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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BAHNTIER

BAHNTIER
Elektro made in Italy
Sefano Rosello, seines Zeiches Forntmann des Elektro-Projekts "Bahntier" zählt zu den doch eher innovativen Musikern der Szene, die immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen sind. Schon seit längerem ist nunmehr das dritte Album "Blindoom" auf dem Markt und leider war es uns erst jetzt möglich aufgrund von verschiedenen terminlichen Schwierigkeiten auf beiden Seiten, miteinander zu sprechen. Hier sind dann die Ergebnisse des Gesprächs...
Als erstes, für die Leser die Bahntier noch nicht so gut kennen erzähl uns ein wenig über deine Anfänge und die Geschichte von Bahntier.

>> Bahntier ist ein Projekt das als ich anfing Musik zu machen als eine Art “Ambient-Experiment” gegründet wurde. Später startete ich Versuche diesen Sound mit Schlagzeug und Gesangselementen zu kombinieren und so war dann das offizielle Projekt Bahntier geboren.<<

Ich mag den innovativen Sound von Bahntier, weil man in den Songs immer wieder etwas Neues entdecken kann. Das neue Album “Blindoom” klingt etwas fragiler, feiner als die früheren Veröffentlichungen. Kannst Du uns etwas über das Schreiben und den Aufnahme-Prozess von Blindoom erzählen?

>> Die Vorgänger “Randome” und “Revulsive” waren atmosphärisch mehr introvertiert und geschlossen. Charakteristisch war der direkte, heftige Sound. Bei Blindoom habe ich versucht diesen direkten Sound in mehr als eine Richtung zu erweitern, indem ich z. B. Pianos und E-Gitarren benutzte, aber dabei nie den Kernaspekt der Songs außer acht ließ. Was mich wirklich interessierte war die Kommunikation mit “dem Hörer” der Musik und wie diese Bindung funktioniert, da es ja mehr eine unbewusste Verbindung ist als die echter Bekanntschaft.. Man könnte aus einem gewissen Aspekt heraus behaupten diese Verbindung sei ebenso schwer zu trennen wie reale, zwischenmenschliche Beziehungen. Es ist schön wenn man das in Hinterkopf haben kann. Wenn man ein Stück schreibt kann man dabei an einen imaginären Hörer denken der nur in deinem Kopf existiert. Du kannst alles mit ihm machen, du kannst ihn angreifen, schocken, aufrütteln und er ist immer da und hört dir still zu.<<

Wenn man sich das Line-up von Bahntier über die Jahre ansieht dann gibt es außer deiner Person keine Konstanten. War das eine bewusste Entscheidung um immer “frisches Blut” in die Band zu bringen? Ober bist du jetzt an dem Punkt wo du sagen kannst, daß das Line-up für die Zukunft gefunden ist?

>> Es ist schon seltsam. Das Ganze startete ja als “Ein-Mann-Projekt”. Aber während der letzten Alben habe ich eine gute Truppe für die Arbeit im Studio und für’s Komponieren gefunden. Ich bin ja offen, wenn ich eine gute Atmosphäre zum arbeiten finde. (lacht)<<
Für Blindoom hast du mit Justin Bennett gearbeitet, den ich einfach erstaunlich finde. Manche Leser kennen ihn vielleicht als Live-Schlagzeuger von Skinny Puppy. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und werdet ihr weiter zusammenarbeiten, auch live?

>> Wir haben uns das erste Mal in Bologna getroffen nachdem Justin die Tour mit Skinny Puppy beendet hatte. Als wir uns trafen merkten wir sofort das wir viel gemeinsam haben und so war es nicht schwer ihn dazu zu bringen am neuen Album mitzuarbeiten. Er ist sehr bescheiden und unglaublich talentiert. Nach den Schlagzeug-Aufnahmen machte er den Vorschlag das Album selbst zu produzieren. Es war eine schöne Erfahrung für uns alle und jetzt brennen wir darauf die neuen Stücke live zu präsentieren. Wir hatten das Glück Justin auf unserem Weg zu treffen und er ist jetzt ein Teil der Band. Er reichte uns eine helfende Hand während der Produktion und seine Erfahrungen mit bedeutenden Figuren wie Skinny Puppy, Pigface, Rozz Williams und Peter Murphy haben dem Album einen Touch gegeben den wir beim Schreiben nicht erwartet hatten. Das gibt uns den Ansporn neue Wege zu probieren für die wir uns nun bereit fühlen.<<

Ich denke bei Blindoom geht es um Blindheit. Aber was für eine Art von Blindheit? Die allgemeine Blindheit der Menschen für die politischen Vorgänge in unserer Zeit, oder ist doch mehr eine persönliche Art von Blindheit das Thema?

