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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AMPHI FESTIVA ....

AMPHI FESTIVAL 2007, 21.Juli 2007, Köln
Köln, "Tanzbrunnen"

21. Juli 2007
Das Amphi Festival ging am 21. und 22. Juli in die dritte Runde. Erneut gaben sich namhafte Künstler der schwarzen Szene am Tanzbrunnen in Köln die Ehre und verwandelten das Rheinufer zu einem Szenetreff. Bands wie Funker Vogt, ASP, Front 242, Feindflug, Diorama, Apoptygma Berzerk oder auch Dreadful Shadows sollten dieses Festivalwochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen. Auch der Wetterbericht verhieß perfekte Festivaltemperaturen und so machten wir uns gut gelaunt auf den Weg nach Köln.

Doch gleich am Anfang stellte sich die erste Ernüchterung ein. Die kostenlosen Parkplätze für das Festival waren nur durch einen ellenlangen Fußmarsch zu erreichen. Also, Jacken für Abends, Ersatzakkus für Kameras etc. konnte man nicht im Auto lassen, alles musste sofort mitgenommen werden, denn wer sollte diesen Weg öfter laufen als man ohnehin schon musste? Ziemlich abgekämpft erreichten wir mit zahlreichen anderen Festivalbesuchern dann endlich das Gelände. Dort ging es dann erstaunlich zügig an der Bändchenausgabe, leider mussten wir dort aber feststellen, dass noch nicht einmal Naschwerk wie Butterkekse oder Gummibärchen mit auf das Gelände genommen werden durften. Also ob man sich den ganzen Tag davon ernähren könnte! Die Mülleimer zeugten von ähnlichen Erlebnissen anderer Besucher, die belegte Brötchen etc. entsorgen mussten. Leider hatten Bloodpit kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen ihren Gig abgesagt, so dass wir es gerade noch schafften Diorama, die nun früher im Zeitplan auftraten, auf die Bühne kommen zu sehen.

