Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'J' :: JESUS ON EXTA ....

JESUS ON EXTASY
Sündenfall
Vor knapp einem Monat haben die Industrial Rocker von Jesus on Extasy ihre Fans mit dem zweiten Silberling „Beloved Enemy“ beglückt. Um nichts ungeklärt zu lassen, plaudert Sänger Dorian hier über die Tatsache, dass ich Vorurteile in mir trage (tja, wenn in Bayern halt noch Erdkunde-Bücher von 19-und-da-war-ich-noch-nicht-auf-der-Welt in der Schule verwendet werden, muss ich mich halt doch für meine Unkenntnisse entschuldigen), über Veränderungen in der heutigen Musikszene und über das neue Album.
Seit dem 2. Mai steht „Beloved Enemy“ nun in den Läden! Erst mal Gratulation zum zweiten Album! Die Veröffentlichung kommt ja relativ schnell, „Holy Beauty“ ist immerhin auch erst ein knappes Jahr alt! Wie hattet ihr überhaupt Zeit, neue Songs zu schreiben? Ihr seid sicher auch getourt, habt das Debüt vorgestellt!?

>> Das war eigentlich kein Problem, Songs können ja auch im Tourbus entstehen, eigentlich überall. Was wirklich nervig sein kann... Stell dir vor du sitzt im Auto und hast plötzlich eine Songidee, dann musst du die Melodie oder den Text in den Handy singen und hoffst, dass du nicht dabei geblitzt wirst. Na ja, aber wie gesagt, genug Material für ein Album zu bekommen, war nicht die Schwierigkeit. <<

Zum Anfang gleich ´ne 0815-Frage: Wie ist es zur Gründung von Jesus on Extasy gekommen? Könntet ihr eine kurze Übersicht über eure Vorgeschichte abgeben, für einen Noch-Nicht-Fan, der sich auf der Seite hier verirren könnte!?

>> Chai und ich hatten bereits vor Jesus on Extasy mal eine Band zusammen, was aber darin endete, dass wir ziemlich zerstritten waren. Und ein halbes Jahr später haben wir uns auf dem „Bochum Total Festival“ gedacht „Hey, was die da auf der Bühne können, können wir auch“. Wir haben es dann einfach noch mal versucht, es klappte und Jesus on Extasy waren geboren. Das war 2005. <<

Wie seid ihr eigentlich auf den Namen Jesus on Extasy gekommen, der ist ja ziemlich verrückt...

>> Da muss ich mich schuldig bekennen. Eigentlich war der Name nur ein Partyspass, aber einer mit tieferer Bedeutung. Es wurden so viele Kriege im Namen der Religion geführt, man könnte meinen Jesus sei auf einem Drogentrip. <<

Wie würdet ihr das Thema von „Beloved Enemy“ kurz zusammenfassen? Wer ist euer „geliebter Feind“?

>> Der geliebte Feind die Musikindustrie. Das ist das verlogenste Business, dass du dir vorstellen kannst, aber trotzdem würden wir nie etwas anderes machen wollen. Es ist wie in einer Beziehung, eine Art Hassliebe. <<

Manche behaupten ja, ihr wollt provozieren und führen dafür u.a. auch in „Change The World“ das Textzitat „Oh, Blood Of Christ, It Tastes So Fine“ an. In dem Lied geht es anscheinend um einen Priester, Waffen und Frauen... Stimmt das mit dem Provozieren? Oder ist es eher ein Kritisieren? Um was geht es in dem Song?

>> Provokation ist ein gutes Stilmittel, um erst mal gehört zu werden. Du brauchst erst mal die Aufmerksamkeit der Leute, dann kannst du anfangen, anfangen, ihnen etwas zu erzählen. In „Change the world“ beschreibt jemand einfach nur, was er in seinem Leben gesehen hat und kommt zu der Feststellung, dass nichts die Welt jemals ändern wird. <<

Ihr scheint ja dem Musikbiz und der Welt, wie sie heute ist, relativ feindlich gegenüber zu stehen... oder was ist eure Inspirationsquelle?

>> Na ja, der Welt feindlich gegenüber zu stehen wäre vielleicht zu hart. Die ganze Welt ist ja auch nicht schlecht. Eher die Menschen darin. Das ist tatsächlich die Inspirationsquelle: Das tägliche Leben, Nachrichten, etc. <<

In „Falling“ wird erst mal bis acht gezählt, bevors richtig losgeht. Ist das eine Hommage an Rammsteins „Sonne“ oder Oomph´s „Augen auf“? Mich hat es fast etwas irritiert, da die restlichen Texte ja alle auf Englisch sind! Der Song ist aber cool!

>> Nein, eher keine Hommage. Eigentlich haben wir dabei nichtmall an Rammstein oder Oomph gedacht. Eigentlich war das ein Spaß im Studio, und fanden das auf der Aufnahme aber irgendwie cool. Darum haben wir das einfach so gelassen. <<

Es heißt ja, ihr wollt das Genre Industrial Rock revolutionieren. Hat euch das nur die Presse in den Mund gelegt oder ist das wirklich so? Immerhin, das ist ein ziemlich hochgestecktes Ziel! Big Boy hatten das glaub ich auch mal vor...

>> Wir lassen uns von der Presse nichts in den Mund legen. Das war von Anfang an unser Ziel, und wird es auch bleiben. Big Boy hatten das nie vor, die sind eher Glam. <<
Inwieweit würdet ihr die heutige Musikszene verändern wollen?

