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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CHARLETT SCHW ....

CHARLETT SCHWARZ
Keine Angst vor´m Schwarzen Mann
Neue Gothic-Bands scheint es derzeit ja am laufenden Band zu geben. Eine eher ungewöhnliche, frische Neuentdeckung sind die Mainzer Charlett Schwarz mit ihrem Erstlingswerk „Behind A Face“. Frontfrau und Songschreiberin Veyna Muhr gab bereitwillig Auskunft über ihre Arbeit, TrashTV, und Männer, die Angst haben.
Euer Debütalbum „Behind A Face“ ist nun auch schon fast ein Jahr draußen. Seitdem habt ihr bestimmt schon einige Male live gespielt. Wie ist das die ersten paar Male gelaufen? Gab es Schwierigkeiten, lustige Zwischenfälle, unangenehme Situationen?

>> Beim ersten Auftritt ging so einiges schief, kann ich nur sagen. Erst hat unser Mischer zu früh die Musik ausgemacht, so dass das Publikum schon sehr ungeduldig wurde und wir dann schneller auf die Bühne mussten als geplant. Und in dem Stress habe ich dann auch noch meine InEar-Kopfhörer verkehrt herum eingesetzt, so dass sie mir ständig rausgerutscht sind. Und da ich auch noch das erste Mal auf der Bühne gestanden habe, war das für die Nervosität extrem dienlich. Aber Gott sei Dank waren viele Freunde und Bekannte anwesend. Dann kam es vor, was wahrscheinlich noch häufiger vorkommt, dass ich wegen der eher schlechten Akustik des Clubs mein eigenes Mikrofon nicht benutzen konnte. Nicht weiter schlimm, aber durchaus ärgerlich. Bei einem anderen Gig hat bei „Männer haben Angst vor mir“ der Drummer an einer Stelle falsch eingesetzt hat, so dass alle anderen und dann schließlich auch der Drummer selbst die Orientierung verloren haben und improvisieren mussten, was eine für uns recht interessante Version des Songs zur Folge hatte. Wir haben aber nur wenige Gigs gespielt, da wir dabei sind erst einmal das zweite Album zu produzieren. Für nächstes Jahr sind dann wieder Live-Auftritte geplant, wahrscheinlich auch eine kleine Tour. Auch werden wir definitiv versuchen, das ein oder andere Festival anzusteuern. Also noch eine Menge Gelegenheiten für Pannen und Co. <<

Zu den etwas weniger erfreulichen Dingen gehört sicher, dass Lestaria, eure Geigerin, die Band aus Zeitgründen verlassen hat, da sie auch in der Band Adversus spielt. Wie schaut´s im Studio aus, wird euch Lestaria da noch unterstützen?

>> Das wird sie wohl auf jeden Fall, es ist aber noch nicht so klar, in welchem Umfang das stattfinden wird. Es ist eine schwere Entscheidung, denn wenn man ein so besonderes Instrument in die Musik integriert, gibt es auf der Bühne das Problem, es ersetzen oder gar weglassen zu müssen. Lestaria live durch jemand anderen vertreten zu lassen, scheint eine mögliche Lösung, ist aber in Wirklichkeit schwieriger als man denkt, da sich die Suche nach passenden Musikern, möglichst umgebungsnah, als extrem schwierig erweist. <<

Veyna, wie schaut es bei dir zeitlich aus? Du hängst ziemlich an der Band, nicht nur durch das Songwriting. Du bist nebenbei auch noch für das Artwork und das Cover der CD verantwortlich...Hast du überhaupt noch Zeit für anderes? Oder bedeutet die Band für dich einen kompletten Fulltime-Job?

>> Fulltime Musik zu machen und auch noch davon leben zu können, dürfte für so ziemlich jeden Musiker erstrebenswert sein. Da es sich aber gerade heutzutage als sehr schweres Unterfangen erweist, kann ich nur sagen, dass es neben der Musik noch ein Leben geben muss - ich bin immerhin selbstständig, was mir wenigstens eine gewisse Flexibilität ermöglicht. Erschwert zeittechnisch aber definitiv das künstlerische Schaffen, vor allem, wenn man den größten Teil bis auf die Label-Arbeit eigenhändig erledigt. Es macht aber auch Spaß, der Musik Leben einzuhauchen und ihr ein Gesicht zu geben. Zumal wir alle drei in der Band sehr vielseitig geartet sind und mir die beiden, Alex und Marc, mit Rat und Tat beiseite stehen und wir einiges durchaus ja auch gemeinsam ausarbeiten. <<
Was war dein Traumberuf als Kind? Hattest du genau das im Sinn, Frontfrau einer Gothic-Band, oder waren Sachen wie Tierärztin oder Eisverkäuferin auch drin? J

