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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AMPHI FESTIVA ....

AMPHI FESTIVAL 2007, 22.Juli 2007, Köln
Köln, "Tanzbrunnen"

22. Juli 2007
Der zweite Tag ließ bei einem Blick in den Himmel nichts Gutes erwarten, dunkle Wolken wohin man auch schaute. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Köln in der Hoffnung einen Parkplatz näher am Gelände zu bekommen. Doch leider waren alle Versuche umsonst und wir mussten wieder den ätzenden Fußmarsch antreten. Waren wir gestern auch über 40 Minuten unterwegs? Irgendwie kam mir der Weg heute viel länger vor… Am Gelände angekommen entschlossen wir uns erstmal die ganzen Verkaufsstände in Augenschein zu nehmen. Gestern waren wir da überhaupt nicht zu gekommen, so dass wir während Saltatio Mortis lautstark bejubelt wurde das wirklich reichhaltige Angebot sichteten. Es gab alles was das Herz begehrt, von Kleidung, Schuhen, Taschen, über Räucherwerk, CDs bis hin zu jeglichem Zubehör was der Mensch so braucht. Auch die Preise an den jeweiligen Ständen waren im Großen und Ganzen fair, so dass eigentlich fast jeder Besucher später mit mindestens einer Tüte bepackt war. Die „Shoppingmeile“ war wirklich herrlich.

Danach widmeten wir uns wieder den Bands des Tages. Los ging es für uns mit Heimataerde, die eine sehr interessante Bühnenshow mit Videopräsentation zeigten. Gewandet in der Kleidung der Kreuzritter mit Kettenhemd, Schwert und Schild betrat die Band die Bühne. Die Kombination aus Mittelalter und hartem Elektro heizte dann auch direkt gut ein und die ersten Zuschauer begannen ausgelassen zu tanzen. Songs wie „Gib mir“, „Wiedergänger“ oder „Lebloser Körper“ faszinierten musikalisch und wurden mit der morbiden Gestaltung der Band mit Bluttrunk und Schwertkampf wunderbar unterlegt. Leider begann es dann auch wie aus Eimern zu gießen, doch der Regen störte kaum jemanden. Die Menge tanzte klatschnass einfach weiter und ließ sich aufgrund der souveränen Darbietung von Heimataerde gar nicht beirren. Den krönenden Abschluss einer tollen Darbietung machte dann noch der Song „Morituri Salutant“ und die begeisterte Menge forderte direkt eine Zugabe, die leider jedoch nicht gewährt wurde. Das war ein guter Start für uns in den Tag, denn solch eine durchdachte und mitreißende Bühnenshow sieht man nicht alle Tage. Das große Lob gebührt hier Sänger Ash, der es mit seiner Ausstrahlung und Präsenz schafft, das Publikum zu bannen. Eine komplette Show dieser Band dürfte sich wohl sehr lohnen, wenn schon dieser kurze Auftritt am heutigen Tag begeistert. (sso)
Leider lag der Zeitplan diesen Tag völlig daneben, so dass die Bands wirklich fast parallel auf beiden Bühnen spielten. Die Entscheidung welche Band wir uns ansehen sollten nahm uns dann der Regen ab. Wir standen schön trocken vor der Hauptbühne warum also nass werden und ins Theater wechseln? Somit erlebte ich eine weitere Überraschung an diesem Tag: die Kölner Band Krypteria, angekündigt von Honey mit den Worten: „jetzt kommt wohl die schönste Frau des Festivals.“ Bis dato habe ich ja immer sofort die Hände überm Kopf zusammengeschlagen wenn ich hörte Gothicmetal mit Frauengesang. Aber Frontfrau Ji-In belehrte mich heute eines Besseren. Nachdem die Band zu Beginn bei „Sweet Revenge“ und „Time To Bring The Pain“ noch etwas unter Soundproblemen zu leiden hatte begann danach eine dermaßen energiegeladene Show, bei der man einfach nicht mehr still stehen konnte. Ji-In nutzte jeden einzelnen Zentimeter auf der Bühne voll aus, fegte von rechts nach links, spielte dabei mit dem Publikum und war gesanglich einfach klasse. Ihre Stimme fügte sich musikdienlich hervorragend in den doch mehr metallischen als gothicartigen Sound ein. Die Band präsentierte