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CD-Reviews :: Index: 'D' :: DEVIN TOWNSEN ....

DEVIN TOWNSEND PROJECT

ADDICTED (46:51 min.)

INSIDE OUT / EMI
Man kann einen Künstler verehren ohne zwangsläufig dessen gesamtes kreatives Schaffen in den Himmel heben zu müssen. So ergeht es mir jedenfalls mit Devin Townsend, den ich grundsätzlich für einen schlichtweg begnadeten, wahnwitzigen und genialen Musiker und Produzenten halte. Meisterliches wie „Ocean Machine“ oder „Accelerated Evolution“ sind meine diesbezüglichen Argumente, aber auch andere HeavyDevy-Alben wie „Terria“, „Infinity“, „Physicist“ oder „Synchestra“ sowie Strapping Young Lad-Feuerwerke wie „City“ und „The New Black“ haben es mir schwer angetan. Experimente wie „Devlab“ oder „The Hummer“ habe ich selbstredend ebenfalls erworben, diese Ambient-Ausrutscher bildeten meines Erachtens nach jedoch die Ausnahme von der Regel und nervten mit gepflegter Langeweile, was ich überdies vom ersten Album des Devin Townsend Pojects („Ki“) behaupten muss, das im Review des Kollegen Ballnus noch zu gut weggekommen ist und dessen simple, relaxte und monotone Ausrichtung bei mir nur Gähnen hervorrufen konnte.

Mit „Addicted“ rauscht nun – nur wenige Monate später – der zweite Teil des Vier-Alben-Zyklus heran, eingerockt mit gänzlich anderen Muckern (darunter mit Ryan Van Poederooyen der bewährte Trommler der DT-Band) und gekrönt von Anneke van Giersbergen (Agua De Annique, ex-The Gathering), deren Integration als zweite Leadstimme sich als Extra-Bonus eines rundum bärenstarken Albums erweist. Townsend orientiert sich im Rahmen des 10-Trackers hörbar an seiner eigenen Diskographie und wollte - laut eigener Angaben - ein Album abliefern, das rockt, eine positive Grundstimmung aufweist und mit fetten Grooves und großen Refrains glänzt, was „Addicted“ mitunter in die Richtung von „Ocean Machine“ rückt. Die Beats rocken, die Gitarren riffen mitreißend heavy bzw. äußerst druckvoll und die Klangwände schichten sich turmhoch auf. Wellen des Sounds quasi. Townsend erweist sich hierbei einmal mehr als Meister der hintergründigen Elektronika, es empfiehlt sich die Scheibe definitiv auch mal per Kopfhörer zu genießen und zu erleben, wie die klanglichen elektronischen Spielereien kongenial eingearbeitet wurden und das Heer an Spuren zu einem stimmigen Ganzen verwoben ist, was Dev einmal mehr als exzellenten Produzenten ausweist. Anneke van Giersbergen ist hierbei mitnichten schmückendes Beiwerk, in vielen Passagen übernimmt sie eine tragende Rolle und führt als Leadsängerin durch den Sound-Parcours („Bend It Like Bender!“, „Hyperdrive!“, letztgenannte Nummer ist ein „Ocean Machine“-affiner, treibender Hit, der durch Annekes Stimme nochmals eine differenzierte Klangfarbe erhält). Wie clever die einzelnen Bausteine arrangiert sind, belegt beispielsweise meine persönliche Lieblingsnummer „Supercrush!“: ein pumpendes Power-Riff und ein feist groovender, schwerfälliger Beat schieben den Song nach vorn, Annekes Background-Harmonien sorgen für atmosphärisches Flair, die Strophe wirkt verspielt, reduziert, leicht experimentell und mitsamt der weiblichen Stimme recht sanft, wohingegen der Refrain sich als riesige Klangwand aufbaut und mit melodramatischem Townsend-Chorus betört. Ergo: „Ki“ sei dem exzentrischen Kanadier verziehen, Devin Townsend ist wieder in die Sphären der Genialität zurückgekehrt!!!
9/10 - CL


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