>> Ich kann mich leider gar nicht daran erinnern, ob ich als Kind schon einen Traumberuf im Auge hatte. Ich weiß nur, dass ich als Teenie schon vorhatte, wohl das künstlerische Genre anzustreben. Und ich hatte auch vor, nach der Schule, wohl gemerkt zum Ende der DDR-Zeit, auf eine Musikschule zu gehen, was aber meine Mutter damals schon als dumme Idee abgetan hat und es damit vom Tisch war. Tierärztin war auch eine Überlegung, aber eine sehr kurze. Gerade als mir klar wurde, dass man dafür auch mal Tieren wehtun können muss, um ihnen zu helfen. <<<

Du bist ja, wie gesagt, größtenteils für das Songwriting zuständig. Was an eurer Musik auffällt, ist, dass viele Stilrichtungen zusammengemixt sind, was euch und euer Album ja so interessant macht. Nimmst du dir von Anfang an vor, dass da mehrere Richtungen ineinander fließen, oder klingen die Songs am Ende einfach so, wie sie klingen?

>> Schon als ich damals anfing, Musik zu machen, war es mir sehr wichtig abwechslungsreiche Songs zu schreiben und möglichst nicht zu klingen wie…. Daran wird sich auch nichts ändern und die Tatsache, dass meine quasi Hauptmusikrichtung Gothic ist, beim Alex der Punk und Metal und beim Marc Funk und Jazz und wir alle zudem einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack haben, kommt es dem Ganzen sehr entgegen. <<

Dir scheint das Singen ja im Blut zu liegen, deine Stimme hat sehr viel Charakter, was einer Menge Popstars fehlt. Wie lange beschäftigst du dich schon mit Gesang? Tarja (Ex-Nightwish) soll ja sogar auf Tour ohne ihre tägliche Gesangsstunde nicht auskommen. Wie ist das bei dir, hängst du dich auch so ins Üben rein?

>> Erst einmal vielen Dank für das Kompliment! Grundsätzlich bin ich wohl im Gegensatz zur von dir erwähnten Tarja ein eher schlechtes Vorbild. Mehr Üben kann nie schaden, denn das macht ja bekanntlich den Meister. Aber zu meiner Entschuldigung komponiere und texte ich neben anderen Dingen auch noch, wobei das Singen vielleicht manchmal zu kurz kommt. Die ersten kleinen Gesangserfahrungen habe ich wohl im Mädchenschulchor gesammelt. Und richtig angefangen habe ich so 1998/99 als ich damals Tom Wisweh kennen gelernt habe, der maßgeblich daran schuld war, dass ich überhaupt Musik mache. Eine zeitlang war ich auch mal bei einem Vocal-Coach, bei dem ich nach einem ziemlichen Tief neues Selbstvertrauen geschöpft habe. <<

Apropos Popstars: zwei Lieder, die mir sehr gefallen, sind zum einen „Perfekt“ und „Männer haben Angst“. „Perfekt“ ist ein ziemlich deutlicher Angriff auf diese an Schönheitsidealen orientierte Welt. Was hältst du von Shows wie „Germany´s Next Topmodel“ oder DSDS? Ist das eine Chance für die Schönen und Talentierten, oder nur Geldmacherei?

>> Vorweg sei gestanden, dass ich ganz gerne ab und an TrashTV schaue, da ich es zum einen recht amüsant finde und es zum anderen ein Spiegel der Gesellschaft ist. Dass diejenigen, die die Strippen ziehen und nicht die, die sich da teilweise auf den Bühnen vor dem Rest der Welt zum Affen machen, sich eine goldene Nase damit verdienen, steht ja wohl außer Zweifel. Manchmal tun mir die ‚Kandidaten’ echt leid, die da ihren (oftmals falschen) Träumen nachrennen möglichst schnell und groß rauszukommen zu welchem Preis auch immer. Wenn das dann noch mit Kunst in Verbindung gebracht wird, kann ich auch nur noch mit dem Kopf schütteln. Außerdem finde ich, sollte es eher heißen Deutschland sucht den kompatibelsten und buckelndsten Interpreten für die Teenies und Omas unserer Nation, oder?! Und was „Germany’s Next Topmodel“ angeht, kann ich eigentlich nur sagen SEX SELLS. Die TV-Sender brauchen’s. <<

Was hältst du von dem weitverbreiteten Jugendwahn? Ist es heutzutage unangebracht, Älter zu werden und das zuzugeben?

