Musik versteht und weiß was wir rüberbringen wollen. Die Plattenfirma gab uns alle Freiheiten bei unserer Musik und den Songs, und wir konnten uns voll und ganz darauf konzentrieren alle Stimmungen und Visionen einzubringen. Roger war für die Zeit im Studio unser sechstes Bandmitglied, er drängte uns nichts auf, sondern gab uns - falls nötig - Anregungen, Ideen und Inspiration, denn im Studio ergibt sich noch mal ein ganz besonderer Prozess hinsichtlich der Songs. Es bieten sich viele Möglichkeiten und durch die intensive Beschäftigung mit ´Kleinigkeiten´ findet sich immer die eine oder andere Sache, die sich an einem Song verbessern lässt, und er gab uns all seine Energie und Inspiration, denn er lebte und lebt die Musik mit uns und hat den Gesamteindruck von "Diabolic Angel" auf jeden Fall zum Teil beeinflusst, wofür wir ihm dankbar sind. Es war eine sehr homogene und freundschaftliche Zusammenarbeit und wir sind sehr glücklich über das, was da nun aus unseren Anlagen schallt.
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Auf die Reaktionen zum Debüt wartet man im Bloodflowerz-Bandlager mit einer großen Portion Neugier.
>> Tim: Wir sind natürlich sehr gespannt, was noch so an Reaktionen kommt. Bis jetzt sind wir schon mehr als zufrieden, denn die bisherigen Kommentare sind fast ausschließlich positiv. Das baut einen natürlich unheimlich auf.
Kirsten: Eine Band ist in gewisser Weise immer von den Reaktionen abhängig, wenn sie das Ziel hat mit ihrer Musik Menschen zu erreichen und ihnen etwas zu geben. Wir hoffen natürlich, dass die Zahl derer, die die Musik und die Texte mögen hoch ist, doch wir sind uns durchaus bewusst, dass nicht alle eine Meinung und einen Geschmack teilen, was aber auch nie unser Ziel war. Wir versuchen unsere Stimmungen, Gefühle und Leidenschaften umzusetzen. Wir schenken sie der Welt, und jeder hat die Freiheit sie zu teilen. Liebt uns oder hasst uns, was wir wollen ist was wir geben: wahre Leidenschaft.
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Ihr arbeitet seit neuestem mit der etablierten und sehr erfolgreichen Booking-Agentur Extratours (u.a. Subway To Sally) zusammen, was Euch vermutlich etliche Gigs bescheren wird. Wie seid Ihr an diese begehrte Firma geraten?
>> Tim: Der erste Kontakt wurde über unsere Plattenfirma Silverdust aufgenommen. Die Leute von Silverdust veranstalten ja auch das Summerbreeze-Open-Air und hatten deshalb schon des öfteren Kontakt zu Extratours. Die haben uns dann mal zwei, drei Shows gebucht um zu sehen, ob wir auch livetauglich sind. Offensichtlich hat es sie überzeugt.
Jojo: Letztlich hat den Ausschlag gegeben, dass Extratours unsere Musik sehr mögen und sie an uns glauben. Das ist eine perfekte Ausgangposition für eine gute Zusammenarbeit.
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Wird es mit der Agentur-Unterstützung eine zusammenhängende Tour geben oder doch eher massive Einzelshows?
>> Tim: Extratours machen da einen ausgezeichneten Job, denn sowohl die Supporttour für Subway To Sally im April als auch etliche Einzelshows, z.B. beim Mera-Luna-Festival, haben wir über sie bekommen. Wenn es so weitergeht, wird noch einiges auf uns und Euch zukommen. Wir sind unheimlich heiß drauf live zu spielen, denn Gigs sind für uns das A und O, also mit Abstand das Wichtigste. Nirgendwo sonst haben wir eine größere Chance Menschen für uns und unsere Musik zu gewinnen. <<
Wie würdet Ihr die Leute verbal davon überzeugen einen Eurer Gigs zu besuchen? Was erwartet die Fans bei einer Show von Euch?
>> Tim: Kick-Ass! Sehr schöne Melodien und voll auf die Zwölf in einem. Wir rocken und schwitzen!!!!
Jojo: Wir setzten unsere Platte ziemlich genau um und ergänzen das Programm immer wieder mal mit etwas Neuem. Die Fans erwartet eine Band, die alles gibt. Kirsten verbreitet obendrein eine tolle Atmosphäre.
Kirsten: Auf der Bühne zu stehen und zu spielen ist der Höhepunkt des Musizierens. Auf der Bühne tauchst du in eine unglaubliche Welt ein und lebst nur noch für die Emotionen, für die Melodien und den Rhythmus. Du wirst eins mit der Musik, den überschäumenden Gefühlen und dem Publikum. Wir leben für diese Augenblicke und in ihnen. Live entfaltet die Musik ihre ganz besondere Dynamik. So wird es live immer einzigartig sein, vielleicht etwas roher, aber dafür ganz direkt und pur. Wir tauchen in die Musik ein und leben mit jedem Millimeter unseres Körpers und unserer Seele die Stimmungen, versuchen so das Publikum mitzureißen und ihnen etwas Besonderes zu geben - jedem einzelnen.
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Die Pläne und Ziele für die nächsten Monate sind bei den Jungs und ihrer Frontfrau auch schon festgelegt.
>> Tim: Wie gesagt, erst mal die Tour und etliche Festivals über den ganzen Sommer. Dann natürlich auch schon wieder neue Songs schreiben, weil wir bereits jetzt Unmengen an Rohmaterial zur Verfügung haben, das bearbeitet werden will.
Jojo: Wir haben ein gemeinsames Ziel, Bloodflowerz weiterzubringen, und immer weiter!!!
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Das wäre ein schönes Schlusswort, aber vielleicht gibt es ja etwas, was Ihr schon immer einmal loswerden wolltet? Und jetzt dürft Ihr es...:)
>> Tim: Das Leben ist schön! Denn habt Ihr euch schon mal überlegt, dass auch Britney Spears nun endlich, nachdem sie fünf Jahre lang achtzehn war, älter geworden ist? Ganz hoch anrechnen musste man ihr aber, dass sie keine unzüchtigen Sachen macht und immer noch Jungfrau ist, obwohl mir Markus gerade gesteckt hat, dass Sie sich mittlerweile mit unkeuschen Gedanken abgibt.
Kirsten: Genießt Euer Leben, seid mutig und rebellisch, achtsam und sensibel und lebt eure Träume. Na ja, und glaubt nicht alles, was euch erzählt wird. Danke natürlich an alle, die diesen Weg für uns möglich gemacht haben!
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http://www.bloodflowerz.de
Christoph Lücker


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