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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ATROCITY

ATROCITY
Vokuhila und Spandex
„Was hörst du den da für ein sch...schreckliches Zeug? Das hätte es bei uns nicht gegeben! Zu unserer Zeit, das war noch richtige Musik!!!“
Den Satz dürfte sicher schon jeder von seinen Eltern gehört haben, und das war wahrscheinlich vor zwanzig Jahren genauso wie heute. Nun, eins stimmt schon: die Musik der 80er hatte wirklich was an sich... Und damit die Ü40er alte Zeiten wieder aufleben lassen können und die „Jungen“ einen Eindruck von den super Hits der damaligen Zeit bekommen, legen Atrocity nun „Werk 80 II“ vor!
Zu diesem Anlass ließ Gitarrist Tosso geduldig die eine oder andere Frage zur Scheibe, zu seiner Jugend und zur Live-Tätigkeit von Atrocity über sich ergehen...
Seit einem Monat steht „Werk 80 II“ nun in den Läden. Sind die Reaktionen wieder so positiv ausgefallen wie bei der ersten Scheibe?

Tosso: >> Ich würde sagen, die Reaktionen haben die Erwartungen deutlich übertroffen. Das Feedback der Presse zur neuen Scheibe ist sehr gut, wir haben international viel Titelstories in Magazinen bekommen. Zudem ist die Scheibe gleich von Null auf Platz 19 der deutschen Album-Charts eingeschlagen und hält sich dort seit Wochen. Auch in Österreich ist die Platte in den Albumcharts gelandet. Zudem tut sich im Moment auch in den Clubs etwas. Die „Werk 80“-Platte rotiert ordentlich in den deutschen DJ-Kanzeln. Alles in allem könnten die Reaktionen kaum besser sein. Wir sind sehr zufrieden, sowohl mit dem Resultat der Scheibe als auch mit dem Feedback. <<

Auch wenn du die Frage schon hundertmal gehört hast: Was hat euch dazu bewegt, Songs aus den 80ern aufzunehmen und ihnen ein neues Gewand zu verpassen?

Tosso: >> Ich erinnere mich an eine Konzertreise nach Stockholm 1996, wo Alex und ich als Gastmusiker bei der Show von Das Ich dabei waren. Auf der langen Fahrt hörten wir jede Menge Klassiker aus der Darkwave-Synthie-Ecke und bemerkten, dass wir viele der Stücke richtig geil fanden. Das war eigentlich ein wichtiger Startimpuls, eine solche Scheibe aufzunehmen. Wir hatten damals dann eher Mühe bei so vielen möglichen Song-Kandidaten gemeinsam diejenigen für die Platte auszusuchen. Wir wollten die Stärken der Originale beibehalten, ihnen lediglich etwas mehr Schmackes und Power verleihen, sie in unseren Sound und unser Art der Musik einkleiden. Zu Beginn und kurz vor dem Release der Platte waren die Meinungen zu dieser Platte bei vielen Leuten recht skeptisch. Es war jedenfalls völlig unklar, ob die Platte ein Erfolg werden würde. Musikerkollegen von anderen Bands sprachen gar vom Ende der Band und "wer denn diese Scheiße anhören soll“ (lacht). Mit dem Release der Scheibe änderte sich das alles aber grundlegend. <<

Wie seid ihr bei der Auswahl der neuen „Werk 80 II“ – Songs vorgegangen? Habt ihr einfach eure Lieblinge genommen, oder seid ihr auch auf die Vorschläge von Fans und Journalisten eingegangen? Immerhin gibt es so viele geniale Songs aus dieser Zeit, da wären zehn CDs nicht genug!

Tosso: >> Wir haben uns diesmal zuerst auf einen Pool von etwa zwanzig Songs geeinigt. Nachdem wir angefangen haben unsere eigenen Versionen dieser Songs zu entwickeln, wurde schnell klar welche elf bzw. zwölf Songs auf dem Album enthalten sein würden. Wie bei der ersten Platte haben wieder alle ein paar ihrer Lieblingssongs ausgewählt. Ein paar der Songs standen schon bei der Auswahl zur ersten Werk Platte hoch im Kurs, wie etwa „Fade To Grey“ oder auch „Relax“ und wir sind happy, dass wir diese Songs nun doch noch covern konnten. <<

Um gleich beim Thema zu bleiben J : Ist auch irgendwann ein „Werk 80 III“ in Planung?

Tosso: >> (Lacht) Im Moment ist daran aufgrund der vielen anderen Pläne noch nicht zu denken. Aber man soll ja nie "nie" sagen. Wer weiß, in zehn Jahren dann vielleicht wieder (lacht). <<

Was verbindest du mit den 80ern? Mein Dad zum Beispiel schwärmt heute noch von der Rockmusik der damaligen Zeit!

Tosso: >> Vokuhila und Spandex hatte ich zumindest nie am Start. Aber die 80er Jahre waren natürlich die Zeit meiner Jugend, und seit meinem 12. Lebensjahr war diese Zeit eindeutig von Heavy Metal bestimmt. Damals gab es auf der Schule halt die große Fraktion der sogenannten "Popper" (lacht) und als Heavy Metal-Kid war man da dann schon ein Außenseiter. Es war die aufregende Zeit der ersten Konzertbesuche... mein erstes Heavy Metal-Konzert war 1986 Motörhead und King Diamond... das sind natürlich unvergessliche Erlebnisse. Zudem war natürlich in den 80er Jahren auch die beängstigende Atmosphäre des kalten Kriegs zwischen den Supermächten deutlich zu spüren. Ein Song wie "Keine Heimat", geschrieben aus der Sicht der Berliner Band Ideal, greift dies sehr eindrucksvoll auf. <<

Was waren deine größten Ideale oder deine absoluten Lieblingsbands zu dieser Zeit? Wer hat dich besonders beeinflusst, selbst eine Band zu gründen?

Tosso: >> Ich war schon immer von Gitarren fasziniert, wollte seit meinem dritten Lebensjahr eine und bekam sie dann endlich im Alter von sechs Jahren. Im Alter von elf bekam ich meine erste E-Gitarre, die ich anfangs noch über ein altes Radio verstärkte (lacht). In meiner Kindheit faszinierte mich vor allem Chuck Berry, dann waren es Van Halen, Whitesnake, Iron Maiden, Judas Priest und dann schon bald Metallica, Slayer und Megadeth. Die 80er Jahre Popmusik war für mich wie eine Parallelwelt, da für mich Heavy Metal im Mittelpunkt stand. Das Versprechen des Heavy Metal war für mich als junger Teenager viel aufregender und größer als die der Popmusik. Dennoch gefielen mir auch damals schon Sachen wie „Fade To Grey“ oder „People Are People“. <<

Was vermisst du heutzutage an der Musik, im Vergleich zu 1980?

Tosso: >> In den 80ern gab es einige Popbands mit einer sehr dunklen und aggressiven Ausstrahlung und Haltung, also Eigenschaften, die man heute lediglich in der Metal- oder Gothicszene findet. Bands wie Frankie goes to Hollywood, Human League, Depeche Mode oder D.A.F. vermisse ich sehr schmerzlich in der heutigen Popszene. <<
Und was findest du besser?

Tosso: >> Es gibt mittlerweile eine riesige Bandbreite an Musik, aus der der Hörer auswählen kann, zugegeben bürgt das allein natürlich nicht für Qualität. Gut finde ich auch, dass engstirniges limitiertes Denken in der Musik etwas zurückgegangen ist und der Wert von handgemachter Musik wieder mehr anerkannt zu werden scheint. <<

Was, würdest du sagen, hat sich insgesamt negativ verändert?

Tosso: >> Als Musiker zu überleben ist deutlich schwieriger geworden. Wenn ich mich mit Musikern unterhalte, die schon in den 80ern ihre Brötchen verdient haben, wird dies mehr als deutlich. Die Zeit der Naivität und des Musikerlebens, das nur aus Drogen und Mädels besteht ist für fast alle Bands vorbei (lacht) ... Ausnahmen bestätigen die Regel. Man kann einfach aus CD-Verkäufen nicht mehr soviel Geld verdienen, was andererseits den Live- und Merchandise-Sektor umso wichtiger macht. <<

Was sagen die ursprünglichen Sänger dieser Songs dazu, zum Beispiel Depeche Mode, deren „People Are People“ ihr ja auch gecovert habt!? Habt ihr auch schon Feedback von dieser Seite bekommen?

