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CD-Reviews :: Index: 'T' :: TVERD

TVERD

FOLLOW THE SUN’S WAY (63:41 min.)

WICKED MUSIC / TWILIGHT
Die aus der russischen Stadt Tver stammende Band Pagan Reign war für mich eine der besten und unterbewertetsten Bands des Pagan Metal-Genres (Rezensionen könnt ihr im Import-Bereich lesen), weshalb ich den Split der Combo in 2007 als wirklich trauriges Ereignis betrachtete. 2009 gibt es allerdings Erlösung für alle gleichartig Denkenden, denn mit der neuen Formation meldet sich Vetrodar, seines Zeichens Gitarrist und Hauptsongwriter von Pagan Reign, in der Szene zurück, wobei sich das deutsche Label Wicked Music die Veröffentlichungsrechte an dem Debüt „Follow The Sun’s Way“ gesichert hat.
Also flugs die CD aus dem Promopäcken raus und ab in den Player. Rein optisch hat sich wenig verändert, denn auch Tverds Debüt ziert ein liebevoll gezeichnetes Cover mit altertümlichem Thema und das Booklet ist mehr als nur „fett“ zu nennen. Dafür gibt es musikalisch teils gravierende Änderungen zu verzeichnen, denn schon im Opener „Wolf And Gyrfalcon“ tönen mir keine Schlachthymnen und schon gar keine bösen Grunts entgegen, vielmehr erschallt eine klare weibliche Stimme, welche auf einem Grat zwischen (Folk) Rock und Opernstimme wandelt. Das Promoblatt gibt hierzu Infos: Vetrodar, der für Tverd nicht nur für Gitarre, sondern auch für die zahlreich vorhandenen folkloristischen Instrumente verantwortlich zeichnet, hatte für die neue Truppe ziemlich schnell die Vision von klarem weiblichen Gesang, weshalb die Stelle Svetlana Lebedeva, der Leiterin des Folklore-Ensembles der Uni in Tver offeriert wurde. Um den Umbruch zu vervollständigen wurde für die männlichen Gesangsparts mit Alexandr Ivanov ein graduierter Musik-Student verpflichtet. Vetrodar trägt einige Grunts und Growls zur Musik bei, kann und soll hiermit im Gesamtbild allerdings nur einige Akzente setzen. Die Musik selbst stellt traditionelle russische und slawische Folklore in den Mittelpunkt des Geschehens und verbindet die klassische Metal-Instrumentierung – also Gitarre, Bass und Drums – mit typisch folkloristischen Instrumenten, wobei Double Bass-Attacken oder eisenharte Riffs aber zumeist zu Gunsten der Wirkung folkloristischer Arrangements reduziert werden. Sicherlich gibt es in den zumeist Mid Tempo-lastigen Stücken auch deftigere Kost („A Falcon Is Over Rus“)(die englischen Titel täuschen übrigens, denn sämtliche Lyrics sind in Russisch), aber generell lässt sich Tverd nicht als Pagan Metal sondern tatsächlich nur als Folk Metal verkaufen. Dies ist beileibe nicht negativ zu werten, denn Tverd machen ihre Sache wirklich gut und müssen durchaus auch im Rahmen eines internationalen Vergleiches als originell bewertet werden. Pagan und Viking Metal-Fans müssen sich allerdings von der Vorstellung frei machen, dass Tverd ein Nachfolgeprojekt zu Pagan Reign sind. Mit diesen haben sie nämlich tatsächlich nur die beiden Mitglieder Vetrodar und Demosthen (Drums) sowie die Verwendung zahlreicher Folk-Instrumente gemein. Das Brachialität und Aggression Platz machen mussten für Harmonie kann man letztlich auch dem Gesang entnehmen. Nicht nur der Klarheit desselben sondern auch dessen Wirkung, denn bei Svetlana und Alexandr wird mehr Wert auf Zusammenspiel denn auf Konfrontation gelegt.
Wie dem auch sei, wer nicht mit einer konkreten Erwartungshaltung – nämlich Pagan Metal - an diese Scheibe herangeht wird mit einer gut durchdachten und gelungen umgesetzten Folk Metal-Scheibe belohnt, die mit zu den besseren Releases des Subgenres gehört…wenngleich es im reichhaltigen Fundus der Band ein Folkinstrument gibt, dessen gelegentliches Quietschen mich enorm aus dem Takt bringt.
8/10 - SBr


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