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CD-Reviews :: MAR DE GRISES

MAR DE GRISES

STREAMS INWARDS (47:07 min.)

SEASON OF MIST / SOULFOOD
Jaja, es ist eine Weile her, seit dieses wunderbare Album veröffentlicht wurde. Aber es ist schließlich nie zu spät, wahrer Schönheit zu huldigen. Der neben Procession wichtigste Doom-Export Chiles ist schon aufgrund ihrer Genre-Schublade zu einem Underground-Dasein verdammt: mit kompromisslos avantgardistischem Doom-Death ist noch niemand wirklich reich geworden. Wobei man bei wahrer Avantgarde mit allzu leichtfertigen Kategorisierungen selbstredend vorsichtig sein muss. Mar De Grises bedienen sich wie schon auf den beiden Vorgängern „Tatterdemalion Express“ und „Draining The Waterheart“ (muss man ebenfalls haben) neben dem Doom Death-Grundrezept einer Vielzahl an Zutaten, um ihren Hexenkessel geschmacklich zum Brodeln zu bringen. Gerade die einstigen Goth-Götter Fields Of The Nephilim (sorry, aber heute braucht man McCoys Carl wirklich nicht mehr) haben deutliche Spuren in der Gitarrenarbeit hinterlassen, und auch ansonsten streunt man durch die Musikgeschichte getreu der Maxime: düster ist am Schönsten. Die überlebensgroßen Klangkathedralen der Südamerikaner erreichen ihre geradezu beängstigende Intensität durch eine unvergleichliche epische Breite, die dadurch entsteht, dass Keyboards und Gitarren nahezu gleichberechtigt Stimmungen hervorrufen dürfen. Nicht umsonst ertappt man sich häufig bei dem Gedanken, Pink Floyd hätten, wären sie heute aufeinander getroffen, anstelle von „Piper At The Gates Of Dawn“ eben „Streams Inwards“ kreiert (lauscht bloß „Knotted Delirium“). Die breitwandigen, cineastisch anmutenden emotionalen Trips werden immer wieder durch knackig zupackende Breaks aufgelockert („The Bell And The Solar Gust“); zudem arrangiert man heutzutage reduzierter denn je. Und wie es sich für wahre Schönheit nun mal gehört, greifen Worte auch hier teilweise zu kurz: geschmeidige Klangkaskaden wie „Shining Human Skin“ oder das Mollakkord-Wunder „Sensing The New Orbit“ erschöpfend beschreiben zu wollen, verbietet sich schlicht. Die Stücke klingen wie vernunftgesteuerte LSD-Abfahrten, dringen immer wieder tief ins Unterbewusstsein vor um am Ende immer wieder Licht überflutete elysische Felder zu hinterlassen. Pure in Musik gegossene, hoffnungsschwangere Melancholie, in den nicht seltenen ganz großen Momenten gar Poesie. In derartige Sphären dringen ansonsten nur noch Virgin Black vor. Deswegen: eines der wichtigsten extremen Alben des Jahres. Mit Geduld ausgestattete Fans von Swallow The Sun, Virgin Black oder My Dying Bride sperren die Ohren (gerne unter Kopfhörern) allerspätestens jetzt kilometerweit auf.
9/10 - PM (Gastautor)


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