Diorama zeigten einen routinierten Auftritt und setzten schon den ersten Akzent dieses Tages. Der Platz unter den Sonnensegeln vor der Hauptbühne war schon recht gut gefüllt und die Fans bejubelten jeden der dargebotenen Songs. Torben Wendt und seine Mannen präsentierten einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens mit Songs wie „Synthesize Me“, Advance“, „Kein Mord“ oder „Pulse Of Life“. Auch eine Premiere bauten sie in ihr Programm mit dem Song „Belle“ ein, der bis dato noch nicht Live gespielt wurde. Der Sound war ganz o.k., leider wurde die Gitarrenarbeit von Sash Fiddler fast komplett durch Keyboardsound und Drums überlagert. Auch war es leider durch den Sonnenschein für diese Band viel zu hell auf der Bühne, so dass die Melancholie der Band nicht richtig zum tragen kam. Auf jeden Fall hatten alle Beteiligten, ob Band oder Zuschauer, sichtlich Spaß und die Fans in den ersten Reihen wurden von Torben Wendt zudem mit Trinkwasser versorgt, um bei den doch langsam ansteigenden Temperaturen auch weiterhin in Form zu bleiben. Coole Aktion übrigens, denn die Getränke- und Essenspreise auf dem Gelände waren nicht unbedingt von schlechten Eltern. (sso)
Angekündigt von Honey dem Sänger von Welle:Erdball, der an beiden Tagen mehr oder weniger gut auf der Hauptbühne die Moderation führte, folgte nun die nächste Änderung im Ablaufplan. Da Imatem leider im Stau stand, hatten sich Eisbrecher bereit erklärt ihren Gig vorzuverlegen, um dem Kollegen die Chance zu geben überhaupt noch auftreten zu können. Die sympathischen Bayern enterten mit ihrer Mischung aus Neuer Deutscher Härte, Elektro und Metal die Bühne und hatten es noch nicht einmal nötig ihrem Namen alle Ehre zu machen: sie brauchten das Eis nicht brechen, die Fans fraßen ihnen aus der Hand. Mit Songs wie „Willkommen Im Nichts“, „Schwarze Witwe“, „Mein Blut“ oder aber auch „Antikörper“ wurde der begeisterten Menge eingeheizt und Frontmann Alexx erklärte dem Publikum in witziger Art und Weise denn dann auch erstmal was denn Stromgitarren sind, das Sound auch handgemacht und nicht vom Computer kommen muss. Nach einer viel zu kurzen Spielzeit setzte die Band mit „Miststück“, dem Megaherzklassiker, dem Ganzen noch die Krone auf. Die vom Publikum lauthals geforderte Zugabe musste leider ausbleiben, obwohl der Zeitplan sicherlich noch einen Song zugelassen hätte und sich die Band im Vorfeld ja auch sehr kooperativ gezeigt hatte. Schade eigentlich. (hf)
Danach begaben wir uns das erste Mal an diesem Tag zur zweiten Bühne im Tanzbrunnen Theater. Die Luft darin war gruselig, einfach nur heiß und stickig. Dies tat aber dem musikalischen Geschehen keinen Abbruch. Leider konnten wir aufgrund der zeitlichen Verschiebung auf der Hauptbühne nicht den ganzen Auftritt von P.A.L. verfolgen, aber das Gesehene hinterließ einen guten Eindruck. Der rhythmisch orientierte Industrial des Einmann-Projektes weckte bei den nicht ganz so zahlreich vorhandenen Zuschauern doch den Drang sich zu bewegen und zu tanzen. Bei Songs wie dem Clubklassiker „Gelöbnis“ kann man halt einfach auch nicht still stehen bleiben und so wurde das Schaffen des Künstlers auch mit heftigem Applaus gewürdigt. Es wäre nur vielleicht ganz schön gewesen, wenn der eine oder andere Scheinwerfer der Lichtanlage mehr an gewesen wäre, dann hätte man den Künstler auch mal vernünftig sehen können. (sso)
Weiter ging es dann wieder bei frischer Luft auf der Hauptbühne. Die Hamelner Elektroformation Funker Vogt war angesagt und nutzte die Gelegenheit wieder etwas Tempo und Stimmung in die Zuschauer zu bringen. Allerdings war Sänger Jens Kästel diesen Tag anscheinend nicht ganz so gut bei Stimme und auch der Sound war nicht so dolle abgemischt und ließ zu wünschen übrig. Aber das Publikum war trotzdem begeistert und feierte den Opener „City Of Darkness“ genauso wie die folgende bunte Mischung aus Klassikern wie „Tragic Hero“, „Maschine Zeit“ oder auch „Killing Fields“ heftig ab. Auch fanden weitere Songs des neuen Albums „Aviator“ mit u. a. „Thanatophobia“ und „Child Soldier“ Einzug in den Liveset. Als optisches Highlight begeisterte Keyboarder Björn Böttcher wieder mit seiner Tarnbemalung und posierte immer wieder gerne für die Kameras der Presse und der Fans. Mich jedoch hat die Performance der Band dieses Mal nicht ganz so überzeugt, habe ich sie in der Vergangenheit doch schon wesentlich besser mit mehr Enthusiasmus gesehen und auch dementsprechend in Erinnerung. (sso)
Nun ging es wieder mit einem deutschsprachigen Act weiter, der sofort die Massen anzog wie Licht die Motten. Unheilig lieferten eine energiegeladene perfekte Show und es war zum ersten Mal an diesem Tag eine richtig geile Stimmung im Publikum zu spüren, die sich auch auf die Band übertrug. Dies hatte sicherlich auch damit zu tun, dass die Fans im Vorfeld per Voting auf der Bandhomepage die Setlist für das Amphi Festival zusammenstellen konnten. Der Graf betrat die Bühne und das Publikum tobte. Songs wie „Astronaut“, „Schutzengel“, „Sage ja“ und das überragende „Freiheit“ wurden lautstark mitgesungen und die Begeisterung war nicht nur in den vorderen Reihen zu sehen, sondern ging wirklich bis zum Ende der Zuschauermenge. Begeistert und überwältigt von der Resonanz verbeugte sich der Graf nach jedem Song vor dem Publikum. Auch hier verging die Zeit wie im Flug, kein Wunder bei den kurzen Spielzeiten der einzelnen Bands, und dieses Mal ließ sich das Publikum nicht abwimmeln und forderte energisch und lautstark eine Zugabe. Nach kurzer Absprache kamen dann Unheilig erneut auf die Bühne und gaben die erste Zugabe des Tages und der Graf begann die finale Reise „Auf Zum Mond“. Einfach ein super Auftritt, der selbst Nichtfans in seinen Bann zog. (hf)

