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CD-Reviews :: Index: 'D' :: DARK PRINCESS

DARK PRINCESS

STOP MY HEART (48:29 min.)

EMI / EMI
Aua! Da war jemand bei der Namensgebung ja besonderes fantasievoll... „Dark Princess“... na ja, wenn die Musik auch so klischeehaft ist wie dieser ach so verheißungsvolle Bandname, dann mal gute Nacht! Nun aber erst mal zu den Fakten: Hinter Dark Princess verbirgt sich ein russischer Gothic-Metal-Sechser, angeführt von der rothaarigen Prinzessin Olga Romanova. (Falls jemandem der Name etwas sagt: besagte Sängerin startete im August 2004 ihr selbstbetiteltes Soloprojekt. Für ihre Live-Promo-Tour wurde sie dann von der Band Tornado begleitet, deren Mitglieder Olga schließlich für „Dark Princess“ anheuern konnte.) Auf Olgas Debüt „Without You“ und auf „Stop My Heart” kamen dann mehrere „Album des Jahres“-Bewertungen und um ein Haar hätten Dark Princess Russland im Eurovision Song Contest vertreten. Zu „Stop My Heart“: Nach den ersten paar Rotationen im CD-Player wird verständlich, warum Dark Princess Hit-Potential haben. Der Anfang, „Cry“ und das titelgebende „Stop My Heart“ hauen echt rein! Dark Princess haben ein Händchen für Ohrwurm-Refrains, vor denen sich keiner so schnell retten kann. Neben Nu Metal-mäßigen Riffs erwartet einen der Gothic-typische Wechselgesang Männchen vs Weibchen, wobei sich weder Olgas Gegenüber verstecken braucht – egal ob es shoutet, mit ihr oder nach ihr singt oder sogar mal ein paar Growlings loslässt – noch Olga selbst. Die rettet die Band nämlich davor, im allgemeinen Sumpf aus GothicMetal-Bands zu landen. Eine Stimme, die weder ein „hoch-höher-am höchsten“-Gepiepse noch ein überladenes Opern-Gejubel ist, sondern satt, kraftvoll und geradlinig aus den Boxen tönt. Poppig, emotional und in einer normalen Tonlage überzeugt Fräulein Romanova auf ganzer Linie. Der Rest ist dann eher gewöhnlich: eher minimalistische Instrumentierung, d.h. keine große Vielfalt und –schichtigkeit wie etwa bei Nightwish oder Within Temptation, wenig aufregende Gitarren-Soli und das ganze Album in einem Guss... das ist dann auch eines der kleinen Trübsale auf der Platte: Alles wirkt ein bisschen zu glatt, es gibt nicht wirklich was zu entdecken, das sich erst beim dritten oder vierten Hören offenbart. So sind die Songs zwar eingängig, aber kaum interessant. Neben dem dramatisch-düsteren „Endless Dead Time“, wo´s dann auch die super Growls gibt, und dem Rausschmeißer „Tokaja Igra“ gibt es leider keinen weiteren Song, der einen vom Hocker haut. Letzterer ist übrigens auf Russisch und ein krönender Abschluss. Olga scheint hier in ihrem Element, und obwohl die Sprache wohl nicht ideal zum Mitsingen ist (zumindest für uns Deutsche), ist der Song ein Partykracher. Die englische Version auf youtube beweist auch: im Russischen legen Dark Princess Feuer in ihr Tun. Die Rocker auf der CD sind nun auch nicht der brennende Punkt: Dark Princess spielen mit Power und Elan und bewahren sich dabei doch einen gewissen Charme. Da kann man dann schon ein Auge zudrücken, selbst wenn sich die Songs irgendwo ähneln und das Konzept auch nicht gerade neu ist. Aber die Balladen muss man sich nicht antun! „Join Me In Life“ ist noch ok, obwohl der Titel irgendwie wie eine Parodie auf HIM´s „Join Me In Death“ anmutet, und da kommt der Track nun wirklich nicht hin! Da helfen dann auch keine ohrwurmigen Melodien mehr, der immergleiche Aufbau und der romantisch-verzweifelte Charakter lässt sich bei unzähligen anderen Bands auch finden! „The Pyre´s Song” zeigt dann vielleicht noch Olgas wandlungsfähige Stimme, ist aber italienisch-balladesk, 50er-Jahre angehaucht oder einfach nur kitschig überladen. Später versucht man eine kurze Passage lang mit etwas Dramatik und einem vorwärtstreibenden Beat den Hörer aus dem schlimmsten Schmalz zu retten, trotzdem: mit ihren Balladen können Dark Princess die kalten russischen Winter nicht erwärmen!
Fazit: Um Langeweile zu vermeiden, lasst die Finger von den ruhigen Stücken! Die harten Rocker kommen dramatisch und fetzig rüber, sind zwar nichts wirklich Neues, aber verdienen sich durchaus Lob und Olga braucht sich vor ihresgleichen nicht fürchten! Ein weiterer Stern am unendlichen Gothic-Himmel, aber halt auch nur einer von vielen...
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