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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DAYS OF DOOM ....

DAYS OF DOOM FESTIVAL, 24.11.2007, Dortmund - FZW
Dortmund - FZW

24.11.2007
MIRROR OF DECEPTION
ISOLE
DOOMSHINE
TORTURED SPIRIT

Wenn an einem Samstagabend in Dortmund zumindest eine kleine Ersatzdroge fürs im kommenden Jahr ins Wasser fallende Doom Shall Rise ansteht, dann lässt sich die kleine, aber eingeschworene Doom-Gemeinde nicht zweimal bitten und füllte so das kleine, aber feine FZW recht beachtlich. Natürlich waren einige vom DSR bekannte Gesichter unter den Anwesenden, so dass recht bald angeregte Diskussionen unter der Trauergemeinde entstanden und Mirror of Deception-Gitarrist Jochen, Mitorganisator des DSR, von einigen Seiten zu hören bekam, wie schade es doch ist, dass man nächstes Jahr auf sein Lieblingsfestival wird verzichten müssen.

Und was man genau vermissen wird, dass führte einem dieser Abend dankenswerterweise ohrenscheinlich vor Augen. Zunächst mühten sich Tortured Spirit mit ihrem basisch rockenden Old School-Doom in der Schnittmenge von Pentagram, Obsessed oder neueren Überzeugungstätern wie Burning Saviours redlich, die erwartungsfrohen Doomster in Wallung zu bringen. Allerdings hatten die Dülmener mit zunehmender Spieldauer einen schweren Stand, denn so recht wollte ihr spielerisch durchwachsener Vortrag nicht zünden. Da auch die gesanglichen Qualitäten von Reverend Oddy nicht eben für einen Ohrenschmaus sorgten, lichteten sich die Reihen nach und das Publikum wandte sich dem reichhaltigen Bierangebot an der Theke zu.

Ganz anders das Bild bei DOOMSHINE. Frontmann Timmy Holz erwies sich von der ersten Sekunde als (nicht zu) redseliger Entertainer mit mächtig Spaß inne Backen. Da die Schwaben nun also aufgrund der Tatsache, dass Die Ärzte an diesem Tag in Stuttgart spielten, in Dortmund auf der Bühne standen, kam man in den Genuss solcher Power Doom-Perlen wie „Shine on Sad Angel,“ „Light a Candle for Me“ oder dem Hit „Where Nothing Hurts But Solitude“ vom nun schon drei Jahre alten Erstling „Thy Kingdoom Come.“ Aber auch mit neuem Material geizte die Band nicht, und man darf wahrlich von äußerst hungrig machenden Appetizern auf das hoffentlich im Frühjahr erscheinende neue Album sprechen. Insgesamt agierte die Band sehr spielfreudig und engagiert und kommunizierte dank Timmy vorbildlich mit dem Publikum – was auch schnell Früchte tragen sollte, denn in die Haare der ersten Reihen kam mächtig Bewegung und nach dem Gig machte sich mehr als nur dezenter Höflichkeitsapplaus breit. Man darf gar von gepflegter Begeisterung sprechen – klasse Gig einer sympathischen Combo, die man gerne öfter auf derlei Veranstaltungen sehen würde.
ISOLE waren vor ihrem Gig merklich nervös. Erst zum zweiten Mal stand man in diesem Jahr auf der Bühne, und mit neuem Plattenvertrag im Rücken wächst der Druck auf die Band. Dies merkte man ihr im Verlauf des Gigs auch an, denn zunächst konzentrierten sich die Vier darauf, ihre Songs tight ins Publikum zu schmettern. Was das bei Göttergaben wie „The Watcher,“ „Deceiver“ oder dem überirdischen „Demon Green“ alleine schon bedeutet, dürften Kenner der Songs erahnen. So jubelte die Meute den eigens für diesen Gig angereisten Schweden auch artig zu, und mit zunehmender Spielzeit taute insbesondere Gitarrist Crister auf und warf sich mehrfach mächtig in Pose. Der eigentliche Frontmann Bryntse „beschränkte“ sich auf seinen einwandfreien gesanglichen Vortrag und sein traumhaftes Gitarrenspiel, das insbesondere im vorgestellten neuen Song “By Blood” vom im Januar erscheinenden Album „Bliss of Solitude,“ der die Bathory-Einflüsse der Schweden nach außen kehrt und dementsprechend episch aus den Boxen quoll, zur Geltung kam. Einigen Anwesenden stieß sauer auf, das man einige Songs, so etwa das lange „Beyond the Black“, umarrangiert und gekürzt hatte, was aber wohl daran lag, dass man möglichst viele Songs spielen wollte. Insgesamt ein starker Gig, der nur ein wenig impulsiver hätte ausfallen können. Schade auch, dass die Zugabe-Rufe nicht erhört wurden, da das Repertoire nicht mehr hergab.

MIRROR OF DECEPTION konnten nach diesen beiden freudig aufgenommenen Gigs die Stimmung nicht ganz halten. Wirklich verständlich war dies nicht, denn die Schwaben boten eine mitnichten enttäuschende Vorstellung (lediglich die gelegentlich eingesetzten Vocals von Drummer Jochen lagen mal wieder mächtig neben der Spur…). Frontmann Siffi war gut bei Stimme und frohgelaunt, Jochen ließ wie immer seine beeindruckende Matte rotieren, bis der Schweiß durchs Auditorium flog, und Songs wie „Asylum,“ „Ship of Fools“ oder „Weiss“ gehen immer wieder runter wie schwedisches Öl. Vielleicht war der „Unorthdodox Doom Metal“ der Schwaben einigen Herrschaften zu wenig eingängig, weiß der Geier. Ein harter Kern ließ es sich jedenfalls nicht nehmen, vor der Bühne noch mal die letzten Reserven zu mobilisieren und auch einer DER deutschen Szene-Institutionen den ihr gebührenden Respekt zu zollen. Guter Gig, keine Frage.

Fazit: So sah das FZW an diesem Abend eine rundum gelungene Veranstaltung, der hoffentlich weitere in ähnlichem Stile folgen werden.
Patrick Müller - Pics: Band-Websites


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