Das Gelände des Tanzbrunnens war mittlerweile so gut gefüllt, das die Wege zwischen den Bühnen, der Gang zur Toilette oder die Beschaffung von Getränken zur zeitraubenden Angelegenheit wurde. Durch das nicht ganz perfekte Timing auf der Hauptbühne sowie im Theater fiel bei uns dann die Entscheidung zu Gunsten von ASP aus, so dass wir Winterkälte nur kurz in Augenschein nehmen konnten. Der wuchtige Industrialsound ist voll von Aggressivität und Dynamik und lässt keine Zeit für Kompromisse. Der Beat hält einen gefangen und fordert zur Bewegung auf. Schade, ich hätte gerne mehr von dem Duo gesehen, da sie mir bis dato kaum bekannt waren. Aber der Zeitplan sah leider die Hauptbühne vor. (sso)
Und wir sollten von unserer Entscheidung nicht enttäuscht werden. ASP hatten nach Unheilig keinen einfachen Auftrag zu erledigen, war die Stimmung der Fans schon auf einem hohem Level angelangt. Doch Alexander Spreng hielt die Fans von Beginn an mit seiner Ausstrahlung gefangen und mit „Sing Child“ wurde der Set direkt mit einem Klassiker eröffnet. ASP hatten einen super Sound und die Fans behielten die Stimmung bei und auch jetzt wurde fast jeder Song lautstark mitgesungen. Vom neuen Album gab es dann mit dem Hinweis, dass es sich nicht um Satanismus handelt „Ich bin ein wahrer Satan“ und dieser Song wurde ebenso abgefeiert wie ältere Klassiker u. a. „She Wore Shadows“. Bei „Ich Will Brennen“ gab es dann kein Halten mehr, die Menge feierte ausgelassen, sang und tanzte. Als dann noch „Werben“ und „Und Wir Tanzten“ nachgelegt wurden schien das Publikum fast zu explodieren. Kein Wunder, dass ASP nach der regulären Spielzeit ebenfalls um eine Zugabe nicht herum kamen und der Bitte des Publikums mit „Schwarzes Blut“ nachkamen. (hf)
Nun war es an der Zeit schnellstmöglich wieder in das Theater zu kommen um sich einen Platz für den Headliner der Second Stage Feindflug zu sichern. Die Halle war leider viel zu klein für die Menge an Fans, so dass sicherlich der eine oder andere nicht in den Genuss kam, die Band zu sehen. Auch war die Luft nicht unbedingt besser geworden und als dann auf der Bühne die Nebelmaschinen angeworfen wurden konnte man noch nicht einmal mehr seinen Nachbarn sehen. Hören hingegen konnte man den Beginn des Feindflugauftritts allerdings sehr gut. Nach dem Opener scheint das Eis gebrochen bei „Gulag“ beginnt die Menge in der Halle sich im Takt der Musik zu bewegen. Da nach wie vor die Nebelmaschinen laufen, ist von der Bühne bis auf eine nette Beleuchtung unter der Hallendecke immer noch nicht viel zu sehen, so dass die Fans sich mit Tanzen begnügen und nach jedem Song applaudieren. Nachdem sich dann endlich der Nebel lichtet erkennt man nun endlich den Bühnenaufbau mit den üblichen Utensilien einer Feindflugshow, eine Videoleinwand sowie eine durchaus motivierte Band rund um die Gründungsmitglieder Felix und Banane. Klassiker wie „AK 47“, „Glaubenskrieg“, „Machtwechsel“ oder „Neue Sieger“ bringen die Halle zum kochen und viel zu schnell ist die knapp bemessene Zeit für den Headliner vorbei. Da sich das Publikum aber nicht zufrieden geben wollte und auch hier lautstark eine Zugabe forderte gab es diese dann auch mit dem Song „Truppenschau“ der dann in den überragenden Klassiker „Stukas“ überging. Die Halle tobte und dann kam das unerwartete Ende einer routinierten, klasse Show an der es an allen Ecken und Enden knallte. Feindflug wurde einfach der Strom abgedreht! Die Band wirkte doch sehr irritiert verabschiedet sich dann aber von seinen Fans, die ein solches Ende nicht wirklich nachvollziehen können.