Tosso: >> Real Life aus Australien fanden unsere Version von "Send Me An Angel" z.B. sehr geil. Mich würde interessieren, was ein David Bowie zu unserer Laibach-artigen Version von "Lets Dance" sagen würde (lacht). Von den Depeche Mode haben wir leider noch kein Feedback bekommen, wäre natürlich interessant. <<

Wie seid ihr auf Dita von Teese als Covermodel gekommen? Hat es ohne weiteres geklappt, sie dazu zu überreden?

Tosso: >> Alex kennt einen Photographen, der mit Dita schon einige Shootings gemacht hat. Er hat ihm von dem Album-Konzept erzählt, und so kam der Stein ins Rollen. Dita war von Anfang an unser Wunschmodel. Sie hat genau die glamouröse und klassische Ausstrahlung sowie Grazie, die wir uns für das“ Werk 80 I“- Artwork gewünscht haben. Außerdem ist sie im Fetisch-Bereich eine absolute Ikone! Durch das düstere Coverartwork mit dem zum Fetischclub umfunktionierten Opernsaal ist die optische Umsetzung der musikalischen Ausrichtung von“ Werk 80 I“I mit mehr symphonischen Bombast optimal umgesetzt. Die Idee war ja quasi „The Darkside of Werk 80“ aufzunehmen! <<

Ihr seid jetzt seit über zwanzig Jahren mit von der Partie. Was waren eure bisher schrägsten Bühnenerlebnisse?

Tosso: >> Erst jetzt vor kurzem mussten wir notgedrungen ein Konzert in Mexiko absagen, weil zum einen die Vorortsituation mit Bühne und Strom sehr unsicher waren, zum anderen die Kollegen von Clan of Xymox ein Verhalten an den Tag legten, das mehr als schräg war (siehe dazu auch eine ausführliche Stellungnahme auf unserer Homepage unter der Sparte "News)". Zudem haben wir auf unsere letzten USA-Tour in einem Laden gespielt, der halb Musikclub, halb Stripclub war. Während unseres Sets flog dann auch noch eine Fledermaus durch die Menge... das war wie in Tarantinos "From Dusk ´til Dawn", hehe...sehr freakig. <<

Und was die schlimmsten?

Tosso: >> Das ist recht einfach. Zum einen 1998 mit Atrocity beim Wacken Open Air zu sein und dort durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse nicht spielen zu können. Zum anderen ein Bus-Crash 2005 auf unserer ersten USA-Tour, den wir nur mit viel Glück unbeschädigt überstanden haben. <<

Mit welcher Supportband hattet ihr auf Tour oder on Stage bis jetzt am meisten Spaß?

Tosso: >> Wir hatten so viele Bands schon mit auf Tour dabei wie Crematory, Theatre of Tragedy, In Flames, Haggard, Pain, Battlelore, Elis, Samsas Traum und hatten eigentlich mit allen viel Spaß zusammen. Am exzessivsten war sicherlich die 1995er Tour mit Crematory, (lacht) ... eine richtige Rock´n´ Roll Tour mit allem Zubehör. Aber auch an viele andere Touren habe ich sehr schöne Erinnerungen, die ich nicht missen möchte. <<

Zum Schluss: was waren deine/eure drei schlimmsten Lausbubenstreiche? Oder habt ihr immer schön brav die Schulbank gedrückt? ;-)

Tosso: >> Also, ich konnte früher schon ganz ordentlich Stimmen imitieren und hab ganz gerne die Eltern von Schulkollegen angerufen und mich als Lehrer ausgegeben, und auch mal zum Spaß, um den Deutschlehrer zu ärgern, eine Bücherverbrennung der ätzenden Deutscharbeitsbücher auf dem Schulhof in die Wege geleitet. Ansonsten hielt es sich bei mir aber einigermaßen im Rahmen. Ich glaube, zu der Thematik wär mein Kollege Alex sicher der kompetentere Ansprechpartner (lacht). <<

Vielen Dank für das Interview! Ich wünsch euch viel Erfolg mit „Werk 80 II“ und genügend Energie für ein nächstes „Werk 80“!
http://www.atrocity.de
Kathi Bauer


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