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CD-Reviews :: Index: 'P' :: PAIN OF SALVA ....

PAIN OF SALVATION

REMEDY LANE (68:14 min.)

INSIDE OUT / SPV
Es ist nicht gerade leicht dieses Meisterwerk in Worte zu kleiden, also rollen wir das Feld erst einmal von hinten auf:). Leider liegt der Promo-Ausgabe von Pain Of Salvation´s Geniestreich (so viel vorweg) "Remedy Lane" kein Booklet bei, was ich angesichts des ergreifenden Zusammenspiels von Konzept, Musik, Lyrics und Graphiken wirklich bemängeln muss. Aber dank eines geliehenen Exemplars wurde auch dieses Hindernis überwunden und entrückten Abendstunden unter dem Kopfhörer stand nichts mehr im Wege. "Remedy Lane" ist nicht der konzeptionelle Nachfolger vom grandiosen "The Perfect Element Pt. 1"-Album geworden und bei weitem nicht so sperrig ausgefallen wie in einigen Presseorganen zu lesen war, denn die erhabenen Melodien sind immer noch prägnant, wenngleich die Komplexität natürlich recht hoch angesiedelt ist und ein Pendant zum Hookline-Monster "Ashes" zunächst einmal fehlt. "Remedy Lane" erfüllt eine der wichtigsten Funktionen der Kunst (die Darstellung des emotionalen, seelischen Innenlebens des Erschaffenden) in atemberaubender Weise, denn das komplette Album ist ein offenherziges, intensives, leidenschaftliches, schmerzvolles Bekenntnis Daniel Gildenlöw´s. Der kreative Kopf von Pain Of Salvation verarbeitet in den dreizehn Songs nicht nur die Fehlgeburt seiner Lebensgefährtin ("A Trace Of Blood"), sondern - an Hand einer emotionalen, persönlichen Krise - existentielle Aspekte wie die Suche nach der eigenen Identität und Sexualität, die erste große Liebe, die Sehnsucht nach körperlicher und geistiger Nähe, die peinigende Distanz zwischen Liebenden, die Unfähigkeit - trotz vorhandener Emotionen - miteinander leben zu können sowie den Verlust der geliebten Person und daraus resultierende Zweifel an der eigenen Persönlichkeit. Das absolut Spannende hieran ist, dass sich der Hörer selber in diesen Themen wiederfinden und auf eine reflektierende Reise in sein eigenes Ich eintauchen kann, was "Remedy Lane" vollkommen individuelle Dimensionen und eine zutiefst persönliche Note verleiht, welche der Hörer mit der Band teilen kann. Gildenlöw hat es zu dem geschafft, diesen emotionalen Trip musikalisch ebenso kongenial wie intensiv zu vertonen, so dass die divergierenden Gefühle mit einer gewaltigen Leidenschaft aus den Songs zu sprechen scheinen. Hervorzuheben wären hierbei vor allem das mehr als große "Ending Theme" (welch´ ein dahinschmelzender Chorus!), das pure Verzweiflung ausstrahlende "Undertow" ("Let me go, let me seek the answers that I need to know, let me die, let me break the things I love I need to cry, let me take my fall through the cleansing fire, let me die") und der fantastische, zu einer wahren Soundmauer anwachsende Abschlusstrack "Beyond The Pale", der mir wirklich die letzten Kraftreserven raubt. Die genialen Gesangslinien von Mister Gildenlöw sollen, neben der technisch perfekten Umsetzung des Songmaterials, nicht ohne besondere Erwähnung bleiben, denn der charismatische Vokalist zählt für mich eindeutig zu den ausdrucksstärksten, facettenreichsten und ergreifendsten Sängern des gesamten Rock-Bereiches. Lange Rede, kurzer Sinn: mit diesem zukünftigen Prog-Klassiker haben die fünf Schweden die Messlatte für kommende Veröffentlichungen im Bereich des anspruchsvollen Metal astronomisch hoch gelegt, wobei ich die Prognose wage, dass wahrscheinlich nur Daniel Gildenlöw persönlich diesen musikalischen Giganten mit seinem Pain Of Salvation-Team übertreffen kann. Ich verneige mich jedenfalls vor diesem Meisterwerk, welches mich in einer Art und Weise berührt wie es schon lange kein Album mehr vermocht hat.
10/10 - CL


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