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CD-Reviews :: SWALLOW THE S ....

SWALLOW THE SUN

WHEN A SHADOW IS FORCED INTO THE LIGHT (52:38 min.)

CENTURY MEDIA / SONY
Vor gut drei Jahren veröffentlichten die finnischen Vorzeige Doom-Deather mit dem dreiteiligen "Songs From The North" ein absolutes Monumentalwerk. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass "When A Shadow Is Forced Into The Light" (nur) als Requiem (ergo die vielen Streicher) für Juha Raivios zwischenzeitlich verstorbene Lebensgefährtin Aleah Stanbridge zu verstehen ist, kann es keinesfalls als Selbstverständlichkeit gelten, dass Swallow The Sun nunmehr schon wieder eine knappe Stunde bärenstarken Materials vorlegen. Der wunderbar poetische Albumtitel spiegelt die thematische Ausrichtung wider und gibt die musikalische vor: waren Swallow The Sun eh nie Vertreter der muskelbepackten Doom Death-Fraktion, so geht dieses Album noch einen entscheidenden Schritt weiter in Richtung eigenständiger Dark Metal. Songs wie "The Crimson Crown" (großartig!) wildern gekonnt im Wave/Shoegaze der 80er und errichten jene Klangkathedralen, die den Resonanzkörper für Raivios Trauer bieten (die von Sänger Mikko Kotamäki m.E. wunderbar eingefangen wird). Gleichzeitig verbreitet das Album eine Atmosphäre, von der viele Funeral-Acts nur träumen können und die beinahe schon an Antimatter gemahnt ("Firelights" ‒ doll!). Für die Ausschläge im oberen Härtebereich sorgen inzwischen fast ausschließlich Black Metal-Versatzstücke (der Schatten...), ansonsten regiert die pure Melancholie, ein Umstand, der uns Unfassbarkeiten wie die genialisch entwickelten While Heaven Wept-Harmonien zu Beginn von "Upon The Water" beschert. Zudem schießen mir angesichts der instrumentalen Klasse der Band immer wieder Adjektive wie "geschmackvoll" oder "atemberaubend" durch den Kopf, die sich orgiastisch aufbauenden, das Licht in die Dunkelheit zwingenden Melodien sind oft erhaben und zutiefst erfüllend ("Stone Wings" oder "Clouds On Your Side"). Derart geduldig entwickelte und instrumentierte Musik hört man (zu) selten. "When A Shadow Is Forced Into The Light" ist ein Manifest der kathartischen Wirkung von Kreativität, denn Raivio hat sein musikalisches Baby hier hörbar in neue Territorien geführt – jedem Ende wohnt ein Anfang inne. Beileibe kein Album von der Stange, sondern (mal wieder) absolutes Kopfkino deluxe, vertont als inspirierte und inspirierende Reise durch die Gefühlswelt eines Trauenden ("Never Left" ist auch lyrisch ein Ausbund an leidender Schönheit ‒ "Left my heart on the battlefield..."). Kaufen, genießen, bewundern lernen, und zwar insbesondere für solche, die Virgin Black verehren. Wichtige konsolatorische Kunst, die man sich zusammen mit The Reticents (musikalisch gänzlich anders gelagertem) "On The Eve Of A Goodbye" in eine für besondere Tage reservierte Ecke stellen darf.
9,5/10 - PM.


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