sich jedoch als komplette Einheit, war einfach ein eingespieltes Team. „Get The Hell Out Of My Way“, „Out Of Tears“ und „Scream“ schlossen sich nahtlos an und die Spielfreude, die bei allen Bandmitgliedern auszumachen war ging auf die verbliebenen Zuschauer über. Leider konnte wohl ein Teil der Festivalbesucher mit diesem „harten“ Sound mit Gitarrensolis und „echten Instrumenten“ nicht viel anfangen, aber der Rest kam mit „The Promise“ und „Somebody Save Me“ voll auf seine Kosten. Zum Abschluss kam dann bei „I Can`t Breathe“ noch mal die die erstklassige Bühnenpräsenz von Sängerin Ji-In richtig zur Geltung und ich revidiere meine vorherige Meinung: Krypteria gehören definitiv nicht in den Topf mit den Bands mit Trällertusen die nur doof auf der Bühne stehen und quietschen. Mir kamen da eher Vergleiche zu Powerfrauen wie Lita Ford oder Lee Aaron Ende der 80er/ Anfang 90er die es auch schafften die Bühne und das Publikum zu beherrschen und trotz voller Power noch gut zu singen. Hut ab, tolle Show, tolle Musik. (sso)
Nach so viel Power wollten wir uns dann die leichte Kost von Mesh nicht ansehen und entschieden uns für Oswald Henkes Projekt Fetisch:Mensch auf der Theaterbühne. Hier war es zum Glück nicht so warm wie am Vortag, so dass man es einigermaßen aushalten konnte. In gewohnter Manier und ständig in Bewegung kam Oswald Henke auf die Bühne und präsentierte sein Liveprojekt Fetisch:Mensch. Leider kam es kurz drauf zu einem Stromausfall, so dass eine unfreiwillige Pause eintrat. Doch Henke wäre nicht Henke wenn er diese Zeit nicht souverän überbrücken könnte. So begann er einfach die „Lichtprinzessin“ zu rezitieren und erntete auch hierfür sehr viel Beifall. Nach einigen Flüchen über das „scheiß digitale Zeitalter“ ging es dann endlich weiter im Programm mit „Zwischenseelenwelten“ und dem Titelstück „Fetisch:Mensch“. Oswald Henke versteht es immer wieder hervorragend seine doch sehr tiefgründigen Texte musikalisch mit einer solchen Intensität so zu verpacken, dass jeder auf Anhieb immer etwas von sich selbst darin wieder findet. Jeder Song wurde enthusiastisch beklatscht und alle waren sich darüber einig, dass es schade ist, dass Fetisch:Mensch ein reines Liveprojekt bleiben soll und es davon keine CDs für den Genuss daheim geben wird. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf nimmt man das ganze Konzert noch intensiver wahr und man möchte Songs wie „Narbengarten“ am liebsten für immer abspeichern. Eine gelungene Performance die seinesgleichen sucht und dank der Strompanne auch zeigte dass Oswald Henke der geborene Entertainer ist, der es immer versteht egal in welcher Situation er steckt sein Publikum bestens zu unterhalten und zum Nachdenken bringt. (sso)
Nun ging es wieder nach draußen um sich von Samsas Traum bespaßen zu lassen. Die Österreicher begannen mit dem ruhigen Opener „Tineoidea“ um danach direkt mit „Einer Gegen Alle“ mächtig Dampf zu machen. Bei Auftritten von Samsas Traum ist es eigentlich egal, welchen Song die Band anstimmt, das Publikum geht sowieso bei jedem begeistert mit und Textsicher sind auch fast alle hier anwesenden. Wunderbar ist immer wieder, wie sich das Saxophonspiel von Daniel Schröder in die Musik, die von Gitarren dominiert ist, einfügt. Alexander Kaschte ließ jedoch niemandem Zeit zum Durchatmen und so ging es mit „Für Immer“, „Bis An Das Ende Der Zeit“ und „Endstation Eden“ fröhlich rockig weiter. Bei „Stromausfall Im Herzspital“ gibt es dann kein Halten mehr, die Menge vor der Bühne ist ein singender, tanzender Mob. Nun wurde uns leider mitgeteilt, dass der nächste Song ohne Trulala stattfinden muss, da man die Handpuppe bei einem Konzert in Berlin an einen Besucher verschenkt habe, der Geburtstag hatte. Aber es ging auch ohne Trulala und „Die Zärtlichkeit der Verdammten“ reihte sich hervorragend in die Setlist ein. Nach obligatorischer T-Shirtverteilung durch den Bandkopf Alexander und seinen stetigen Hinweisen, dass man keine Zeit habe und man ja doch lieber viel, viel später gespielt hätte, kam der letzte Song „Ein Foetus Wie Du“. Danach forderte das Publikum lautstark eine Zugabe, die es dann mit „Kugel Im Gesicht“ erfüllt bekam und der Set so doch immerhin auf eine Gesamtdauer von 45 Minuten ausgedehnt wurde. (hf)
Weiter ging es mit der kanadischen Elektrolegende Frontline Assembly. Bill Leeb betrat die Bühne und kündigte sich in Deutsch als Dieter Bohlen an, was ihm nur Gelächter und Kopfschütteln einbrachte. Dann ging es mit einer Soundwand, die man so bei diesem Festival noch nicht erlebt hatte los. Hämmernde Beats unterlegt mit den Gitarrenriffs von Jared und obendrein die verzerrte Stimme von Bill. Die Band zeigte sich gut gelaunt und spielfreudig, posierte stets für Kameras, konnte aber den Großteil des Publikums nicht wirklich aus der Reserve locken. Songs wie „Millenium“ oder „Bio Mechanic“ die normalerweise einen Mob auslösen blieben weitgehend unbeachtet. An einigen Ecken konnte man tanzende Körper ausmachen, aber der Großteil stand bequem und beobachtete nur. Schade eigentlich, so recht wollte der Funke nicht überspringen, obwohl sich Bill und seine Mannen wirklich Mühe gaben. Vielleicht lag es auch daran, dass es für eine Band einfach noch zu hell war und so die eingebauten Videosequenzen nicht recht zu Geltung kamen. Ein weiterer Punkt war, dass sich schon viele Zuschauer einen Platz für die nächste Band Subway to Sally in den ersten Reihen sichern wollten, aber wie soll man denen auch harschen Elektro der Sonderklasse nahe bringen? Somit war es kaum verwunderlich dass es auch keine Zugabe gab. (sso)
Bei der jetzt folgenden Paarung Subway ./. Zeromancer fiel die Entscheidung sehr leicht, ab ins Theater. Und dort erlebten wir eigentlich den heimlichen Favoriten des Tages. Zeromancer legten einen Auftritt hin der einfach erstklassig war und die größte Überraschung des gesamten Festivals. Das Theater war gefüllt bis auf den letzten Platz und schon bei den ersten Takten von „Need You Like A Drug“ glich das Ganze einem Hexenkessel. Die Menge beruhigte sich kaum noch, jeder Song wurde frenetisch bejubelt und Sänger Alex stand mehrfach total verdattert auf der Bühne und konnte es kaum fassen, dass man so einen Aufruhr um sie machte. Der Enthusiasmus des Publikums ging auf die Band über, oder umgekehrt? Keine Ahnung. Beide Seiten gaben Alles. Im Repertoire der Norweger befanden sich neben alten Klassikern wie „Clone Your Lover“, „Stop“ oder „Doktor Online“ auch drei neue Songs des demnächst erscheinenden Albums, von denen ich leider nur einen Titel behalten habe „Imaginary Friends“. Aber es machte keinen Unterschied ob alt oder neu, man konnte sich der Magie nicht entziehen. Die Band wirkte gereift und bildete ein bestens eingespieltes Team auf der Bühne, Sänger Alex machte einen super Job und wirbelte nur so über die Bühne. Die Fans dankten es gebührend. Leider war hier die Spielzeit definitiv viel zu kurz! Und, nichts gegen Apop, aber diese Band hätte an diesem Abend als Headliner draußen auf die große Bühne mit längerer Spielzeit gemusst. Das wäre ein gebührender Abschluss des Festivals gewesen und hätte die zeitraubenden Schlangen an Toiletten und Getränkeständen vergessen gemacht. (hf)