>> Ich glaube, die heutige Musikszene muss einfach mal akzeptieren, dass wir im Jahr 2008 leben. Nicht jeder geht mehr in den Laden, und kauft CDs, viele laden Alben aus dem Internet herunter, meistens illegal. Ich habe ja neulich erst noch einen Blog zu dem Thema gepostet, in dem es darum geht, dass Musik den Leuten nicht mehr wirklich soviel wert ist, dass sie in den Laden gehen und einen Tonträger kaufen, um das „Gesamtkunstwerk“ zu geniessen. Statt dessen landet unser Album weit vor Veröffentlichung im Netz, und wird von den Fans heruntergeladen. Klar, verstehe ich ja auch, man ist ja neugierig... Ich finde Trent Reznors Weg ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das Musikbusiness zu verändern. Da Bands, egal welcher Größenordnung, ihr Geld nur noch mit Liveshows machen, hat er den Fans sein letztes Album geschenkt. Dafür muss man natürlich die entsprechende Fanbase haben, und die wiederum kriegt man hauptsächlich durch Liveshows. Das ist es, worum sich heutzutage alles dreht. Scheiss auf Viva und MTV, scheiss auf Radio – das garantiert dir nur kurzen Erfolg, aber eine gute Liveshow wollen die Leute immer sehen. Und bringen beim nächsten Mal noch ihre Freunde mit. <<

...Und die Welt???

>> Der Zug ist lange abgefahren. <<

Wie seid ihr eigentlich so in die Gothic-Szene gerutscht? Irgendein bestimmtes Schlüsselerlebnis oder wart ihr quasi schon immer „schwarz wie die Nacht“?

>> Na ja, ich weiss nicht, ob ich da der richtige bin, um die Frage zu beantworten. Ich wollte mich nie auf eine bestimmte Szene festlegen, das war mir immer zu eindimensional. Ich bin ebenso oft in schwarzen Clubs anzutreffen, wie in Rockclubs, oder ganz normalen Clubs, manchmal auch in Cocktailbars, auf Vernissagen, etc. Ich habe viele Freunde in unterschiedlichen Szenen und mir macht diese Vielfältigkeit enorm viel Spass. <<

Um bei schwarz zu bleiben: Wie würdest du deine Kindheit beschreiben? Ihr kommt ja aus dem Ruhrgebiet, da denke ich an eine ziemlich triste Landschaft mit dem ganzen Kohleabbau...?

>> Ich wusste gar nicht, dass es im Jahr 2008 immer noch die gleichen Vorurteile gibt, wie damals in den 80ern. Zum einen: Kohleabbau ist tot. Immer mehr Zechen schliessen, und die Zahl der Auszubildenden in diesem Sektor sinkt ebenfalls drastisch. Das Ruhrgebiet ist mittlerweile sogar sehr grün. Ich bin hier aufgewachsen, und klar gibt es auch Ecken, wo man sich denkt „Oh man ist das hässlich hier“, aber solche Gedanken habe ich auch, wenn ich durch Berlin, München oder Hamburg laufe. Das Ruhrgebiet ist ja nicht umsonst 2010 Kulturhauptstadt... Tja, meine Kindheit. Ich bin aufgewachsen in einer Kleinstadt im Ruhrgebiet. Und jetzt bin ich Musiker. Meine Kindheit ist noch nicht vorbei... <<

Wie war dein musikalischer Werdegang? Hast du irgendwelche Lieblingsbands oder bestimmte Einflüsse?

>> Ich habe seit meinem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht, dazu bringe ich mir gerade Gitarre und Bass bei. Mich haben seit jeher alle möglichen Bands beeinflusst. Seit ich ein Kind bin, ist Queen eine meiner All-Time-Favorites. Aus der Klassik mag ich Beethoven, Chopin und Liszt sehr gern. Irgendwann habe ich dann Industrial für mich entdeckt, NIN, KMFDM, Skinny Puppy, Orgy, all die guten alten Bands. <<

Stellt doch mal euren neuen Kollegen vor! Immerhin seid ihr von einem Quartett zu einem Quintett angewachsen! Für was ist BJ zuständig? Woher könnte er dem einen oder anderen bekannt sein?

>> BJ ist unser Drummer und sorgt dafür, dass immer genug Takt da ist. <<

Zu „Stay With Me” gibt´s auch ein nettes Video. Wie waren die Dreharbeiten? Wie ist das, wenn man als Musiker plötzlich vor der Kamera steht?

>> „Stay With Me“ ist ja bereits unser drittes Video, so richtig ungewohnt war das mit der Kamera nur bei „Alone“, beim ersten Video. Da geht man noch nicht so richtig aus sich raus und ist schüchtern. Mittlerweile machen die Videodrehs immer sehr viel Spass, vor allem, weil die Produzenten zu unserem Freundeskreis gehören. Da vergeht so ein Drehtag, oder Wochenende wie im Flug. <<

Um zum Ende zu kommen: Drei „Sünden“, denen man als Rockstar am ehesten erliegt!

>> Muss ich jetzt sowas wie „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ antworten? Ist zwar klischeehaft, stimmt aber für viele Musiker. Die drei Sünden wären in meinem Fall andere, aber wenn ich euch die verraten würde, dürfte das Interview nicht veröffentlicht werden. <<

Dankeschön für die Antworten! Ich wünsch euch auch weiterhin viel Erfolg mit „Beloved Enemy“!
http://www.myspace.com/jesusonextasy
Katharina Bauer


[ Zurück zum Index: 'J' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler