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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BACIO DI TOSC ....

BACIO DI TOSCA
Die Quintschaukel
Manch einem stellt es bei dem Begriff „Klassik“ vielleicht die Nackenhaare hoch. So was Veraltetes! Und diejenigen, die jahrelang mühsam im Musikunterricht irgendwelche Etüden, Sonaten oder Kunstlieder üben mussten, wird dies sehr wohl ein Begriff sein. Bacio Di Tosca stellt da nun das komplette Gegenteil da. Die insgesamt zehn Kunstlieder klingen frisch und wohltuend, ohne auch nur irgendwie abzuschrecken. Drahtzieherin und Sängerin Dörthe Flemming über Quintschaukeln, eine frühe musikalische Erziehung und ihr Projekt:
Am 16. November erscheint nun dein Debüt als Solokünstlerin. Du nennst dein Projekt Bacio di Tosca. Würdest du kurz erklären, was dieser Name bedeutet?

>> „É bacio di Tosca!“ auf deutsch: „Das ist Toscas Kuss!“ sind die Worte mit denen „Tosca“ in der gleichnamigen Puccini-Oper den Mörder ihres Geliebten ersticht. Da es sich bei diesem Werk um meine Lieblingsoper handelt und nicht zuletzt auch wegen der Zweideutigkeit dieser Worte habe ich mein Projekt „Bacio di Tosca“ genannt. <<

Wie sah deine Jugend aus, also so in Sachen Musik? Wie war deine musikalische Ausbildung, was hast du selbst für Musik gehört?

>> Begonnen hat meine musikalische Ausbildung schon im zarten Alter von sechs Jahren, als ich Violine lernte. Da war schon ein großer Leistungsdruck von meinen Eltern aber auch ihr Wunsch dass ich die Möglichkeiten nutzen sollte die sie nie hatten - wofür ich ihnen heute dankbar bin. Denn so habe ich eine solide Grundlage für mein musikalisches Schaffen und muss mir nicht mühselig aneignen, was mir als Kind leicht fiel zu erlernen. Später kam dann auch noch Gesangsunterricht als Vorstufe zum Gesangsstudium hinzu. Mein Musikgeschmack wurde darum vor allem von Meistern wie Bach, Händel, Mozart, Beethoven oder Grieg geprägt und weniger durch Musik die bei Gleichaltrigen gerade „in“ war. <<

Was hat dich dazu bewegt, eine klassische Gesangsausbildung zu machen, und nicht zum Beispiel in Richtung Musical oder Rock zu gehen?

>> Für Musical konnte ich mich irgendwie noch nie so richtig begeistern. Opern haben da schon immer eine stärkere Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Ein besonderes Schlüsselerlebnis war dabei für mich der Besuch der Mozart-Oper „Don Giovanni“. Das war der Abend an dem mir mit einem Schlag klar war, dass ich eine Laufbahn als klassische Sängerin einschlagen würde. <<

Ist es so, dass eine klassische Ausbildung die Stimme in eine gewisse Richtung drängt, oder kannst du auch z.B. Popsongs mit natürlicher Stimme, also ohne Vibrato singen?

>> Das Vibrato allein ist es nicht, was den Unterschied zwischen klassischem Gesang und dem Singen von Popsongs ausmacht. Im Gegenteil – man sollte es auch im klassischen Gesang nicht mit dem Vibrato übertreiben, wenn man nicht als so genannte „Quintschaukel“ gehandelt werden will. Ausschlaggebend für den klassischen Gesang ist eher, dass diese Technik darauf ausgelegt ist ohne Mikrophon ein Orchester zu übertönen und Opernsäle zu füllen. Für einen Popsong muss sich ein klassisch ausgebildeter Sänger stimmlich dann sehr zurücknehmen. Ich kann auch mit „normaler“ Stimme singen, aber das ist für mich nur der halbe Spaß. (lacht) <<
Wie lange singst du nun schon professionell? Besitzt du nun eine klassische oder eine Opern-Ausbildung, denn dazwischen ist auch noch mal ein kleiner Unterschied!

>> Ich habe an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin eine Ausbildung zur Sängerin für Konzert und Musiktheater absolviert. Der Schwerpunkt lag da vor allem auf dem Gebiet Oper. Als „professionelle“ Sängerin fühle ich mich aber erst seit Abschluss des Studiums. <<

Du sagtest im Interview, das der Promo-CD beigelegt war, dass du dich stimmlich weiterentwickelt hast. Inwiefern meinst du das?

>< Ich habe vor allem meine „Höhenangst“ überwunden und mir stehen jetzt mehr Möglichkeiten in höheren Gesangsregistern offen. Auch was die Ausdruckskraft angeht habe ich mich sehr verbessert. Ich fühle was ich singe und kann dieses Gefühl auch nach außen an den Zuhörer herantragen. <<

Bist du nebenbei auf einer Opernbühne oder ähnlichem tätig, oder konzentriert sich dein Schaffen auf Bacio Di Tosca? Hattest du vorher schon Bühnenerfahrung, außer natürlich durch Charitona?

>> Ich war nach meinem Gesangstudium zunächst im Volkstheater Rostock engagiert. Leider war diese Zeit eher eine Ernüchterung, denn so glanzvoll die Welt des Theaters nach außen hin auch wirkt – es bietet nicht viel Raum sich künstlerisch voll zu entfalten. Die eigenen Ideen und Empfindungen müssen hinten angestellt werden und man fühlt sich manches Mal wie eine Marionette. Darum ist mein Schaffen zunächst einmal auf Bacio di Tosca konzentriert. <<

Wie schaut es eigentlich mit Charitona aus? Gibt es euch noch, macht ihr Pause oder habt ihr euch aufgelöst?

>> Wir haben uns vor einigen Jahren aufgelöst da die künstlerischen Interessen auseinander gingen und jeder nun seine eigenen Ziele verfolgt. Uns verbindet aber weiterhin eine sehr gute Freundschaft. <<

Mittlerweile bist du ja stolze Mutter von zwei Kindern! Haben sie gewisse Einflüsse auf deine Musik gehabt, also Inspiration oder so was?

>< Eine direkte Inspiration sind meine Kinder eher nicht, aber sie haben mich in soweit beeinflusst dass meine Weltanschauung und damit auch mein musikalisches Schaffen authentischer geworden ist als noch bei Charitona-Zeiten. <<

Was willst du damit sagen, dass deine Weltanschauung und somit deine Musik authentischer geworden ist?

>> Man bekommt einfach einen besseren Blick für das Wesentliche im Leben. Man reagiert gelassener auf Probleme und macht sich nicht so viele Gedanken darüber ob man „gut ankommt“, weil man den Halt und die Liebe einer Familie hat. Und diese Liebe gibt einem auch die Kraft, weniger hart gegen sich und andere zu sein. Man wird „einfühlsamer“. <<

Hast du vor, deine Kinder früh musikalisch zu erziehen? Ich mein, es muss doch super sein, eine so musikalische Mutter zu haben, weil man so schon früh viele Grundlagen bekommt!

>> In erster Linie geht es mir darum herauszufinden wo die Talente und Interessen meiner Kinder verborgen liegen und diese dann gezielt zu fördern. Meine Tochter ist sehr musikalisch und sitzt gern mit mir am Klavier. Mein Sohn steht mehr auf „coole“ Musikinstrumente, wie z. B. E-Gitarre. Es ist gar nicht so einfach auszubalancieren wie viel oder wie wenig Druck man als Eltern ausüben darf oder soll … die Kinder werden sowieso eines Tages behaupten wir hätten alles falsch gemacht (lacht). <<

Wirst du mit Bacio di Tosca eigentlich auch live auftreten? Wenn ja, wie schaut das dann aus, also wirst du in größerem Umfang Konzerte geben, oder nur im kleinen Kreis?

>> Genaues kann ich dazu noch nicht sagen, weil die Entscheidung für eine Bookingagentur noch nicht gefallen ist. Jedenfalls wird es keine große Tour geben, wohl eher einige Supportacts. Die Termine werden natürlich rechtzeitig bekannt gegeben. <<

Mittlerweile gibt´s ja schon massenweise Weihnachtszeug. Auch ich hab schon wieder Lebkuchen genascht. Wie schaut´s bei dir aus? Was sind für dich fünf kleine „Sünden“, die das Leben erst lebenswert machen? 

>> Ach Lebkuchen! Meine Mutter macht die allerbesten. Generell lasse ich mich von einem guten Essen sehr gern verführen. Auch genieße ich es einfach mal einen Tag zu vergammeln und die Seele baumeln zu lassen. Dann lasse ich mir – typisch Frau – gern Zeit im Bad. Und um dem Klischee gerecht zu werden: Ich liebe es mich mit einem Gläschen guten Rotwein bei alten Horror-Filmen mit schlechten Tricks und guten Schauspielern wie z. B. Vincent Price zu „gruseln“. <<

Dann wünsch ich dir mal weiterhin viel Erfolg mit Bacio di Tosca. Danke für das Interview!
http://www.bacio-di-tosca.de
Kathi Bauer


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