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CD-Reviews :: Index: 'D' :: DEATHLIKE SIL ....

DEATHLIKE SILENCE

SATURDAY NIGHT EVIL (44:25 min.)

SPINEFARM / SOULFOOD
Willkommen im ausgehenden 18ten Jahrhundert. Deathlike Silence dürften als die finnische Interpretation von Gothic Romance gelten, etwa vom literarischen Genrebegründer Horace Walpole über Mary Shelley bis hin zu Neil Gaiman im modernen Horror-Gewand, außergewöhnlich. Dass eine Frau das Mikro schwingt, ist vor dem Hintergrund eine wohlmöglich unbewusste, aber logische Konsequenz. Mit dem Movie-mäßigen Elementen und der schwarzhumorigen Selbstdarstellung wirkt das ganze wie eine Mary Steward in Northanger Abbey (Jane Austen): Ironisch, eben nicht todernst aber cool. Auch das Thema Vampirismus spielt bei dem subtilen Schaudern sicherlich eine Rolle, schließlich hat auch der gute Dani Filth einen seiner vielleicht besten Songs ganz offensichtlich dem Thema gewidmet… Rein musikalisch bietet das Sextett um Frontfrau Maya allerdings melodischen Heavy Metal, irgendwo im Niemandsland zwischen Maiden und Lordi, insgesamt relativ langsam, groovig, teils hymnisch und immer mit erzmelancholischer Grundnote. Dabei ist Maya so etwas wie die rockige Turunen-Ausgabe fernab der Oper, was prima in das Gesamtkonzept passt. Sicher, auch die Kunstproben finnischer Gitarren-Adepten, die wohl die gleiche Schule wie ein gewisser Jari Mäenpää besucht haben dürften, fehlen nicht. Nun, besonders auffällig ist der Tiefgang der Platte: Atmosphärisch schon der Einstieg, erinnere ich mich bei der Nummer Drei daran, dass vor ein paar Tagen Mika Tenkula (ex-Sentenced) seine letzte Ruhe gefunden hat. Erst da bemerke ich, dass der Song „Who´s Gonna Bury Me“ heißt. Derlei Gedanken und Gefühle wie dieses sollen einen auch noch im weiteren Verlauf der Scheibe befallen. Auch an dem Mike Oldfield-Cover „Moonlight Shadow“ nach der Version mit Maggie Reilly kommt man nicht vorbei. Grundsätzlich handelt es sich um eine Neu-Interpretation vor dem beschriebenen Hintergrund, macht- und kraftvoll wird dem Klassiker eine ganz eigene Seele eingehaucht. Es mag an Majestätsbeleidigung grenzen, aber damit könnten diese Hobby-Totengräber ihre sympathischen, entfernten GenrekollegInnen aus Italien - ihrerseits mit der Version von „Enjoy The Silence“ á la Wacken - glatt in die Tasche stecken. In weniger anspruchsvollen Passagen wirkt der eine oder andere Song manchmal einen Tick trivial. Andererseits ist es hier eine Wohltat, dass man sich nicht mit Bombast-Ballast abschleppt. Maya könnte stimmlich manchmal etwas mehr gestalten, etwa und entfernt in der Art wie es eine Amy Lee (Evanescence zur Zeit von „Fallen“) macht. Echte Kritikpunkte finden sich nicht an Saturday Night Evil. Empfehlenswert.
8,5/10 - MG


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