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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DENIAL FIEND

DENIAL FIEND
Der Horror geht weiter!
Im musikalischen Untergrund finden sich nicht nur die Newcomer und No-Names, sondern auch Namen bei denen man sich sofort an großartige Bands vergangener Zeiten erinnert: momentan steht einer dieser Namen unangefochten an der Spitze: Kam Lee. Richtig derjenige, der mit Chuck Schuldiner seinerzeit MANTAS und DEATH gründete und damit einer nie zuvor erreichten Brutalität in der Musik einen Namen hab: Death Metal. Nach dem frühen Split der beiden entstanden MASSACRE, die mit ’From Beyond’ eines der ultimativen Alben dieses Genres schufen. MASSACRE wurden zu einer Legende und Kam Lee zum Vorbild von Myriaden von Growlern wie Napalm Death’s Barney. Anderthalb Jahrzehnte später entsteht mit DENIAL FIEND der legitime Nachfolger, der Ende letzten Jahres von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen mitsamt MASSACRE durch Europa tourte. Für alle Death Metaller ein Traum zumal die DENIAL FIEND Besetzung mit Namen wie Curt Beeson (NASTY SAVAGE), Terry Butler (DEATH) und SAM Williams (DOWN BY LAW) gespickt ist und das Debüt Album “They Rise“ alle Anzeichen eines potenziellen Klassikers trägt.
Doch zuerst noch einmal ein Blick zurück:

Die Auflösung von MASSACRE kam in Phasen. Ich hatte einfach die Schnauze voll von all den Lügen, die Rick Rozz währen unserer 1992er Europa Tournee verbreitete. Ich hatte keine Ahnung hatte, dass er der Urheber davon war. So traute ich niemandem mehr in der Band und Rick hatte mich schließlich davon überzeugt, dass Terry und Bill Merchandise Einnahmen von mehr als 4,500 $ gestohlen hatten. Bei der letzten Show in London verkündete ich meinen Ausstieg und nach weiteren sieben Stunden Flugzeit voller Lügen wollte ich einfach nur noch raus aus der Band. Ein Jahr später kontaktierte mich Rick, wegen des fürchterlichen ’ Promise’ Albums. Ich hatte eigentlich keine große Lust aber er köderte mich mitmit dem magischen Mittel: Geld. Also sagte ich schließlich zu, zumal die Songs schon geschrieben waren und ich einfach nur ins Studio kommen sollte, um sie einzusingen. Ich hasste die Songs schon während der Recording Sessions. Wir hatten heftige Streitereien wegen des Materials , da das einfach nicht MASSACRE war aber er bestand darauf, dass zu tun und noch während des Abmischens verließ ich die Band wieder. Rick konnte dieses Scheiß Album erst 1996 veröffentlichen. Da hatte ich schon längst andere Projekte. Ich arbeitete als Comic Zeichner, war aber einfach nicht gut genug und hatte einige Bands oder Projekte wie KAULDRON oder SHADOWS WITH KNIVES, was ich mit Sam gründete, die aber nie wirklich weit kamen. Erst Denial Fiend sind wieder eine echte Band.


Wie hat es sich denn angefühlt die alten Tracks wieder zu spielen?

Es war wie Fahrrad fahren du verlernst es einfach nicht. Und nach ein Paar Minuten ertappst du dich wie du Wheelies machst und über die Rampen hüpfst. Scheiße es hat einfach nur Spaß gemacht

Wie gehst du eigentlich damit um, dass Menschen in dir eine Legende sehen?

Ich liebe meine Fans aber ich sehe mich nicht so. Ich bin doch kein Roch Star der sich hinter der Bühne versteckt, sondern ich bin selbst Fan und mache meine Witze darüber. Gut einige Musiker könnten schon öfter sagen, dass ich ihr Idol bin - hahaha – Nein, ich hatte einfach das Glück mit Chuck zusammen das Genre populär zu machen. Gleichzeitig habe ich aber immer das Gefühl, dass mir etwas weggenommen wurde, denn Death Metal ist etwas geworden, was es aus unserer Sicht nicht sein sollte. Es war nicht dazu bestimmt, akzeptiert zu werden, Es sollte niemals ein Marketing tool oder ein Massenprodukt sein, genauso wenig wie Punk, aber es ist zu einem Label für die Medien verkommen. Die Kids, die dieses Interview lesen, können das bestimmt nicht verstehen. Für sie ist Death Metal etwas normales und können überhaupt nicht begreifen was wir dafür mitgemacht haben. Du und ich sind in einer Welt aufgewachsen, in der wir darum kämpften anders zu sein. Wir sagten zu jedem „Fuck Off!“, der sagte wir machten Lärm aber wir wollten auch nicht anerkannt sein. Für mich war das nicht nur Musik, sondern eine Art Lebenseinstellung. Für mich bedeutete das zum Beispiel die Liebe zu all den Dingen wie Horror und den Dingen, die besser im Verborgenen blieben. Heute, mit all der Technik insbesondere dem Internet gibt es nichts Verborgenes, nichts Geheimnisvolles mehr. Du kannst dir zu jeder Tageszeit, von jedem Ort der Welt die abartigsten Tierpornos oder die gewalttätigsten Filme anschauen. Du musst einfach nur drauf klicken. Das Leben hat sich in den letzten Jahren sehr verändert, aufregend aber auch sehr bedrückend.

