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CD-Reviews :: Index: 'V' :: VON THRONSTAH ....

VON THRONSTAHL

BELLUM, SACRUM BELLUM!? (69:00 min.)

EIGENPRESSUNG / VAWS
Kann man als Künstler überleben, wenn man von den Medien totgeschwiegen wird? Wenn man in beinahe verleumderischer Hetzjagd gebrandmarkt und als Verbreiter nationalsozialistischen Gedankengutes geächtet wird? Wenn man unbequeme politische Wahrheiten thematisiert, die sich mit jedem neuen Tag mehr und mehr bestätiigen? Wenn man dem Künstler den Nährboden unter den Füssen wegzieht und jede Form der künstlerischen Darstellung torpediert wird? Wie aber soll man sich zu solchen Künstlern bekennen, ohne nicht ebenfalls in eine bestimmte politische Ecke gedrängt und von bestimmten, in ihren kämpferischen Methoden nicht gerade zimperlichen Kreisen mit zum Teil verleumderischen Mitteln gleichfalls kriminalisiert zu werden? JayKay, ehemaliger Frontmann von Forthcoming Fire und Weissglut, lebt seit Jahren mit dieser Bürde der unterschwelligen Zensur und manchmal scheint es, als hätte er aus dieser Not eine Tugend gemacht, um sich in der Rolle des Märtyrers zu gefallen. Doch Zeilen wie „Aus reinem Humanismus, erklären sie den Krieg, durch Materialismus, erringen sie den Sieg“ bringenen mehr über den Geistesmenschen Josef Klumb ans Tageslicht, als die ewig alten Vorverurteilungen, derer sich seine Gegnerschaft gebetsmühlenartig wahrscheinlich noch bis zum Tag des jüngsten Gerichts bedient. „Bellum, Sacrum Bellum!?, Eingeweihte werden dies zu recht bemerken, ist bereits seit über einem Jahr erhältlich, doch erst jetzt, nachdem Von Thronstahl erneut die Möglichkeit zur künstlerischen Entfaltung entzogen wurde, habe ich mich zu dieser Rezension entschlossen. Musikalisch ist die filigrane Patchwork-Arbeit, derer JayKay sich mit Hilfe von Raymond P. (The Days of the Trumpet Call) bedient, einmalig wie eindringlich zugleich. Unzählige Samples werden miteinander kombiniert, bis sich aus ihnen ein neues Lied ergibt, wobei die Anzahl der Samples schier unüberschaubar ist. Im Vergleich zu den früheren Alben Von Thronstahls gibt sich die Band hier sehr viel aggressiver und direkter, manch einer wird dies auch militaristischer nennen. Die musikalischen Wurzeln Klumbs im Postpunk äussern sich in „We Walked In Line“ (Joy Division) und dem minimalistischen, beinahe an DAF erinnerdem „Kampf um die Sonne“. Doch nicht vom tumben braunen Sumpf sollte in diesem Zusammenhang die Rede sein, sondern vielmehr vom Politterrorismus der USA, den Klumb bereits vor über einem Jahr mit diesem Album thematisierte und dessen wahre Ausmaße und politischen Hintergründe erst heute, rund ein Jahr nach Beendigung des Golfkrieges, voller Schrecken ans Licht der Öffentlichkeit drängen. Von Thronstahls Werk war und ist das Bekenntnis zu Europa, zu seinen kulturellen Wurzeln und zu seiner eigenen Identität, losgelöst vom Diktat der politischen und kulturellen Vorherrschaft der USA; aber auch ein Bekenntnis, sich dieser amerikanischen Kultur mit offenem Herzen und wachem Gemüt zu nähern, kritisch soziale und politische Hintergründe zu hinterfragen um dann selbst entscheiden zu dürfen, diese Kultur für sich anzuerkennen, Teile von ihr anzunehmen oder sie vielleicht auch abzuweisen. Wer dieses Bekenntnis, und für nichts anderes steht JayKay im Jahre 2004, als Neofaschismus und Unterwanderung der Schwarzen Szene mit rechtem Gedankengut versteht, der verklärt seinen Blick auf die wesentlichen Probleme unserer Gesellschaft, denn ein demokratischeres und humanistischeres Weltbild wird sich kaum finden lassen. Und komme mir jetzt keiner mit den subtilen Mitteln der politischen Agitation, die beherrschen und wenden antifaschistische Gruppierungen noch viel skrupelloser an. Bezugsadresse: http://www.vaws.de
10/10 - MK


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