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CD-Reviews :: Index: 'E' :: ENDLESS ASYLU ....

ENDLESS ASYLUM

DANVERS STATE HOSPITAL – BEYOND MENTAL ILLNESS ( min.)

CAUSTIC /
Am 23. Juli 2010 ist bei „Caustic“ Records das Debütalbum des neuen Soloprojektes Endless Asylum von Sathorys Elenorth, der einigen sicherlich bereits durch Der Blaue Reiter, Narsilion und Lugburz ein Begriff ist, erschienen. „Danvers State Hospital – Beyond Mental Illness“ lässt nichts vom typischen südländischen Temperament eines Spaniers erkennen, sondern entwirft ein beklemmendes Bild des Psychiatriealltags in einer mittlerweile geschlossenen Heilanstalt in Massachusettes.
Bereits der erste Track führt ein in eine von psychischen Fesseln gezeichnete Welt, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint, hält den Hörer gefangen und nimmt ihn mit auf eine Reise durch den Wahnsinn der Abgründe des menschlichen Geistes. Der Topos der psychischen Aberrationen zieht sich fort und manifestiert sich im zweiten Stück „Schizophrenia“, in dem eine konkrete geistige Erkrankung aufgegriffen wird. Zu diesem Track gibt es auf der CD zudem als Bonusmaterial einen Videoclip aus dem Hause „Distant Art Creations“.
Nach einem Ausflug in die Kindheit in der Anstalt („Childhood In The Asylum“) gipfelt das Album mit „The Lobotomist“ in dem meiner Meinung nach abwechslungsreichsten und ausgefeiltesten Stück. Der innerhalb des Tracks vollzogene musikalische Bruch setzt eindrucksvoll genau das um, was semantisch bereits durch den Titel angedeutet wird: Lobotomie, die Trennung wichtiger Nervenbahnen im Gehirn zwischen Thalamus und Frontallappen, einer äußerst umstrittenen Methode zur Bekämpfung psychischer Leiden, die unter anderem auch tatsächlich im Danvers State Hospital angewandt worden ist und oft zu starken Persönlichkeitsveränderungen des Patienten geführt hat.
„Into The Deep Silence And Suffering“ lebt von schemenhaften Andeutungen, die kaum greifbar sind, - immer wenn ein Eindruck fassbar erscheint, verflüchtigt er sich gleich wieder und lässt den Hörer im leeren Raum der Stille zurück. Nun wird man mit dem nächsten Track jenseits der geistigen Krankheit geführt, was auch klanglich deutlich wird, da „Beyond Mental Illness“ aus den vorherigen Stücken eindeutig heraus sticht. Abgerundet wird die Reise durch die Danvers State Heilanstalt und die dort anzutreffenden geistigen Leiden mit den „Voices of Danvers“ die bezeichnenderweise nicht nur das Album zum Abschluss bringen, sondern auch die „Gates Of Oblivion“ für immer verschließen, - eine Gefangenschaft in den Höhlen des Wahnsinns aus dem jeder Ausweg versperrt ist.
„Danvers State Hospital – Beyond Mental Illness“ ist ein stark themengebundenes Konzeptalbum, das im Gewand abwechslungsreichen Dark Ambients daherkommt, jedoch auch mit über dieses Genre hinausgehenden Aspekten angereichert ist. Gut ausgewählter, inhaltlich passender Sample-Einsatz macht ebenso den Reiz der Stücke aus wie das Einweben metallischer Elemente in eine organisch wirkende Klanglandschaft. Ein Fremdkörper scheint in das gewohnte Bild hinein zu dringen, verbindet sich aber gleichzeitig mit ihm zu einer düsteren, kranken und beklemmenden Einheit des Wahnsinns. Nach „Into The Deep Silence And Suffering“ droht das Album für meine Begriffe etwas an Substanz zu verlieren und verlandet ein wenig nach einem durchaus sehr starken, eindrucksvollen Beginn. Alles in allem jedoch ein sehr reizvolles und interessantes Album, das sowohl thematisch als auch musikalisch Lust auf mehr macht.
8/10 - OS


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