Zurück zum normalen Leben: War diese Tour eine Art Support für Denial Fiend?

Ja klar, ich wollte MASSACRE’s Popularität nutzen, um auf DENIAL FIEND aufmerksam zu machen. Weißt du, ich bin natürlich stolz auf meine Vergangenheit aber mein Fokus ist ganz klar auf meine neue Band gerichtet. Mit MASSACRE müsste ich immer auf meine Vergangenheit achten, bei DENIAL FIEND können wir neue innovative Ideen benutzen und die Musikrichtung weiter nach vorne bringen. Diese Band hat für mich höchste Priorität, vielleicht werde MASSACRE noch mal für ein Paar Festivals reanimieren aber ansonsten gehört die Zukunft DENIAL FIEND. Wenn ihr also auf das nächste MASSACRE Album wartet: das kann eine määääääääächtig lange Zeit werden.

Schade eigentlich aber verständlich. Musikalisch kann man die beiden Bands, trotz einiger Ähnlichkeiten nicht miteinander verwechseln.

Ja, DENIAL FIEND sind eine Mischung aus all den Sachen mit denen wir aufgewachsen sind wie meinetwegen die Horrior Sachen wie SAMHAIN, MISSFITS , aber auch CELTIC FROST oder den alten Trash Bands. Das Image basiert auch auf den alten Horror Streifen der sechziger bis achtziger, die ich schon zusammen mit meinem Dad geschaut habe. Ich bin alt genug und habe Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und EVIL DEAD und PHANTASM in den Drive – in Kinos gesehen und wollte dieses Gefühl zurück in die Musik bringen. Bei ´THEY RISE´ geht es einzig um unsere Liebe zu den Zombie Movies wie NIGHT OF THE LIVING DEAD, DAWN OF THE DEAD, DAY OF THE DEAD, THE CRYPTS OF THE BLIND DEAD. Horror und Death Metal passen einfach gut zusammen und werden und wohl auch weiter begleiten.

Den Gremlin Gizmo mit auf die Bühne zu bringen passt da ins Bild.

Hahaha Ja! Gizmo ist absolut Metal! Gizmo ist das Chaos! Wenn etwas so niedliches zu einem gewalttätigem chaotischem Monster werden kann, der einen Haufen Wilder gebärt , dann ist das
echter Horror Metal!!!


Wenn man dir zuhört entdeckt man immer mehr eine Punk Attitude, korrekt?

Ja ich bin ein Punk. Ich wollte niemals einer von diesen Fake Arschlöchern von sogenannten Metalheads sein. Ich lasse das aber normalerweise nicht raushängen, wie diese ganzen Möchtegern Metaller, die ach so „true“ sind. Wegen meiner sehr offenen Art halten mich Menschen schon mal für ein Arschloch. Ich werde eigentlich auch nicht leicht wütend aber es gibt Sachen da bin ich sehr schnell auf hundertachtzig. Das hat glaub ich mit meiner Kindheit zu tun. Das ist mein asiatisches Feuer in mir, vielleicht liegt es daran dass wir so kleine „dicks“ haben HAHAHA! Nein ehrlich, wir scheinen alle wirklich schnell „angepisst“ zu sein. Nicht, dass ich herumsitze und nur darauf warte irgendjemand anpoöbeln zu können aber irgendwie scheint das bei uns drin zu stecken. Ich hab eine Menge über Bruce Lee gelesen und er war wohl genauso. Er war wahrscheinlich genau wie ich, bereit für das was er glaubt oder fühlt zu kämpfen. Wenn ich etwas glaube, dann verteidige ich das. Diese Einstellung sitzt tief in mir drin. Aber so ernst gehe ich eigentlich nur an die Business Seite heran. Auf der Bühne liebe ich meinen Spaß und mache dumme Witze. Das Leben ist schon so ernst genug. Das gilt natürlich auch für unsere Texte: Selbst wenn ich singe dass ich dir die Eingeweide herausreiße, versuche ich das witzig zu verpacken: " I took your liver - with a sliver - just to see if I could." (Rip you inside out). Das ist total krank aber auf eine Art auch lustig.
Hast du so etwas wie eine Vision für DENIAL FIEND?

