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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CONCEPT OF GO ....

CONCEPT OF GOD
Und immer lockt die Solitude
Lange acht Jahre nachdem Steve Moseley das Projekt initiierte erscheint nun das Debüt von Concept Of God. Da sich in deren Line-up drei aktuelle (Sänger Rob Lowe, Gitarrist Moseley sowie Bassist James Martin) und ein ehemaliges (Schlagzeuger John „Wolf“ Covington) Mitglied(er) von Solitude Aeturnus befinden, mögen sich viele Fans allerdings wundern, dass das Album erst jetzt und gerade jetzt erscheint, zu einer Zeit, da die texanische Doom-Institution mit „Alone“ ein allseits beachtetes Comeback gefeiert hat. Da ein Großteil der Songs auf „Visions“ bei aller Klasse zudem nicht allzu weit von Solitudes einzigartiger Power Doom-Vision entfernt ist, fühlten wir uns befleißigt, dem Kopf des Projekts ein wenig auf den Zahn zu fühlen und ihn nach dem Grund der Verzögerung zu befragen. Moseley stand bereitwillig und ausführlich Rede und Antwort, und so kam es zu folgendem Interview, dass sich zu beinahe gleichen Teilen seiner Hauptband Solitude Aeturnus widmet.
Hi Steve, schön, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Du hast mit der Ausnahme von „Unspoken“, an dem Rob mitgearbeitet hat, sämtliches Material für „Visions“ geschrieben. Mit welchen Zielen hast Du das Projekt Concept Of God ins Leben gerufen? Wolltest Du Material veröffentlichen, das nicht recht zu Solitude Aeturnus passte oder es nicht auf „Adagio“ geschafft hat?

>> Ich ging an das Songwriting für „Visions“ unter anderem mit der Intention, die aggressiveren Seiten von Roberts Stimme auszuleuchten. Einige Songs von „Adagio“ gingen ja bereits in diese Richtung. Zwar singt Rob nicht auf allen Songs in diesem Stil, aber mein Anliegen war es doch, ihm eine Plattform zu bieten, auf der er die in ihm schlummernde kraftvolle Stimme im einen oder anderen Stück zur Schau stellen kann. Mein Hauptanliegen bestand jedoch darin, die Musik, die schon länger in meinem Kopf herumschwirrte, endlich auch einmal zu spielen. Es ging nicht darum, dass das Material nicht für Solitude geeignet gewesen oder von den anderen zurückgewiesen worden wäre – es war von Anfang an so konzipiert, dass es sich von Solitude unterscheiden sollte. Zu dem von Dir angesprochenen Solitude-„Comeback“: wir waren nie wirklich von der Bildfläche verschwunden... Es hat lediglich etwas länger als geplant gedauert, die diversen Probleme, die einige von uns in ihrem privaten Umfeld hatten, zu lösen. Dazu kamen die Besetzungswechsel und die damit verbundene Rehearsal-Arbeit, und so glitten uns leider einige Jahre durch die Finger. <>

Warum hast Du nicht einfach mit anderen Musikern zusammengearbeitet? So hättest Du die lästigen Vergleiche mit Deiner Hauptband locker umschiffen können.

>> Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Musikerliste von Concept Of God hätte ganz anders geklungen, wenn wir nicht all diese Wechsel im Line-up von Solitude gehabt hätten. Ich hatte bereits lange Zeit mit Wolf zusammen gearbeitet, sogar schon bevor er zu Solitude stieß. Damit war er erste Wahl an den Drums. Zu jener Zeit spielte ich außerdem noch Bass bei Solitude, und nicht wie heute Gitarre. Also war ich sehr zuversichtlich, etwas Eigenständiges auf die Beine stellen zu können. James Martin stieg zuerst bei Concept Of God ein, erst einige Jahre später bei Solitude. Mit ihm hatte ich ebenfalls bereits längere Zeit an diversen Projekten gearbeitet. Die einzige wirkliche Überschneidung, die ich also von Beginn an in Erwägung zog war Robs Stimme, und da war es mir durchaus recht, dass sie den Hörern vertraut sein würde. Egal, welche Musiker ich sonst ausgewählt hätte: Robs Stimme hätte zwangsläufig Vergleiche heraufbeschworen; das hat nichts mit der Band an sich zu tun. Einige werden „Visions“ sicher als eine Art „verlorenes“ Album ansehen, dass irgendwann zwischen 1999 und 2006 unter dem Solitude-Banner hätte veröffentlicht werden sollen. Mir ist eigentlich gleich, mit wem sie das Material letztendlich vergleichen. Was zählt ist ob ihnen die Musik gefällt oder nicht. <>

Du hast die lange Pause bereits angesprochen: warum also ist „Visions“ letztendlich nicht in dieser Zeit veröffentlicht worden, zumal das Album bereits im Januar 2001 im Kasten war?

>> Das ist korrekt. Wir begannen mit den Aufnahmen im Dezember 2000 und wurden im Folgemonat fertig. Zu jener Zeit hatten wir größere Probleme im Umfeld Solitudes, die zu besagten Besetzungswechseln führten. Edgar Rivera [ex-Gitarrist von Solitude] sah sich persönlichen Scharmützeln, die seine volle Aufmerksamkeit beanspruchten, ausgesetzt, und zudem arbeitete John Perez [Solitude-Gitarrist und Hauptsongwriter – PM] an seinem Nebenprojekt Liquid Sound Company. Rob, Wolf und ich hatten also mehr Freizeit als uns lieb sein konnte, also begann ich, die Songs für Concept zusammen zu zimmern. Wir alle wollten das Album unverzüglich, also vor nahezu sieben Jahren, veröffentlichen. Dann aber eskalierte die Situation bei Solitude und Wolf stieg ebenfalls aus. Da unser Hauptaugenmerk nun einmal stets auf dieser Band liegt, widmeten wir uns nun den Vorbereitungen zu „Alone“ und den zu absolvierenden Shows. Concept lagen daher auf Eis. Wenn ich sagte, „Visions“ sei im Januar 2001 fertig gestellt gewesen, so stimmt das übrigens nicht ganz. Rob musste im Juni diesen Jahres noch mal ins Studio, um den Gesang für einen der Songs aufzunehmen. Da wir nunmehr sehr zufrieden mit den Songs und auch mit der Produktion waren, begann ich im Juli sofort damit, das Album zu mischen und zu mastern. <>

Warum ist Wolf denn eigentlich ausgestiegen, wo er doch jetzt noch Teil von Concept sein kann?

>> John hat bis etwa 2002 in beiden Bands gespielt. Dann hatte er das Gefühl, sich anderen musikalischen Projekten widmen zu müssen; seine Bindung an Solitude empfand er dabei als Hindernis. Er strebte verständlicherweise ein ausgefüllteres Musikerleben an, denn Solitude sind nicht gerade zeitraubend. John ist noch immer ein enger Freund der Band, und macht Euch keine Sorgen, ihr werdet weiter von ihm hören – er spielt auch noch in einem anderen meiner Projekte mit dem Namen Omega Thesis. <>
Ein letztes Mal muss ich Dich noch mit der alten Leier piesacken: Songs wie „Visions”, „Hearing Voices” oder „Past Perfect” bewegen sich nahe am Solitude-Sound und fallen auch qualitativ nicht ab. Warum also nicht einfach aufs nächste Album damit?

>> Wie gesagt: die Stücke waren nie für Solitude konzipiert, und ich glaube, es gibt genügend Unterscheidungsmerkmale. Bei Solitude verwenden wir oft abrupte Breaks und Wechsel die sich, wenn sie zu oft auftreten, schnell abnutzen können. Bei Concept hingegen wollte ich es dem Hörer ermöglichen, die Stücke zu einem gewissen Maße vorhersehen zu können, ohne diese Überraschungsmomente. Wir haben einen eingängigeren, direkteren Zugang mit einigen Groove-Elementen sowie einer sehr simplen Grundausrichtung. So würde ich nie vorgehen, wenn ich Songs für Solitude komponiere. Zu dem ist die Produktion direkter und roher. Schon bevor ich an den eigentlichen Prozess des Abmischens ging schwebte mir dieser einfache, nicht überladene Sound vor, und auch im Gitarrenbereich strebte ich einen cleaneren Sound an. Nimm doch nur „Alone“: da ging es mir um einen polierteren Klang mit einer Vielzahl an Stimmungen und verschiedenen Instrumenten. Ich denke, dass vor allem solche, die nicht mit Doom Metal vertraut sind, das Material als sehr ähnlich zu jenem Solitudes empfinden werden. Für mein Dafürhalten sind die Songs jedoch durchaus eigenständig und zudem so produziert, dass auch hier Unterschiede zu Tage treten. Ich bin sehr zuversichtlich, dass Doomheads die Unterschiede sofort auffallen werden. <>

Naja, ich will auch der Wahrheit Genüge tun und auf die Unterschiede hinweisen – wobei ich die Songs jedoch durchaus etwas technischer finde als jene auf „Alone“. „Fires Of Life“ oder „Soul Embrace“ etwa klingen recht progressiv…

>> Danke. Ich hoffe, dass es da draußen auch andere Leute gibt, die den Songs eine Chance geben und sich die Mühe machen die kleinen, aber feinen Unterschiede herauszufiltern. <>

Dein Riffing zeigt sich außerdem von seiner technischen Seite. Spiegelt dies Deine persönlichen musikalischen Vorlieben wider?

>> Bevor ich bei Solitude einstieg spielte ich hauptsächlich in Bands, die einer progressiveren „Techno Doom“-Variante frönten, einer Mischung aus traditionellem Doom und technischem Metal. Eigentlich hatte ich die Songs für Concept etwas simpler und hörerfreundlicher angedacht als die Songs, die ich für Solitude schreibe. Vielleicht klingen die Riffs auch bloß aufgrund des Sounds ein wenig technischer, auch wenn sich einige Einflüsse aus diesem Bereich sicher nicht verleugnen lassen. <>

Ist das „Man On The Silver Mountain“-Cover Deine Hommage an Ritchie Blackmore?

>> Ritchie war in einigen Belangen sicher ein Einfluss, ja. Ich glaube, dass er ein Pionier bezüglich der Verwendung phrygischer Elemente im progressiven Rock war. Die von ihm immer wieder eingeflochtenen dunklen Melodien haben mich in meiner musikalischen Sozialisation ständig inspiriert. Der Hauptgrund für das Cover ist jedoch, dass wir alle in der Band große Fans von Robs Dio-Interpretationen sind. Wir genießen immer wieder Robs Version des Gesangs von Ronnie, und dies gibt uns immer wieder den Anstoss, Dio-Songs auszuwählen, wenn wir ein Cover in Angriff nehmen. <>
Du hast, wie bereits angesprochen, das Album auch co-produziert und –gemastert. Bist Du ein Kontrollfreak oder war dies bloß die einfachste Lösung? Und wie geht`s mit Dir als Producer weiter?

>> Ich habe das Produzieren eigentlich schon immer sehr genossen. Wie Du vielleicht weißt, habe ich nach der Produktion von „Alone“ auch die beiden ersten Solitude-Alben „Into The Depths Of Sorrow“ und „Beyond The Crimson Horizon“ neu abgemischt [für einen von Metal Mind initiierten Re-release – PM]. Zu diesem Zeitpunkt gewöhnte ich mich immer mehr an die Gegebenheiten und Möglichkeiten im Nomad Studio hier in Carollton, Texas. Die Arbeit mit J. T. Longoria war für mich die Verwirklichung eines Traumes, und so haben wir gleich auch zusammen an der kürzlich veröffentlichten „Hour Of Despair”-DVD von Solitude gearbeitet. So erschien es nur logisch, dass ich auch das Concept-Material produzieren würde. Das hat weniger was mit „Kontrollfreak“ als mit dem Gefühl zu tun, das man sich seiner Sache sehr sicher ist. Es gibt immer hunderte von Varianten, aus denen Du bei einer Produktion auswählen kannst, und die auch alle gut klingen, vielleicht sogar besser als die von mir bevorzugte. Keine davon wäre jedoch an meine originäre Vision vom Sound für dieses Album herangekommen. Ich würde in der Zukunft nur zu gern vermehrt als Producer arbeiten. Vielleicht gibt es ja einige Musiker, die meine Sicht der Dinge in punkto Sound teilen. <>

Du lässt im Booklet mitteilen, dass weder Synthies noch Keyboards noch andere Hilfsmittel auf „Visions“ zur Verwendung kamen. War dies eine bewusste Entscheidung oder eine Frage des Geldes oder der Zeit?

>> Das war eine bewusste Entscheidung, die sich allerdings erst im Laufe der Zeit herauskristallisierte. Als wir mit Concept anfingen, so im Laufe des ersten Jahres, engagierten wir einige Keyboarder. Leider konnte ich mit den Keyboards jedoch nicht das gewünschte Ergebnis erzielen und habe schließlich sogar mit einem Gitarren-Synthesizer herumexperimentiert. Obwohl wir mehr als ausreichend Zeit zur Verfügung hatten und auch das Geld keine Rolle spielte, entschieden wir letztendlich, ganz auf derlei Spielereien zu verzichten, da das Material in seiner rohen Form einfach am besten funktionierte und klang. Es gibt einige Parts auf „Visions“, in deren Verlauf ich mir Keyboards sehr wohl vorstellen könnte, aber das haben wir uns fürs nächste Album aufgehoben. <>

Es gibt wohl keine Chance, Euch jemals auf den Brettern, die die Welt bedeuten, bewundern zu können? Gerade jetzt, da Rob auch noch mit Candlemass beschäftigt ist und Solitude hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft ein neues Album veröffentlichen werden, erscheint dies utopisch.

>> Verdammt schwer zu sagen. Wir würden alle gerne unsere Songs in Europa vorstellen, und das ist noch nicht einmal ein Zeitproblem. Wie gesagt sind wir sind alle nicht überbeschäftigt, so dass wir alle viel Zeit für andere Projekte haben. Solitude haben wahrlich keinen straffen Zeitplan, da spielen auch Robs Verpflichtungen bei Candlemass keine Rolle. Wir wissen früh genug Bescheid, um unsere Terminpläne zu koordinieren. Das Problem liegt vielmehr in der Verantwortung, die wir hier zu Hause haben. Wir können nicht mal eben für mehrere Monate nach Europa jetten und dort ausgiebig touren. Mit ein wenig Glück schaffen wir`s auf einige der größeren Festivals im Sommer, da ist man nicht so lange unterwegs. Ach ja, wir arbeiten tatsächlich an einem neuen Solitude-Album und möchten gerne im Laufe des Frühjahrs ins Studio. Stay heavy! <>

Hach, dat wäre schön. Also, dat mit dem Album… Aber ich glaub`s erst, wenn ich es in Händen halte… Steve, ich danke für das Gespräch. Appetizer des Concept Of God-Albums gibt es auf den Websites. http://www.myspace.com/conceptofgod
http://www.conceptofgod.com
Patrick Müller


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