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CD-Reviews :: Index: 'P' :: PAIN OF SALVA ....

PAIN OF SALVATION

BE (76:00 min.)

INSIDE OUT / SPV
Ich habe mich schwer getan mit meinem persönlichen "Be"-Review, verdammt schwer sogar! Zu sehr hatte ich zunächst noch gehofft, meine nicht gerade euphorischen ersten Eindrücke durch schwerste Dauerrotation ändern zu können, aber wahre Begeisterung stellt(e) sich auch nach endloser Beschallung nicht ein. Natürlich ist "Be" keine schlechte Platte, wie sollte sie das bei dem grandiosen kreativen Potential der Schweden auch sein??? Aber eine letztendlich "nur" ganz gute CD ist für eine Band, die mich mit einem Song wie "Undertow" zu Tränen rührte (keine Metapher, keine blumige Beschreibung, sondern ein absolut realer Vorgang! Wie sollte man sich bei diesem ergreifenden Song auch gegen das Weinen wehren können?) oder mit fantastischen Kompositionen wie "Ashes", "Used", "Ending Theme" oder "Beyond The Pale" emotional schlichtweg umgehauen hat, einfach zu wenig. Daniel Gildenlöw fasst im "Be"-Konzept seine seit cirka 1996 getätigten Studien zur menschlichen Evolution und zur endlosen Sinnfrage zusammen (ihr wisst schon: woher komme ich, wohin gehe ich, gibt es einen Gott, was ist der Sinn von alle dem?), dabei wissen wir doch schon seit Douglas Adams´ Schriften, dass die Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest 42 lautet, oder? Irgendwie riecht das gesamte ´Projekt´ nach einem etwas zu aufgebauschten, überambitionierten Unterfangen, nach einem Konzeptstoff, der vielleicht in gemeinsamen Tee-Zirkeln von Evolutionstheoretikern, Soziologiestudenten und Hobby-Philosophen zu Diskussionen anregen könnte, aber indes Wichtiges vermissen lässt. In den ausführlichen Infos zu den Hintergründen seiner neuesten Kreation vermerkt Gildenlöw sinngemäß, dass ihm alles zu kalt erschien und dass er den menschlichen Bezug vermisste, bis ihm die entscheidenden Zusammenhänge gelangen. Diese kann ich jedoch leider nicht entdecken, "Be" wirkt in der Tat ein wenig kalt, stark kopflastig und konstruiert. Gerade bei einem Künstler, dessen Songs in der Vergangenheit vor Emotionen, persönlichen Querverweisen und einer ungeheuer tiefen Menschlichkeit in all´ ihren Zügen überquollen, wiegt dies natürlich doppelt schwer! Das Konzept diktiert das Geschehen: zu viele langatmige Zwischenspiele, zu viele ´Spoken Word´-Passagen, viel zu viel Geplänkel - vor allem im ersten Teil des Albums - und maßlos übertriebene pathetische Anflüge ("Omni" - Aua!). Wo sind die genialen Melodiebögen? Wo die emotionalen Achterbahnfahrten? Warum hält sich Gildenlöw, eigentlich momentan einer der besten, ideen- und einfallsreichsten Sänger der anspruchsvollen Rockszene, mit seinen bestechenden Gesangsfähigkeiten derart zurück? Seine überirdischen, sehr variablen Fähigkeiten blitzen jedenfalls leider nur hier und da mal auf ("Iter Impius", "Nihil Morari"), auch die eher typischen Pain Of Salvation-Songs wie "Lilium Cruentus" erreichen nicht die Klasse der vielen Highlights der ´Jetzt schon Prog-Klassiker´ "The Perfect Element Pt. I" und "Remedy Lane". Und jetzt kommt mir nicht mit ´progressives, sperriges Material´ oder ´nicht verstanden´, eine Nummer wie "Fandango" war bzw. ist ja wohl auch höllisch komplex und schwindelerregend proggig, hat aber einen weitaus höheren Rock- und Fessel-Faktor als der überwiegende Teil des sich eher dahinziehenden "Be". Sicherlich ist das kleine Orchester-Ensemble sehr geschickt eingebaut und arrangiert worden, ein Song wie das Roger Waters-ähnliche "Dea Pecuniae" ist richtig amtliches Kino, "Vocari Dei" weiß mit seiner Authentizität durchaus zu beeindrucken (die Band rief ihre Anhänger auf, auf einem extra für diesen Zweck eingerichteten Anrufbeantworter eine Nachricht an Gott zu hinterlassen, wovon eine Auswahl als Samples in eben diesem Song verwendet wurde; einige Statements hinterlassen in der Tat Eindruck), mit den genannten "Iter Impius" (Jaaaaa! Hier ertönen endlich mal jene großen Gildenlöw-Momente! Weit auslandende, packende Harmonien und Gänsehaut garantierende Gesangseinsätze; es geht also doch noch!) bzw. "Nihil Morari" oder "Diffidentia" sind schon echte Highlights vertreten und der Gesamteindruck ist - wie zu Beginn angedeutet - positiver Natur, auch wenn dieses Review nicht so klingen mag ;-), aber letztendlich bin ich vom neuesten Pain Of Salvation-Baby indes doch enttäuscht. >> "Die fünf Schweden haben die Messlatte für kommende Veröffentlichungen im Bereich des anspruchsvollen Metal astronomisch hoch gelegt, wobei ich die Prognose wage, dass wahrscheinlich nur Daniel Gildenlöw persönlich diesen musikalischen Giganten mit seinem Pain Of Salvation-Team übertreffen kann" <<, so endete meine ergebene "Remedy Lane"-Besprechung. Diese Messlatte haben sie für meinen Geschmack mit "Be" leider deutlich unterschritten.
7/10 - CL


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