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CD-Reviews :: Index: 'D' :: DEMIANS

DEMIANS

BUILDING AN EMPIRE (56:43 min.)

INSIDE OUT / SPV
In der heutigen Zeit ist für einen Musiker aus dem Progbereich ein Lob von Steven Wilson, dem Frontmann der englischen Überband Porcupine Tree, wohl wirklich so etwas wie ein Ritterschlag oder die Bestätigung, dass man als Musiker wirklich etwas geschafft hat. So in etwa muss es dem Franzosen Nicolas Chapel gegangen sein, als er hörte, in was für hohen Tönen Wilson von dem Debütalbum seiner Band Demians gesprochen hat, das der Franzose sogar komplett im Alleingang aufgenommen hat. Steven Wilson sah in „Building An Empire“ eins der vielseitigsten Debütalben, das er jemals gehört hatte. Diesem Lob kann man sich als aufgeschlossener Musikfan eigentlich nur anschließen, denn Chapel ist mit seinem ersten Album wirklich ein kleines (großes) Meisterwerk gelungen, das hoffentlich auch wieder etwas Leben in die doch etwas angestaubte Progszene hauchen wird. Bleiben wir mal bei Steven Wilson und seiner Hauptband, denn Porcupine Tree sind gar nicht mal so ein verkehrter Ansatzpunkt um die Musik von Demians zu beschreiben, auch wenn die Musik selber gar nicht mal so sehr nach dieser Band klingt. Nicolas Chapel benutzt aber einen ähnlichen Ansatzpunkt wie die Briten. Anstatt nach altbekannten Schemen vorzugehen, versuchen Demians etwas Neues zu kreieren und neue Ausdrucksweisen in der Musik zu finden, die man nicht schon von zig anderen Bands zu hören bekommen hat. Auch, wenn das in der heutigen Zeit natürlich immer schwieriger wird, da es ja nicht mehr wirklich viele Möglichkeiten gibt etwas komplett Neues zu erschaffen, so ist es doch erstaunlich mit wie viel Ideenreichtum Chapel an seine Lieder rangeht. Und das Schöne ist, dass es wirklich funktioniert. Die Musik klingt wirklich sehr eigenständig und lässt sich nicht so leicht in irgendwelche Schubladen stecken. So wie Chapel erklärt, geht er beim Schreiben seiner Songs nach Gefühlen und richtet sich nicht nach irgendwelchen Genres, was den Vorteil hat, dass er sich dabei wirklich keine Limitierungen und Grenzen zu setzen hat. So schafft es der Franzose grandios immer wieder sphärische und elektronische Klänge geschickt mit Elementen aus dem Rock und Metal zu verbinden, so dass dabei wirklich faszinierend anzuhörende Klangwelten entstehen, den man sich als Zuhörer einfach nicht entziehen kann.
Als Beispiel sei der Neun Minuten lange Opener „The Perfect Symmetry“ genannt, der diese vorher genannten Elemente auf wirklich fantastische Weise vermischt. Hier stehen einschmeichelnde Streicherpassagen neben Samples und Elementen aus dem Ambient Bereich, dem fantastisch klingenden Gesang Chapels und durchaus härter klingenden Gitarren. Aber das tolle an diesem Stück ist die beeindruckende Laut/Leise Dynamik. Immer weiter baut sich das Stück auf, bis es bei ca. sechs Minuten in einen gewaltigen Ausbruch mündet, der von dem wirklich wohlklingenden Chorus abgelöst wird. Ein wirklich fantastisches Stück. Und so lässt sich im Grunde über das Ganze Album reden. Chapel verbindet auf wirklich tolle Weise ruhige und harte Passagen, setzt auf interessante elektronische Elemente und schafft es immer wieder Melodien einzubringen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Dies funktioniert sowohl bei den kürzeren Stücken wie „Shine“ und „Naive“, als auch beim sechzehn Minuten langen Stück „Sand“, welches das Album auf eine grandiose Art und Weise abschließt. Es ist wirklich nicht einfach die Musik dieser Band genau zu beschreiben, dafür ist sie einfach zu komplex gestaltet und zu abwechslungsreich, aber Freunde von Bands wie Porcupine Tree, Oceansize, Long Distance Calling oder auch Opeth kann ich dieses Album nur ans Herz legen. Auch wenn Demians nicht wirklich nach diesen Bands klingt, aber es ist ein Ansatz die Musik zu beschreiben. Ähnlich wie die oben genannten Bands schafft es der Franzose eine unglaublich dichte Atmosphäre aufzubauen, die nur so von tollen Ideen und traumhaft schönen Ideen strotzt.
Inzwischen hat Chapel es auch geschafft eine richtige Band hinter sich zu versammeln und man darf gespannt sein, was man in der Zukunft noch von dieser Band so erwarten kann. Dieses Debüt lässt zumindest Großes erhoffen.
9,5/10 - TE


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