Eine Zukunft in der wir den MASSACRE-Schatten abwerfen können, in der wir trotz unserer alten Bands als eine eigenständige Einheit verstanden werden. Wir sind keine „Allstar- band“ sondern wir versuchen mit unseren alten Erfahrungen etwas neues entstehen zu lassen: ein Subgenre in einem Subgenre Hahaha: Alter Death Metal, Horror Punk und alte Metal Einflüsse, werden gemixt und zu unserem eigenen Stil: ´ HORROR METAL´!!

Wieso dann die Idee, den DEATH / MANTAS Klassiker ’Legions Of Doom’ noch einmal aufzunehmen?

Einfach nur für mich selbst. ’Legions Of Doom’ war einer der ersten Death Metal Songs, der jemals geschrieben wurde. Als Chuck und ich 1983 diesen Song komponierten waren wir gerade mal so um die vierzehn Jahre alt Er basierte textlich lose auf dem Film „The Evil Dead“ aber der Titel kam von einer Cartoonserie namens „The Superfriends“. Für uns markierte ’Legions Of Doom’ so etwas wie das Ende der Unschuld. Heute sind vierzehnjährige Kids jedem Dreck wie Pornos und Live-Autopsien online ausgesetzt. Der Track ist sehr einfach aber geil, Chuck hat das Riff sogar auf dem „Spirtial Healing" Album noch einmal benutzt. Ich wollte auch noch einmal zurückgehen und diesem Track neues Leben einhauchen. Ich habe die Lyrics etwas abgeändert, um der Originalidee näher zu kommen und ich habe sogar ein Paar Riffs geändert, an Stellen an denen der Song etwas mehr „Füllung“ brauchte. Diese Version soll die alte nicht ersetzen, das kann sie auch gar nicht, aber die Kids heute, die das noch niemals zuvor gehört haben, sollen einen Geschmack davon bekommen wie der Sound und Richtung des Death Metal Wurzeln klangen. Falls sie diesen Song mögen, wollen sie vielleicht mehr über den Ursprung ihrer heutigen Musik erfahren.

Klingt als wär also nichts dran an den Gerüchten, dass ihr einander gehasst habt.

Scheiße wir waren vierzehn und haben uns um ein Mädchen bzw.irgend eine Schlampe geprügelt, die Chuck wollte , ich aber bekommen habe. Aber lange vor Chucks Tod hatte ich meinen Frieden mit Chuck gemacht. Nein, was immer auch unser angebliches Problem war, die schwachsinnige Medien Gerüchteküche, die Chuck und ich immer hassten, hat es hoch gekocht. Wie Chuck immer sagte: „Glaube an die Musik, nicht an die Gerüchte!”.

Gibt es denn irgendetwas was du bereust?

Musikalisch nicht. Aber ansonsten würde ich mich vor mir selber warnen. Zum Beispiel hätte ich mit einigen Frauen besser keinen Sex gehabt. Zum Beispiel mit denen, die mir ein ungewolltes Kind oder mir irgendwelche Geschlechtskrankheiten angehängt haben. Ich liebe die Frauen und vor allem den Sex einfach viel zu sehr. Außerdem sind diese Scheißsachen immer unter Alkoholeinfluss passiert. Damals bin ich neben irgendwelchen Stadtbekannten Schlampen aufgewacht, mittlerweile habe ich den Alkohol und auch das Dope aufgegeben. Glücklicherweise habe ich mir dabei nie H.I.V oder andere ernste Sachen geholt. Ich bin mittlerweile seit dreizehn Jahren mit einer echt sexy Frau zusammen. Aber in der Vergangenheit hätte ich mir so einiges sparen sollen.

Apropos sparen: warum habt denn ein Label das hierzulande weitgehend unbekannt ist und über keinen Vertriebspartner verfügt?

Wir sind zu Ibexmoon gegangen, weil John Mceentee uns verstanden hat. Er mochte das Material und versuchte nicht uns mit irgendwelchen „guten Ideen“ für die Band hereinzureden. Stattdessen war er offen für uns und DENIAL FIEND. Was den Vertrieb angeht, versucht er gerade in Europa Partner zu finden. Also los , meldet euch!“

Was steht denn konkret als nächstes an?

Wir werden erst mal wieder in den USA auf Tour gehen, wo ’They Rise’ bisher sehr gut angekommen ist. Eventuell schaffen wir es auch noch diesen Sommer nach Europa zurück, um ein Paar Festivals zu spielen, um DENIAL FIEND weiter zu pushen Ach ja: I want to bring the HORROR OF IT ALL to the world!!!!!!
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Sven Bernhardt


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