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EDEN WEINT IM GRAB

TRAUERMARSCH NACH NEOTOPIA (60:00 min.)

CURZWEYHL / ROUGH TRADE
Gut, „Trauermarsch nach Neotopia“ ist vielleicht nicht der idealste Name für dieses Werk, erinnert er doch irgendwie an Fantasy-Romane wie „Die Chroniken von Narnia“...
Der Name des Projektes „Eden weint im Grab“ ist da schon tiefgründiger, ergibt doch die Abkürzung E.w.i.G. einen Sinn im Bezug auf die Texte: Hier befasst sich Blake, kreativer Kopf dieses Ein-Mann-Projekts, hauptsächlich mit dem Tod. Seine sogenannte „morbide Todeslyrik“ vereint er mit peitschenden Drums und schneidenden Riffs auf der einen und filigranen, nachdenklichen Synthieklängen auf der anderen Seite, gekrönt mit einem aggressiven Black Metal-Gegrolle. Tja, das ist es dann auch, was es unmöglich macht, Eden weint im Grab einer speziellen Schublade zuzuordnen: das selber eingespielte, gemixte und produzierte Album - lediglich für den Bass hat sich Blake mit Sebastian Schult (Ex-Atrocity, Brother Pain) Unterstützung ins Boot geholt – schwankt zwischen Death-, Black- und Gothic-Metal mit Electronic-Anleihen. „Begrüßt“ wird man – natürlich – mit einem Intro, hier als „Epiphanie des Grauens“ betitelt. Düstere, bedrohende Ruhe, in der Leere verhallende Drums und beängstigende, leise gesprochene Worte schaffen Gänsehaut-Stimmung, bevor in „Krieg im Wunderland“ Gitarren und Drums erbarmungslos ihren Rhythmus daher stampfen und Blake growlt, grölt und grummelt, was das Zeug hält. Dramatisch-verzweifelte Streicher unterstützen den Ohrwurm-Refrain, der Track ist einfach geil, um abzuhotten!
Ob nun das morbid-sehnsüchtige „An die Nacht...“, eingeleitet mit einer verstaubten Hammondorgel, oder „Im schwarzen Todesblumenhain“, das nächtlich-friedlich mit einem entspannt auf- und abwärts laufenden Gitarrenmotiv Erinnerungen an eine Vollmondnacht erweckt und fast schon hymnenartig die „Geliebte Luzifers“ preist, oder das beinahe schon fröhlich beginnende „Für Phantasus ein Traumsonett“ mit unruhiger Bassbegleitung, eins ist allen vierzehn Songs gemein: sie leben von dem beissenden Gegensatz Black Metal-Gegrolle und spartanische Metalriffs contra verträumte, sphärische Synthies und cleaner Gesang. Obwohl das Gegrowle unheimlich Aggressivität rüberbringt und einfach nur genial hart ist, bieten die Songs genügend Melodien – entweder im Gesang oder in den Keyboards - an die man sich halten kann und die sich hartnäckig im Gehörgang festsetzen. Für zarte Seelen sind die rhythmischen, dynamischen und oft rasend schnellen Songs dennoch nichts. Bemerkenswert ist, dass man – im Gegensatz zu vielen anderen BM-„Sängern“ – bei Blake auch die Texte ohne großes Anstrengen sehr gut versteht. Deren Inhalt, oft getragen von einer gehörigen Portion Melancholie, ist lyrisch und metaphernreich und einfach nur schön zu hören. Ein kleiner Ausrutscher ist „Heimwärts ins Licht“, aber nur ein ganz kleiner. Die gezupften Streicher am Anfang erinnern stark an „Lemontree“, man wartet fast schon ein wenig auf das Klirren von zerbrechendem Glas, und dann klingelt ein verspieltes Glöckchen in all die „Bösartigkeit“, was halt mehr an einen Walt Disney-Film als an ein Lied über den Tod anmutet. Der Refrain kommt aber rotzig-rockig-frech daher und lässt einen großzügig über den merkwürdigen Anfang hinwegsehen. Verglichen werden könnte das ganze Album vielleicht am ehesten noch mit Dornenreich, die scharfen Rhythmusgitarren sind Marke Rammstein, der cleane Gesang steht zwischen Mainpoints Axl K. und – ja, auch wenn´s lustig klingt – Falco. Insgesamt aber ist die Scheibe eine geniale Mixtur, wer Melancholie UND Power in einem braucht, der ist mit „Eden weint im Grab“ an der richtigen Adresse! Also: Gothic für alle, denen das „-Metal“ im GothicMetal noch zu wenig ist und die einen Spritzer – nein, einen gehörigen Schuss! – mehr Härte brauchen!
9/10 - KB


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