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CD-Reviews :: ODIN’S COURT

ODIN’S COURT

DEATHANITY (66:39 min.)

PROGROCK / SPV
Nun ja, die Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt hat bereits einige Bands beschäftigt und dürfte sicherlich auch schon in dem einen oder anderen musikalischen Konzept Eingang gefunden haben. Die in Maryland, USA, beheimatete Band Odin’s Court hat sich da aber nicht schrecken lassen und dieses stets präsente Thema für ihr Album „Deathanity“ aufgegriffen und in zwölf Tracks verarbeitet. Auch uns werden die damit im Zusammenhang stehenden Diskussionen stets verdeutlicht, sei es durch den Klimagipfel, Erderwärmung, Emissionswerte, CO2-Ausstoss, das Wachstum der Schwellenländer und – da die Jungs ja aus diesem Land kommen – die Wandlung der Großmacht USA zum Vorreiter in Sachen Klima- und Umweltschutz, worauf man aber wohl noch länger warten darf, denn durch die Starrsinnigkeit des Herrn Bush hat die USA bis heute nicht das Kyoto-Protokoll unterschrieben. So beschämend diese Tatsache für ein Land ist, dass sich einerseits gerne als Weltpolizist aufspielt, andererseits aber verschwenderisch und unverantwortlich mit den natürlichen Ressourcen umgeht, so beruhigend ist es doch zu wissen, dass es den Amerikanern nicht einfach so am Arsch vorbeigeht und klare Statements und auch Protest unter anderem auch durch Bands zum Ausdruck kommt. „Deathanity“ ist nach dem 2003 erschienen „Driven By Fate“ erst das zweite Album der Amis, wobei sie in der Vergangenheit bereits mit einigen bekannten Bands wie Symphony X, Spock’s Beard, Kamelot, Circle II Circle oder Enchant, um nur einige Vertreter des Genres zu nennen, auf der Bühnen standen. Der Titel des Albums, der sinngemäß dafür steht, dass wir trotz unseres Verstandes alles andere als vernünftig handeln, wie auch die meisten Tracknamen sind Wortkreationen, die jeweils ein bestimmtes Thema überschreiben, was entsprechend musikalisch umgesetzt und zum Ausdruck gebracht. Dabei arbeiten Odin’s Court vorrangig Instrumental, wodurch sie eine gewisse Eindringlichkeit zum Ausdruck bringen. Die Songs sind trotz ihrer teilweisen Komplexität im Fluss, die Dynamik allgegenwärtig und der Gesang eher untergeordnet. Das Quintett hat dabei, um die Stimmungen Vielschichtig und Variabel darzustellen, auf einige Gastmusiker zurückgreifen können. Am Gesang seien dabei Tom Englund (Evergrey) und Tony Kakko (Sonata Arctica) sowie am Saxophone Bill Green erwähnt. „Deathanity“ hat thematisch angepasst einige raue Facetten, Platz für balladeske Töne wären hier Fehl am Platz gewesen. Die Stimmungen werden durch einige Sprachsamples auf den Punkt gebracht, es bedurfte für die konzeptionelle Umsetzung keiner großen Worte, sondern vielfach reichen der Songtitel, die Instrumentierung und hier und da eine Sampleeinspielung, um das Thema auf den Punkt zu bringen. Trotz des konzeptionellen Gerüsts wirkt „Deathanity“ flüssig und frisch, man verheddert sich nicht im Thema, sondern der Fokus liegt bei den musizierenden Protagonisten, die sich innerhalb des Gerüsts zu verwirklichen wissen. Ein facettenreiches Album, das man Fans des Genres definitiv ans Herz legen kann.
8/10 - RB


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