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Freund Christian Lentes für die Überlassung seiner Fotos und die Weiterführung meiner Notizen bedanken, da sich mein Kreislauf irgendwo beim vierten Lied zu verabschieden begann und ich schleunigst die Halle verlassen musste. (sso)
Nachdem sich ja der ganze Zeitplan auf der Hauptbühne verschoben hatte, freute man sich auf einen etwas längeren Auftritt des dortigen Headliners Front 242. Doch leider schien es hier technische Probleme zu geben, so dass man fast dem Zeitplan entsprechend mit der Show begann. Die Belgier beweisen, dass sie nach über 25 Jahren im Business noch lange nicht zum alten Eisen gehören und Jean-Luc De Meyer und Richard 23 geben begleitet von Patrick Codenys und Daniel B. richtig Gas. Mit „Funkahdafi“ entern sie die Bühne und zeigten so viel Energie und Engagement, wovon sich so manch jüngere Band ne Scheibe von abschneiden könnte. Leider war der Sound nicht so erstklassig wie bei den Perfektionisten von 242 erwartet. Aber das tat Songs wie „Religion“, „Together“ oder „Take One“ keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Nachdem Unheilig und ASP der Menge ordentlich eingeheizt hatten, dachten wir schon, dass es keine Steigerung mehr geben kann: falsch gedacht! Die Zuschauer tanzten ausgelassen zu jedem Song, ließen sich fasziniert von der Videoperformance beeindrucken und bejubelten fanatisch jeden Song. Als dann noch „Happiness“ auf dem Programm stand war alles vorbei. Leider wurde auch der Auftritt des Headliners auf der Hauptbühne von einem unschönen Ausgang beschattet. Auf dem absoluten Stimmungshoch waren dann die Anfänge von „Im Rhythmus bleiben“ kurz zu hören aber dann kam nur noch die Ansage: „This is the last song because curfew“. So gaben Front 242 mit „Headhunter“ noch mal alles und verließen dann augenblicklich still schweigend die Bühne nach nicht ganz 60 Minuten. Man merkte der Band an, dass sie mit diesem Auftritt nicht wirklich glücklich waren und das Pfeifkonzert der Menge zeigte überdeutlich was die Fans davon hielten eine so kurze Headlinershow zu sehen und dann noch nicht einmal eine Zugabe zu bekommen, statt dessen helles Licht. Man kann von Glück sagen, dass Anhänger der schwarzen Szene so friedlich sind. (sso)
So ging dann der erste Tag des Festivals mit vielen positiven aber auch einigen negativen Eindrücken zu Ende. So mancher Besucher feierte im Theater mit Diskoprogramm und ausgewählten DJs weiter, andere machten sich, wie wir, auf den langen Fußmarsch zum Parkplatz auf.

Weitere Fotos des "Amphi" findet Ihr bei den Fotogalerien.
Susanne Soer / Holger Fey - Pics: Susanne Soer


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