Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

CD-Reviews :: Index: 'D' :: DEMIANS

DEMIANS

MUTE (55:50 min.)

INSIDEOUT / EMI
Max Demian ist eine Charakterfigur von Hermann Hesse, die Nicolas Chapel bereits im zarten Alter von sieben Jahren fasziniert hat. Mal abgesehen davon, dass ich mit Herrn Hesse erst in der Schule konfrontiert wurde und weiß Gott nicht durch Hesses Literatur geprägt wurde, war der Einfluss für Nicolas nicht ganz so bedeutungslos. Die Figur hat seine damaligen Gedanken zum Ausdruck gebracht, also in Worte gefasst, was Nicolas dazu animierte, seine Musik mit eben jenem Max Demian zu vergleichen, denn sie beschreiben seinen Platz in der Welt und helfen zu verstehen. Chapels Debüt aus dem Jahre 2008 ist aus einer Ein-Mann-Arbeit entstanden, die sich auch auf „Mute“ fortsetzte, nur jetzt noch eine Spur extremer, da er auf Samples verzichtete und auch Cello, Kontrabass, Violine, Mellotron und Piano selbst spielt. Chapel schrieb alle Songs und instrumentierte sie also alle selbst, bis hin zum Gesang. Bereits das Debüt führte dazu, dass er mit Bands wie Anathema, Marillion oder Porcupine Tree auftrat. Wenn man mehr über den Menschen Chapel erfährt, versteht man auch seine Art Musik zu machen. Er wirkt in gewisser Weise zerbrechlich und sensibel und dieses Gefühl bringt er auch in seiner Musik zum Ausdruck. Betrachtet man in diesem Kontext beispielsweise ’Black Over Gold’, kann man fast mit dem Protagonisten empfinden. Sanft, fast zart, geht er hier zu Werke und streichelt seine Instrumente förmlich, führt sie behutsam in Stück und gönnt sich zum Ende hin noch einen Ausbruch, ein anschwellen der Instrumente, vergleichbar mit dem Herausschreien von innerlicher Anspannung. Sein Gesang wirkt gleichermaßen zerbrechlich und bringt zum Ausdruck, dass er ein Mensch ist, der was zu sagen hat, aber dafür nicht die lauten Töne bemühen muss. Ein fehlbarer Mensch steht auch zu seinen Fehlern, dafür spricht auch, dass er nicht jeden Fehler korrigierte, sondern den ersten oder zweiten Take übernahm, auch wenn er nicht perfekt gelungen ist. Sein besonderer Fokus liegt auf dem Stück ’Hesitation Waltz’, dass mit starker Drumarbeit den Gesang begleitet und im Hintergrund durch eine gleichmäßig geführte Gitarrenwand gestützt wird. Man kann sich auf die Drums und Percussions konzentrieren und versteht den Stolz des Künstlers, denn man wird eingeladen zu genießen und man folgt dankend dieser Einladung und genießt. Das Musik nicht nur etwas wunderbares, sondern auch einfaches sein, wird mit dem abschließenden Song ’Falling The Sun’ deutlich, der auf drei Klavierakkorden basiert. Die Songs sind dem Franzosen seine Demians, sie sollen erzählen und ihnen soll man zuhören. Der Künstler selbst nimmt sich da zurück und lässt seine Musik sprechen. Für den Hörer wird es einfach, sich einzufinden und einzufühlen, behutsam und vorsichtig agiert der Franzose und gibt dem Hörer jede Chance, sich auf das für ihn Wesentlich zu konzentrieren.
8/10 - RB


[ Zurück zum Index: 'D' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler