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CD-Reviews :: Index: 'T' :: TYRANNY

TYRANNY

TIDES OF AWAKENING (66:39 min.)

FIREDOOM / TWILIGHT
Es verwundert wirklich nicht, dass die Aufnahmen dieses fiesen Funeral-Doom-Brockens (oder wie die Künstler selbst verkünden: sublime epic funeral doom metal) sich von Januar 2004 bis März 2005 hinzogen. Wenn die Herren auch nur ansatzweise so lahm arbeiten, wie dieses Album nach vorne schneckt, dann muss man in diesem Fall gar von Rekordzeit sprechen. Kultig ist auch das Bandinfo, welches man wahlweise als grandiose Parodie, größenwahnsinniges Künstlergeseier oder grenzdebiles Psychopathengeschwätz im Anschluss an ein mit verfehlter Zielsetzung absolviertes Philosophiestudium interpretieren mag. Da ist in Bezug auf die Debüt MCD "Bleak Vistae" die Rede von der Vertonung einer Unterwasseratmosphäre im Verbund mit Reisen durchs Unterbewusstsein. "Tides Of Awakening" hingegen ergründe die ungeahnten Abgründe jenseits der Zeit und noch einiges mehr. So etwas wie eine Doomversion von Canvas Solaris. Auch die Pseudonyme der beiden Tyrannen LL und MM, Coalescent of the Obscure Knowledge sowie Beholder of the Cold Infinities, sorgen für Stirnrunzeln. Dann doch mal die CD eingelegt und der Reise gefolgt. Grabesstimmung vom ersten Ton an. Der perfekte Soundtrack für die Khazad-Dûm-Episode im Herrn der Ringe. Wie heißt es dort so schön? "Doom, doom came the drum-beat and the walls shook". Eine Stimme direkt aus dem Schlund der Hölle fungiert als zusätzliches Instrument im spartanischen und dennoch ausladenden Klangkosmos von Tyranny, getragen von sphärischen Keyboards, monotonen Gitarrenmelodien und blechernen, sicher vom Deibel höchst selbst per gezielten Schwanzhieben bedienten Drumbeats. Im Petersdom eingespielt. Eine gewaltige Klangkathedrale eben. Zermürbend wie ein in Zeitlupe bedienter Vorschlaghammer. Tempo: siehe oben. Durchgängig. Man stelle sich ein Bosch-Gemälde als perfekte visuelle Umsetzung dieses musikalischen Trips vor. Bloß: Bosch ist Kunst, und große noch dazu. Das hier nicht. Im ganz tiefen Underground mag es einige Hartgesottene geben, die zu "Tides Of Awakening" mächtig steil gehen werden. Dazu bedarf es jedoch für mein Dafürhalten einer unverzichtbaren Zutat: bewusstseinserweiternder Drogen. Da ich momentan leider keine synthetischen Pillen zur Hand habe, kann ich diesen schwerverdaulichen Bissen bloß mit einem Pils in den Schlund der Zeit hinunterspülen. Und ebendort wird er bei mir auch verrotten. Für Freaks.
4/10 - PM


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