>> Der Titel des Albums ist Blindoom und natürlich geht es um Blindheit. Das Scenario des Albums erinnert ein wenig an 1984 von George Orwell oder an Fahrenheit 451. Die Blindheit wird verursacht durch die Informationen die man bekommt und die bei allen gleich sind. So sind die Menschen ahnungslos und ihnen wird ein klarer, unbeeinflusster Blick auf die Dinge verwehrt. Das Cover zeigt das Scenario recht deutlich wie ich finde.<<

Es ist ja schon was Besonderes heutzutage harte, elektronische Musik zu machen die sich abseits von Hellectro und anderen Trends bewegt. War das eine bewusste Entscheidung oder ein normal “gewachsener” Prozess?

>> Ich will einfach nicht Teil einer “Mode Bewegung” oder irgend etwas in der Art sein. Es ist eine schwierige Zeit im Musik-Geschäft. Die großen Labels wollen einfach nur sicheres Geld verdienen. Für mich ist es nur wichtig meine Musik zu machen, weil es das ist was mich glücklich macht.<<

Was denkst du über die Entwicklung in der Elektro-Szene heute. Ich meine es gibt so viele Bands und Projekte die einfach austauschbar klingen. Ist das ein Prozess der von den Labels diktiert wird?

>> Ich weiß das bei vielen Bands einfach das Herzblut fehlt. Viele machen Musik um am Ende des Monats Geld zu bekommen und das finde ich sehr bedauerlich. Im Moment gibt es eine große Unsicherheit über die Richtungen in die sich der Industrial im weitesten Sinne entwickelt. Ich hoffe das nach eine Welle wie Punk schnell kommt. Das würde alles mal ordentlich durchrütteln sodas wir alle wieder ein bischen Punk in uns selbst spüren könnten.<<
Heutzutage gibt es eine große Lethargie die um sich greift weil die Menschen denken sie könnten nichts ändern in ihrem Leben oder den globalen Strukturen die wir haben. Was denkst du, ist es Zeit aufzuwachen?

>> Das ist wahr. Wir sind alle gefangen in diesem System, wir müssen nur aufwachen und verstehen wie die Situation ist und wie viele Lügen und falsche Versprechungen man uns auftischt.<<

Du hast mit Eric van Wonterghem als Detune-X zusammengearbeitet und er hat das Mixing für Blindoom übernommen. Wie kam es zu der Entscheidung zusammen was zu machen?

>> Nachdem wir recht gute Freunde sind ist Eric ein phantastischer Künstler und Komponist. Es lag einfach nahe was mit ihm zu machen. Mit jemandem der so großen Einfluß auf die Entwicklung des Industrial hatte und hat arbeitet man immer gern. Ich treffe viele Künstler die Interesse an einer Zusammenarbeit haben. Eric hab ich z. B. auf diversen Festivals (Schlagstrom/Berlin, Decadence/Italien) getroffen. Nach diesen Treffen war uns klar das eine Zusammenarbeit großes Potential haben könnte. Also sind wir ins Studio gegangen. (Lacht) <<

Ist es so wie es auf den ersten Blick scheint, das die Szene in Italien kleiner, mehr wie echter Underground ist als in Deutschland?

>> Ja die Szene ist kleiner, aber dafür echter. In Deutschland habe ich oft das Gefühl das damit nur Geld verdient wird. Die Szene in Italien ist authentischer, glaubwürdiger.<<

Ich habe dich leider noch nie live gesehen. Also wann kann man dich in Deutschland sehen?

>> Wir haben gerade im November einige Gigs in Deutschland gehabt. Aber wir wollen eine Tour für das nächste Album organisieren. Schaut einfach ab und zu auf unsere Webside.<<

Hast du noch andere Hobbies denen du gern mehr Zeit widmen würdest?

>> Ich drehe gern kleine Filme, aber da bin ich wirklich noch ein Anfänger. Ich schaue einfach zu gerne Filme glaube ich. (Lacht)<<

Als Letztes, lass’ uns einen Blick nach vorn werfen. Was können wir von Bahntier noch erwarten?

>> Wir stehen grad am Anfang der Aufnahmen für das nächste Album. Da wir aber gern Zeit haben kann ich noch nicht sagen wann es erscheinen wird. Ach ja, demnächst erscheint das erste Album eines neuen Projekts von Justin Bennett und mir namens Ketvector. Das Ganze wird im Februar erscheinen.<<

Ein letzter Kommentar für die Fans?

>> Wir werden laut geboren und laut leben wir! (Lacht)<<
http://www.bahntier.com / http://www.myspace.com/bahntier
Ingo Bordewick


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