>> Wenn es nach den Medien und einigen anderen geht, dann wohl schon. Und es belastet sowohl mich als auch andere, dass man ständig damit konfrontiert wird. Ich glaube jeder bedauert, die Jugend seines Körpers schwinden zu sehen, aber ist es denn wirklich so schlimm?! Ich glaube, wir wären ein gutes Stück geheilter, wenn gerade die Medien, hinter denen doch eigenartigerweise auch nur alternde Menschen stehen, ihre moralische und ethische Verantwortung übernehmen und ein anderes Bild transportieren würden. Aber eine Umerziehung/Umgewöhnung statt schnelles Geld zu machen, wäre viel zu anstrengend und das ist leider sehr bezeichnend für unsere Gesellschaft. Und dann müsste auch noch jeder einzelne von sich aus dazu beitragen, was leider sehr unwahrscheinlich ist. Man kann nur für sich das Beste draus machen und dem entgegen wirken. <<
Zu „Männer haben Angst“. Was willst du damit sagen? Die Jungs rennen sicher nicht wirklich vor dir davon, oder? ;-)

>> Dazu muss ich erst mal was zur Entstehung dieses Songs sagen. Nachdem einige Beziehungen mit dem männlichen Geschlecht, meiner besten Freundin KittyK doch eher nicht so zufrieden stellend verlaufen waren, platzte sie in einem Anflug von Sarkasmus diesen großartigen Spruch heraus, der übrigens in einem wirklich sehr ähnlichen Tonfall in dem Song von ihr zu vernehmen ist. Da wusste ich, da muss ich einfach einen Song draus machen. Damit ist wohl klar, dass es in dem Song um das typische Missfallen des Handelns mancher Männer in Bezug auf durchaus auch mal fordernde Frauen geht, da sie leider manchmal dazu neigen, den Kopf einzuziehen, wenn es ans Eingemachte geht. <<

Wie schaut es aus mit neuem Songmaterial? Gibt’s bald wieder was neues von euch zu hören?

>> Da kannst Du uns die Daumen drücken, damit alles gut klappt. Anfang/Mitte nächsten Jahres soll nämlich das zweite Album erscheinen, an dem wir ja bereits fleißig arbeiten. Dann haben wir wie schon erwähnt eine kleine Live-Tour ins Auge gefasst mit ein paar zusätzlichen Gigs. Zurzeit kann man sich z.B. auf unserer Myspace Seit einen unserer aktuellen Remixe des Songs ‚Geboren aus Feuer’ von Caputt anhören. Den ganz experimentell Angehauchten sei verraten, dass wir zusammen mit Oliver St. Lingam von Phallus Dei ein Sideprojekt namens „Stalker Brothers“ gestartet haben, in dem es um sehr experimentelle Cover der Songs von dem ohnehin schon abgedrehten Musiker Scott Walker und den Walker Brothers geht, der nicht jedem bekannt sein dürfte, außer vielleicht durch Schmonzetten wie “The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore“. <<

Würdest du noch kurz erklären, warum ihr euch Charlett Schwarz getauft habt? Hätte ja auch Charlie Brown sein können...

>> Es ist mittlerweile super schwer, sich einen Bandnamen zu zulegen, den es nicht schon gibt.
Charlett Schwarz selbst ist der Name der Katze und nicht etwa, wie wahrscheinlich viele erst einmal vermuten, der meine, als Mastermind. Er hat aber dennoch seine Wurzeln bei mir, ebenso wie die Band, denn „Charlett“ ist die abgewandelte Form von Charlotte – einer meiner Vornamen - und „Schwarz“ letztendlich als äußeres Merkmal sowie inhaltlich im Sinne der Hauptausrichtung. Außerdem wird somit der Charakter von CS als Katze personifiziert, da sie in gewisser Weise eine gespaltene Persönlichkeit ist. Zugleich ist sie Sinnbild für die Musik und den Mix unterschiedlicher musikalischer Stilrichtungen. Und außerdem, Charlie Brown gibt’s ja auch schon, oder?! <<


Zum Schluss: Welche vier Sachen wären es deiner Meinung nach wert, eine „Sünde“ zu begehen, und warum?

>> Das ist eine recht schwierige Frage, die es da für mich zu beantworten gilt, und ob ich dafür eine Sünde begehen würde? Ich bin beispielsweise ein Fan von Skin (ex-Skunk Anansie-Sängerin, Anm. d.Verf.) . Sie ist ein großes Vorbild für mich als starke sehr eigene Frau mit einer krassen Stimme und einem extremen gesanglichen und kompositorischen Können. Sie mal kennen zulernen, wäre schon was. Milcheis als auch Erbsen, das Gemüse, du weißt schon, sind immer eine Sünde wert, da ich beides gerne esse. Gary Oldman gewinnt meinen Schmachtfaktor und wäre in einem schauspielerischen Stelldichein durchaus gefährlich für mein „Seelenheil“. Und ein Leben ohne Katzen fände ich nicht erstrebenswert, da ich diese Tiere sehr faszinierend finde und mir was ganz wichtiges im Alltag fehlen würde. Außerdem bin ich generell ein echter Tierliebhaber und würde wahrscheinlich meine Seele an den Teufel verkaufen, wenn damit alle Tiere (ja fast alle! Auf Zecken und Mücken könnte ich echt verzichten.) ein gutes Leben führen könnten. <<

Danke für das Interview! Hoffentlich stoßen noch mehr Leute auf eure einzigartige Band!
http://www.charlettschwarz.de
Kathi Bauer


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