Den guten Platz vor der Bühne zum Fotografieren wollten wir nun auf keinen Fall mehr aufgeben, außerdem waren wir uns einig: nach sieben Jahren ohne Dreadful Shadows mussten wir diese Reunion-Show einfach sehen. Auch hier gab es wieder kurze Verzögerungen bei der Umbaupause, so dass Sven Friedrich mit seinen Mitstreitern Norman Selbig, André Feller, Jens Riediger und Ron Thiele erst um 21 Uhr die Bühne betraten. Ein fast elektrisierender Moment, hatte ich die Shadows doch vor knapp zehn Jahren bei einem kleinen Clubgig in der Gelsenkirchener Kaue das letzte Mal gesehen. Mit „Futility“ und „New Day“ ging`s los und mir kam es vor als wären da nie zehn Jahre zwischen gewesen, man präsentierte sich genauso gut wie früher. Falsch, es war bedeutend besser! Ich denke so ging es 99 % der Zuschauer im Theater die alle wie hypnotisiert die folgenden Songs „Drowning Sun“, das Meisterwerk „Dusk“ oder auch „Sea Of Tears“ mitsangen und bejubelten. Selbst Sven Friedrich schien glücklich über diesen Auftritt und meinte zwischenzeitlich mit einem Grinsen im Gesicht: „man muss erst sieben Jahre getrennt sein um das geilste Konzert seiner Karriere zu spielen.“ Recht hatte er damit und es sollte noch besser werden. Da die Fans im Vorfeld auf der Bandhomepage für die Songs ein Voting abgeben konnten, die Band sich an diese Vorgaben hielt wurden Songs wie „Chains“, „True Faith“ und „Beyond The Maze“ lautstark mitgesungen. Einige Fans waren total überwältigt und nicht wenigen standen die Tränen in den Augen als dann alles vorbei sein sollte. Doch den Dreadful Shadows war das vorgegebene Curfew egal, sie kamen für eine Zugabe erneut auf die Bühne um „Condemnation“ welches dann nahtlos in das lang erwartete „Twist In My Sobriety“ überging zu spielen. Auch hatte der Veranstalter aus den Fehlern vom Vortag gelernt, so dass dieses Mal der Strom nicht gekappt wurde und die Fans sowie die Band einen glücklichen Abschluss dieses tollen Konzertes hatten und die Dreadful Shadows nach einer Spielzeit von 75 Minuten die Bühne verließen. Es war toll, Danke. (sso)
Unser Fazit für dieses Festivalwochenende fällt leider nicht nur positiv aus. Angefangen von der miserablen Parkplatzsituation und den daraus resultierenden endlosen Fußmärschen bis hin zu den ewigen Wartezeiten an den Toiletten. Gerade Letzteres war schon ziemlich nervig, es war zwar schön Toiletten mit Wasserspülung zu haben, die auch immer sehr sauber waren, aber es waren einfach zu wenig bei der Menge an Zuschauern. Auch ist dieses Festival nicht unbedingt preisgünstig, da die Verpflegung vor Ort doch recht teuer ist. Getränkepreise sind noch halbwegs vertretbar bei 0,5 l Cola etc. 3,50 Euro, zudem gab es ja kostenlos Trinkwasser an der Wasserstelle. Aber das angebotene Essen war grauenhaft und total überteuert. Das geht auch billiger, wie wir dieses Jahr schon auf einigen anderen Festivals erlebt haben. Die kurzen Spielzeiten der Bands waren auch sehr schade, da hätten wir lieber eine Band weniger gesehen, dafür die anderen länger. Am aller Schlimmsten empfanden wir aber das Curfew am Samstag um 22 Uhr. Sonntags mag das ja o.k. sein, aber Samstag? Es kommt doch meist erst richtig Stimmung auf so bald es draußen dunkel ist und eine Lichtshow richtig zum tragen kommt. So, nun aber genug gemeckert, denn als sehr positiv zu bewerten war das Angebot an Händlern, die im hinteren Bereich des Geländes eine tolle Shoppingmeile hatten. Auch die musikalische Zusammenstellung der Bands war klasse, es dürfte so ziemlich für jeden was dabei gewesen sein und das für einen fairen Eintrittspreis. Auch prima war, dass jeder Besucher, egal ob Presse oder nicht, seine Fotokamera mitbringen durfte, sogar digitale Spiegelreflexkameras!!! Das gibt es sonst nirgendwo. Die Hauptsache war: wir hatten jede Menge Spaß und gute Musik und verlebten mit vielen anderen Festivalbesuchern ein friedliches Wochenende am Kölner Rheinufer.
Endfazit: Wir sehen uns in 2008.

Weitere Fotos des "Amphi" findet Ihr bei den Fotogalerien.
Susanne Soer / Holger Fey - Pics: Susanne Soer


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